Marseille La Castellane: Auf den Spuren von Zinédine Zidane

Ich bin auf den Spuren von Zinédine Zidane in Marseille unterwegs. Hier im Norden im Problemviertel La Castellane hat der Weltfußballer mit kaputten Schuhen auf dem Place de la Tartane seine ersten Bälle gekickt. Viele Kilometer unterhalb am Boulevard Michelet im Stade Vélodrome lief er am 12. Juni 1998 im Trikot der französischen Mannschaft auf und besiegte das Team von Südafrika mit 3:0. Kein anderer Fußballspieler hat mich so fasziniert!



Mit Zinédine auf dem Weg nach Marseille
Die Luft ist staubig auf der Nationalstraße, irgendwo in der Nähe von Salon-de-Provence. Am Himmel dreht die Kunstflugstaffel der französischen Luftwaffe ihre Runden und färbt den Himmel in den Farben der Tricolore. Mein Sohn ist von der Flugakrobatik so begeistert, dass ich am Straßenrand anhalten muss. Er springt aus dem Wagen hinaus, holt sein Smartphone aus der Hosentasche und beginnt zu fotografieren. Er steigt eine Anhöhe hinauf um die Flieger besser sehen zu können. Es vergehen Minuten. Die Flieger befinden sich noch immer auf ihrem Kurs. Sie sind schön anzusehen, aber ich will jetzt trotzdem weiterfahren. „Zinédine, komm jetzt“, rufe ich meinem Sohn zu. „Ja, einen Moment noch“, antwortet er und klettert langsam den Hügel hinunter. Ich habe heute den Namen Zinédine bestimmt schon zehnmal gerufen. Seit mehr als zehn Jahren rufe ich ihn täglich, doch heute tue ich es viel bewusster. Mein Sohn heißt Zinédine und er ist nach dem Weltfußballer Zinédine Zidane benannt. Den Fußballer, den ich seit vielen Jahren so verehre. Es war nicht immer leicht mit der Namensgebung. Doch mein Sohn ist sehr stolz darauf, dass er diesen Namen tragen darf. Heute will ich ihm zeigen, warum er Zinédine heißt und warum Zinédine Zidane mehr als nur ein Weltfußballer ist.

Marseille La Castellane: Zidane ist in einer trostlosen Gegend aufgewachsen © Foto: Carina Tietz

Marseille La Castellane: Zidane ist in einer trostlosen Gegend aufgewachsen © Foto: Carina Tietz

La Castellane im Norden von Marseille
Wir fahren weiter auf der Nationalstraße bis Rognac und dann auf die Autobahn A7. Der Étang de Berre leuchtet blau-türkis und die Wasseroberfläche spiegelt in der Sonne. Am Horizont können wir die Flugzeuge beobachten, die am nahgelegenen Flughafen Marignane starten. Kurz vor Les Adrechts verlassen wir die Autobahn. Die Gegend wird trister und sie ist geprägt von grauen Bauten an deren Fensterenden große Satellitenschüsseln angebracht sind. Am Straßenrand und in den Parkbuchten der unansehnlichen Betonklötze parken alte und demolierte Autos. La Castellane ist in keinem Stadtplan zu finden. Auch auf den Straßenschildern kann ich La Castellane nicht ausfindig machen. Doch das Navi lenkt mich in die Straße Chemin de Bernex. Hier hat Zinédine Zidane gewohnt. Mein Sohn schaut aufgeregt und mit großen Augen aus dem Seitenfenster des Wagens. Am Kreisverkehr stauen sich die Autos und ich muss abbremsen. Die Leute starren meinen Wagen an. Es ist ein Eyecatcher, tiefergelegt und mit verbreiterten Reifen. Ein Wagen von dem die meisten Leute in dieser Gegend nur träumen können. Ich habe das nicht bedacht und will nicht arrogant wirken.

Marseille La Castellane: Hier ist Zinédine Zidane aufgewachsen © Foto: Carina Tietz

Marseille La Castellane: Hier ist Zinédine Zidane aufgewachsen © Foto: Carina Tietz

Marseille La Castellane: Hier ist Zinédine Zidane aufgewachsen
Wir erreichen die Straße Chemin de Bernex. Links und rechts befinden sich kleine Grünflächen, doch die können diese trostlose Gegend auch nicht aufwerten. Dazwischen stehen diese grauen Mehrfamilienhäuser, die hier allerdings nicht ganz so hoch sind. Am Anfang der Straße steht ein großes Hinweisschild mit der Aufschrift La Castellane. Auf Zinédine Zidane deutet nichts hin. Ich weiß nur den Straßennamen, die Hausnummer kenne ich nicht. An einem der Häuserparkplätze halte ich an, drehe die Scheibe herunter und spreche eine älteren Herrn an. Er schaut verstört auf das Nummernschild. „Aus Deutschland“, sagt er, noch bevor ich meine Frage stellen kann. Ich nicke freundlich und er kommt näher an den Wagen heran. Sein Pullover hat ein Loch und die Jogginghose, die er trägt ist dreckig. Er stützt sich auf einen Stock auf und hält sich mit der anderen Hand am geöffneten Wagenfenster fest. Seine Hände sind unsauber und seine Fingernägel ungepflegt. Spiegelt er die Gesellschaft von La Castellane wider? Er lächelt mich freundlich an. Ich sehe in sein Gesicht und erkenne, dass er arabischer Herkunft ist. Ich frage nach Zinédine Zidane. Er lächelt noch freundlicher und seine dunklen Augen glänzen. Er zeigt auf den mehrstöckigen Betonbau herüber. Wahrhaftig, ich stehe direkt vor dem Haus indem Zinédine Zidane seine Kindheit verbracht hat. Mir läuft ein kalter Schauer über den Rücken. Das ist also die Gegend, die Dan Franck so eindrucksvoll beschrieben hat? Ich kenne die Erzählungen aus dem Buch genau und bin bewegt. Der Mann steht noch immer lächelnd am Auto. Ich schaue ihn wieder an und dann beginnt er zu erzählen: „Zinédine ist unser Junge und sein Fußball ist“, er hat Tränen in den Augen, drückt seine Finger zusammen, führt sie zum Mund und küsst sie. Ich frage ihn, ob er Zinédine Zidane persönlich kennt. Stumm nickt er und schließt verehrend seine Augen. Der deutsche Wagen hat Neugierige angezogen. Zwei Männer Mitte 20 nähren sich unserem Wagen. Sie begrüßen den älteren Mann und sehen mich mit finsterer Miene an. Sie sprechen arabisch miteinander. Ich kann nur das Wort Zidane verstehen. Der düstere Gesichtsausdruck verschwindet blitzartig. Freundlich lächeln sie mich an und begrüßen mich. „Zizou ist einer von uns. Hier gehört er hin, hier oben nach La Castellane! Wir sind kein Abschaum, wir sind Menschen!“ Seine Stimme wirkt fast laut und schreiend. Mein Sohn ist ausgestiegen und fotografiert mit seinem Smartphone. Die drei Männer lächeln ihn an. „Na, wie heißt Du denn?“, fragt der ältere Mann ihn. Mein Sohn sagt ganz nebenher: „Zinédine!“ Ungläubig sieht er meinen Sohn und dann mich an. Die beiden anderen Männer stehen da, als hätte sie der Blitz getroffen. Dann beginnt ein lautes Gerede. Alle durcheinander und wild gestikulierend! Ich steige aus dem Wagen aus. Der ältere Mann reicht mir die Hand und küsst mich auf die Wange. Dann flüstert er leise: „Merci!“. Die beiden Jungen fragen mich, warum ich ihn Zinédine genannt habe? Ich muss nicht lange überlegen: „Weil Zinédine Zidane für mich immer noch der beste Fußballer aller Zeiten ist. Weil es nie einen Fußballspieler gab, der so ein Ballgefühl hatte. Zinédine Zidane hat mit seinem Ball getanzt. So, als habe er Klebstoff unter seinen Schuhen gehabt. Es war nicht nur sein fußballerisches Können! Nein! Es ist auch seine Geschichte, die hier oben in La Castellane begann. Das Einwandererkind, das der Stolz aller Franzosen ist. Und noch was: Seine Bescheidenheit! Zinédine Zidane ist immer auf dem Teppich geblieben. Er hat nie vergessen, wo er herkam. Sein Heimat, die liegt hier, hier oben, im Norden von Marseille im Problemviertel von La Castellane.“ Ich habe selber Tränen in den Augen. Einer der jungen Männer kommt zu mir herüber und reicht mir die Hand. Der andere redet mit meinem Sohn, aber Zinédine versteht ihn nicht und lächelt nur. Ich steige in den Wagen zurück. Einer der Männer erklärt mir den Weg zum Place de la Tartane. Ich verabschiede mich. Die Männer winken unserem Wagen hinterher. „Hier möchte ich nicht wohnen. Hier liegt ja überall Müll! Ich kann mir nicht vorstellen, dass Zinédine Zidane hier aufgewachsen ist!“
Mein Sohn ist nachdenklich. Wieder erzähle ich ihm die Lebensgeschichte des Weltfußballers. Er kennt sie, aber begreifen kann er sie nicht!



Place de la Tartane: Hier hat Zinédine Zidane seine ersten Bälle gekickt
Ich fahre die Straße Chemin de Bernex weiter entlang. Hinter den Betonblöcken liegt der Place de la Tartane. Ich kann ihn nicht mit dem Wagen erreichen. Ich weiß nicht, was ich tun soll. Meinen Wagen hier abstellen? In diesem Viertel? Ich bin nur wenige Meter gefahren und halte wieder am Straßenrand. Die beiden jungen Männer sind noch in Sichtweite. Ich steige aus und rufe sie zu mir heran. Sie eilen herüber und ich frage nach einem Parkplatz. Sie haben meine Bedenken gleich erkannt, obwohl ich gar nichts gesagt habe. Es ist eben La Castellane! Der eine lotst mich zu einer Häuserfront herüber. Hier parken drei alte Renaults und ein uralter Ford Taunus. Ich fahre in eine der Lücken hinein. Sie versprechen mir, dass sie auf den Wagen aufpassen und lehnen sich an den Kofferraum. Ich habe ein ungutes Gefühl, aber ich lasse mich davon nicht abhalten. Nicht jeder in La Castellane ist ein Verbrecher! Ich nehme meinen Sohn an die Hand und bitte ihn sein Smartphone in die Hosentasche zu packen. Dann gehen wir durch einen der Häuserblöcke hindurch. Hier liegt er nun der Place de la Tartane umgeben von trostlosen Betonklötzen. Kalt wirkt sein rötlicher Asphalt. Daran ändert auch die Pinie nichts, die ein kleines Blumenbeet schmückt. Blumen sucht man in dem Beet vergebens. Dort liegen Dosen und zerschlagene Flaschen. „Mach die Augen zu“, sage ich zu meinem Sohn. Er tut es. „Mit viel Phantasie hörst Du den Ball aufschlagen und oben aus dem Fenster ruft ein arabischer Mann den kleinen Zinédine Zidane vergeblich zum Abendbrot.“ So könnte es gewesen sein! „Hör auf und lass und zurückgehen, „fordert mein Sohn. Ja, wir sollten jetzt gehen, denn den Leuten ist bereits aufgefallen, dass wir hier nicht hingehören! Wieder passiere ich den Durchgang des Häuserblockes. Mein Sohn jammert: „Mann, jetzt habe ich gar kein Foto gemacht.“ Ich nehme ihn in den Arm: „Für bewegende Erinnerungen braucht man keine Fotos! Die manifestieren sich im Kopf“. Mein Sohn lächelt. Die beiden Männer lehnen immer noch an unserem Wagen und bewachen ihn wie einen mit Gold gefüllten Tresor. Ich bedanke mich und will mich verabschieden. Der eine reicht mir wieder die Hand. Der andere nimmt mich sogar in den Arm. Dann deutet er auf das Presseschild, das umgeknickt an der Frontscheibe liegt. „Bist Du von der Presse?“, fragt er. Ich nicke. „Dann schreibe bitte, dass wir hier in la Castellane freundliche Menschen sind! Bitte denke auch an uns und nicht nur an Zinédine Zidane“, er fleht schon fast. Ich nicke, lächele und reiche ihm noch einmal die Hand. Dann lenken sie mich aus der Parkbucht hinaus. Wir winken, ich hupe und biege wieder auf die große Straße ab, die hinunter nach Marseille führt. Jetzt wollen wir uns noch das Stade Vélodrome ansehen!

Obdachlose in Marseille:  Ein Zelt auf der Straße © Foto: Carina Tietz

Obdachlose in Marseille: Ein Zelt auf der Straße © Foto: Carina Tietz





Niedersachsen kaufen über 6 Liter Cola im Monat

Im Jahr 2013 kauften die niedersächsischen Haushalte im Monat durchschnittlich 6,1 Liter koffeinhaltige Erfrischungsgetränke mit Kohlensäure. Wie das Landesamt für Statistik Niedersachsen (LSN) mitteilt, waren dies deutlich mehr als im Bundesdurchschnitt (4,9 Liter). Der durchschnittliche niedersächsische Haushalt konsumierte somit fast ein Viertel mehr Cola und alkoholfreie Cola-Mixgetränke als im bundesweiten Mittel.



Menge an Cola-Verbrauch in Niedersachsen fast verdoppelt
Gegenüber 1998 (3,1 Liter) hat sich die monatlich von niedersächsischen Privathaushalten gekaufte Menge an koffeinhaltigen Erfrischungsgetränken mit Kohlensäure fast verdoppelt. In Niedersachsen war der Anstieg deutlich stärker als im Bundesdurchschnitt, wo der Verbrauch von einem ähnlich hohen Niveau 1998 (3,0 Liter) je Haushalt lediglich um knapp zwei Drittel stieg.
Insgesamt gab der durchschnittliche niedersächsische Haushalt im Jahr 2013 monatlich 4,07 Euro für koffeinhaltige Erfrischungsgetränke mit Kohlensäure (1998 = 2,23 Euro) aus. Im Bundesdurchschnitt lagen die Ausgaben bei 3,13 Euro im Monat.
Den größten Konsum an Cola und alkoholfreien Cola-Mixgetränken hatten Familien mit Kindern mit 12,7 Litern je Haushalt und Monat, während z.B. alleinlebende Männer und Frauen durchschnittlich 3,6 Liter und Paare ohne Kinder 5,0 Liter im Monat verbrauchten. Die durchschnittliche Haushaltsgröße von Haushalten mit Kindern lag bei 3,8 Personen.

Übermäßiger Cola-Konsum in Niedersachsen © Foto: Carina Tietz

Übermäßiger Cola-Konsum in Niedersachsen © Foto: Carina Tietz


Der Cola-Verbrauch in den Restaurants in Niedersachsen zählt nicht dazu
den koffeinhaltigen Erfrischungsgetränken mit Kohlensäure zählten 2013 neben Cola auch alkoholfreie Cola-Mixgetränke. Bis 2008 wurden neben Cola und alkoholfreien Cola-Mixgetränken auch Energiegetränke zu den koffeinhaltigen Erfrischungsgetränken mit Kohlensäure zugeordnet. Seit der Erhebung 2013 werden Energiegetränke separat erfasst; die Kategorie „koffeinhaltige Erfrischungsgetränke mit Kohlensäure“ ist somit inhaltlich enger gefasst als in früheren Erhebungen. Die hier ausgewiesen Daten betreffen nur die im Einzelhandel umgesetzten Getränke. Von dieser Auswertung ausgenommen sind die Getränke als Bestandteil von Verpflegungsdienstleistungen (u.a. in Gaststätten, Restaurants, Cafés, Eisdielen, an Imbissständen und von Lieferservices) sowie die Getränke in Kantinen und Mensen.



Hinweise zur Statistik
Diese Ergebnisse wurden im Rahmen der Einkommens- und Verbrauchsstichprobe (EVS) erhoben. Die EVS wird von den Statistischen Ämtern des Bundes und der Länder seit 1962/63 im Zeitabstand von fünf Jahren durchgeführt, zuletzt im Jahr 2013. In Niedersachsen nahmen im Jahr 2013 rund 6 000 private Haushalte aus allen Bevölkerungsschichten an dieser Erhebung teil, dies entsprach rund 0,2 % aller niedersächsischen Haushalte. Die erhobenen Daten wurden auf die insgesamt rund 3,8 Millionen niedersächsischen Haushalte hochgerechnet. Jeder Fünfte an der EVS beteiligte Haushalt führte einen Monat lang ein „Feinaufzeichnungsheft“. In diesem Heft wurden alle Ausgaben sowie die gekauften Mengen für Nahrungsmittel, Getränke und Tabakwaren eingetragen.



Les Baux de Provence, mystisch und doch faszinierend

Les Baux de Provence ist ohne Zweifel der merkwürdigste Ort der Provence. Er passt so gar nicht in das übliche Landschaftsbild dieser Gegend. Verlassen und fast schon unheimlich wirkt die Straße D27, die sich an steinigen Hügeln vorbei und durch schmale Kurven hinunter nach Le Mas des Vérans schlängelt.



Les Baux de Provence: Vom Tourismus geprägt und doch einsam und verlassen
Les Baux de Provence hat zwei Gesichter. Im Sommer ist das Stadtbild von Touristen geprägt. Dann drängeln sich am Fuße des Ortes Autos und Busse aus ganz Europa. Der Ort selber ist für Fahrzeuge gesperrt. Außerhalb der Saison kann man das Dorf ganz in Ruhe erkunden. Dann kommen nur wenige Besucher in den kleinen Ort am Rande der Alpilles. Überhaupt hat sich Les Baux de Provence in den letzten Jahren sehr verändert. Vor Jahrzehnten zählte Les Baux de Provence noch knapp 4000 Einwohner, heute leben nur noch etwa 400 Menschen in der Ortschaft. Viele Häuser aus dem Mittelalter stehen leer und sind verfallen. Deshalb trägt Les Baux de Provence auch den Beinnamen Ruinendorf.

Das Ruinendorf Les Baux de Provence © Foto: Carina Tietz

Das Ruinendorf Les Baux de Provence © Foto: Carina Tietz

Les Baux de Provence und König Balthasar
Les Baux de Provence war im Mittelalter umkämpft. Die Einwohner galten als hart und kämpferisch. Man nannte sie die Herren von Baux. Als Erkennungsmerkmal galt ihr Stammbaum, den sie selber auf König Balthasar (einer der drei heiligen Könige) zurückführten. Sie bezogen ihre Herkunft auf Bethlehem. So trug ihr Wappen auch einst den Stern von Bethlehem. Im 11. Jahrhundert gehörten zu Les Baux de Provence eine Vielzahl kleiner Ortschaften. Diese Tatsache machte die Herren von Baux zum mächtigsten Geschlecht der Provence.



Die Geschichte von Les Baux de Provence
Les Baux de Provence war einst heftig umkämpft. Schuld daran war die Heirat zwischen Raimond des Baux und einer Prinzessin aus der Provence. Von Eifersucht besessen kämpfte der Graf von Barcelona um die Prinzessin und es kam zu einem langen Krieg um Les Baux de Provence. Dieser Krieg setzte sich später auch unter den nachfolgenden Herrschern fort. Beendet wurde er erst, als die letzte Prinzessin von Baux starb. Dadurch ging Les Baux de Provence an die Grafschaft der Provence und 1481 zu Frankreich über. Doch die Bürger von Les Baux de Provence wehrten sich gegen die französische Zugehörigkeit. Die Franzosen kämpften unter der Herrschaft von König Ludwig XI. heftig um das Bergdorf mit der Folge, dass Les Baux de Provence von den Franzosen eingenommen und größtenteils zerstört wurde.

Spektakuläre Formationen in Les Baux de Provence © Foto: Carina Tietz

Spektakuläre Formationen in Les Baux de Provence © Foto: Carina Tietz

Tipps für den Besuch von Les Baux de Provence
Wer Les Baux de Provence in Ruhe entdecken will, der sollte den Ort im Frühjahr oder im Herbst besuchen. Auch am frühen Morgen und am späten Abend trifft man in Les Baux de Provence nur wenige Touristen an. Die Anreise ist am spektakulärsten über die D27 von nach Le Mas des Vérans bei Saint Remy de Provence. Das gesamte Gebiet lädt zu Wanderungen ein und bietet schöne Fotomotive. Den besten Blick auf Les Baux de Provence hat man vom Val d’Enfer. Es gibt einige Parkplätze am Fuße von Les Baux de Provence, doch die sind gerade in der Hauptsaison sehr begehrt. Alternativ kann man auch entlang der Zubringerstraße parken. Von hier hat man auch einen tollen Blick auf die einzelnen Teile des Ortes. Nach den Anschlägen in Frankreich ist auch in Les Baux de Provence verstärkt Polizei anzutreffen, die vereinzelt Fahrzeug- und Personenkontrollen durchführen. Davon sollten sich Besucher nicht abschrecken lassen. Es dient nur der eigenen Sicherheit.

Günstige Unterkünfte in Les Baux de Provence gibt es bei booking.com



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Niedersachsen: Land der Bienen

Niedersachsen wird immer mehr zum Bienenland: Von 2011 bis 2015 hat die Gesamtförderung für Neu-Imker um rund 37 Prozent zugenommen und ist auf mehr als 100.000 Euro angestiegen. Insgesamt erhielten bislang 2143 Neu-Imker mit rund 9500 Völkern etwa 450.000 Euro. „Ich freue mich riesig über das große Interesse“, sagte Niedersachsens Agrarminister Christian Meyer heute (Donnerstag) vor Journalisten im Ministeriumsgarten. Denn: Das Ministerium macht mit bei der Aktion „Hannover summt“. Mittlerweile haben im Ministeriumsgarten drei Bienenvölker ihr Zuhause gefunden, in drei Bienenstöcken tummeln sich etwa 150.000 Bienen.



73 Kilogramm Frühjahrshonig in Niedersachsen
Betreut werden sie von Imkerin Tina Heinz, die wie schon im vergangenen Jahr exquisiten Ministeriumshonig geerntet hat. Der Frühjahrshonig ist bereits in Gläsern abgefüllt, das Ergebnis kann sich sehen lassen: Betrug die Ernte 2015 fast 30 Kilogramm, „so sind dieses Jahr ungefähr 73 Kilogramm zusammengekommen“, so Heinz. „Hannover summt“ ist aus einer Bewegung entstanden, die bereits Anfang der 1980er-Jahre in Paris ihren Anfang nahm. Deutschland hat sich der Initiative vor einigen Jahren angeschlossen, bundesweit folgen seitdem immer mehr Städte der Aktion, darunter auch Hannover. Meyer: „Entscheidendes Ziel ist dabei, nicht nur auf dem Land, sondern auch in den Städten ein Bewusstsein dafür zu schaffen, wie wichtig ausreichende Nektar- und Pollenquellen für Honig- und Wildbienen sind. Deshalb fördert das Land zum Beispiel auch mit großem Erfolg die Aussaat von Blühstreifen.“ In der Tat: „Mit insgesamt fast 17.500 Hektar sind die Blühstreifenflächen im Vergleich zur vorhergehenden EU-Förderperiode nahezu verdoppelt worden“, sagte Meyer.

Honig ist gesund und lecker© Foto: Carina Tietz

Honig ist gesund und lecker© Foto: Carina Tietz


Die Bienen nutzen der Landwirtschaft in Niedersachsen
Üppige Nahrungsversorgung für die Bienen ist vor allem deshalb so wichtig, weil sie einen unverzichtbaren Beitrag für die Bestäubung vieler Nutz- und Wildpflanzen leisten. Ohne Honig- und Wildbienen wären gravierende Einbußen für die Landwirtschaft die Folge. Und: Vier Fünftel der Kulturpflanzen brauchen eine Bestäubung durch Bienen. „Sie sind für den Menschen überlebenswichtig“, sagte Meyer. „Ohne Bienen geht es auch den Menschen schlecht.“ Der Minister machte dabei auf ein zunehmendes Problem aufmerksam: „Während die Bienen in den Städten über die gesamte Bienensaison mittlerweile ein gutes Nahrungsangebot vorfinden, nimmt dieses in einer zunehmend auch von Monokulturen geprägten
Agrarlandschaft gerade in den Sommermonaten ab und ist unzureichend.“ Die Zeit vom bald beginnenden Spätsommer bis in den Herbst hinein sei für die Bienenvölker immens wichtig. Denn dann beginne die Aufzucht der Winterbienen, „und nur gesunde und gut ernährte Bienen überstehen den Winter“, so Meyer. Sein Appell: „Deshalb sind Blühstreifen so wichtig, denn sie sind für Bienen eine Bereicherung des Nahrungsangebots.“



Bienen in Niedersachsen: Jeder kann einen Beitrag leisten
In der Stadt kann jeder und jede einzelne einen wichtigen Beitrag zur Ernährung der Bienen leisten – mit Balkonpflanzen sowie im Haus- und Vorgarten. Besonders beliebt bei den kleinen Bestäubern: Küchenkräuter wie Majoran, Salbei, Lavendel, Thymian und Zitronenmelisse, aber auch Pflanzen wie Sonnenblumen, Herbstastern und Phacelia. Die insgesamt rund 73.000 Bienenvölker in Niedersachsen dürften sich darüber jedenfalls freuen. Betreut werden sie in Niedersachsen von ungefähr 10.500 organisierten Imkern, hinzukommen auch Imker, die nicht in Verbänden organisiert sind. Zwei Verbände gibt es in Niedersachsen: Den Landesverband Hannoverscher Imker und den Landesverband der Imker Weser-Ems. Im Durchschnitt schaffen sie es, pro Jahr etwa 2500 Tonnen Honig zu produzieren. Zum Vergleich die bundesweiten Zahlen: Etwa 115.000 vor allem im Deutschen Imkerbund organisierte Imker kümmern sich bundesweit um rund 800.000 Bienenvölker. Im Durchschnitt werden in Deutschland jedes Jahr zwischen 15.000 und 25.000 Tonnen Honig erzeugt – etwa ein Fünftel des Verbrauchs in Deutschland.



Für Imkerin Tina Heinz beginnen bereits die Vorbereitungen für die Produktion des Sommerhonigs 2016: Von Mitte bis Ende Juli wird geerntet, Ende September kann er vermutlich abgefüllt werden. Man darf gespannt sein, welche Geschmacksrichtungen er enthält. Agrarminister Christian Meyer zeigte sich jedenfalls schon einmal angetan von einer Kostprobe des Frühjahrshonigs. „Der ist sehr lecker“, sagte Meyer. Kein Wunder, bei diesem Inhalt: Vergissmeinnicht ist ebenso enthalten wie Krokus, Löwenzahn und Raps.

Bewertung Hotel de L´Image in Saint Remy de Provence

Das Hotel de L´Image in Saint Remy de Provence punktet durch seine zentrale Lage und überzeugt mit einladenden Zimmern und einem umfangreichen Wellness-Angebot. Auch der Service und die Ausstattung der Zimmer können sich sehen lassen.



Lage: Hotel de L´Image in Saint Remy de Provence
Das Hotel Hotel de L´Image in Saint Remy de Provence liegt direkt am Stadtring (D99A), Boulevard Victor Hugo. Doch trotz der zentralen Lage ist vom Verkehrslärm im Hotel selber nichts zu spüren. Die berühmte Kirche St. Martin und der Grand Marché kann man in wenigen Minuten bequem zu Fuß erreichen. Am Boulevard Victor Hugo und gleich in unmittelbarer Nähe zum Hotel findet man viele kleine Geschäfte, urige Cafés und eine Vielzahl guter Restaurants. Das Hotel ist auch ein sehr guter Ausgangsort für Ausflüge. Les Baux de Provence und Avignon liegen nur wenige Autokilometer entfernt.

Das Hotel de L´Image in Saint Remy de Provence © Foto: Carina Tietz

Das Hotel de L´Image in Saint Remy de Provence © Foto: Carina Tietz


Ausstattung: Hotel de L´Image in Saint Remy de Provence
Alle Zimmer sind modern und komfortabel eingerichtet. Der Stil nicht immer südfranzösisch, aber dafür sehr geschmackvoll und farblich aufeinander abgestimmt. Das Herzstück des Hotels ist der große Garten mit einem großen Außenpool. Rund um den Pool stehen Sonnenliegen und Sonnenschirme zur Verfügung. Der Garten ist parkähnlich angelegt und bietet einen traumhaften Blick auf die Ausläufer der Alpilles. In der Nähe des Hotels befindet sich noch ein Spa- und Wellnessbereich, der keine Wünsche offen lässt.



Bewertung Hotel de L´Image in Saint Remy de Provence
Das Hotel de L´Image in Saint Remy de Provence überzeugt mit einem hervorragenden Service und ist mit 4 Sternen ausgezeichnet. Es spricht somit überwiegend Gäste an, die viel Wert auf einen hohen und ansprechenden Komfort legen. Ein Standardzimmer kann man bereits ab 220,- € pro Nacht buchen. Für ein Zimmer mit Terrasse zahlt man pro Nacht knapp 350,- €. Eine Nacht in einer Suite beginnt bei 460,- € pro Nacht. Für Kinder gelten gesonderte Preise, wenn sie im Zimmer der Eltern übernachten. Die Kinderpreise sind vom Alter abhängig. Das Hotel de L´Image in Saint Remy de Provence eignet sich ganz besonders für Gäste, die die Provence individuell entdecken möchten.

Günstige Angebote für dieses Hotel gibt es bei booking.com:


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Saint Remy de Provence: Idyll am Rande der Alpilles

Saint Remy gehört zu den schönsten Städten der Provence. Idyllisch liegt die Stadt am Fuße der Alpilles in der grünen und fruchtbaren Region Petit Crau. Das Herzstück der Stadt ist die Kirche St. Martin und der Marktplatz. Hier bieten Händler aus der gesamten Region jeden Mittwoch ihre Waren an. Auch die vielen Straßencafés rund um den Stadtring laden zum Verweilen ein.



Saint Remy de Provence: Das Herzstück ist die Kirche St. Martin
Egal von welcher Seite man in die Stadt hineinfährt, die Kirche St. Martin fällt Besuchern gleich ins Auge. Die Frontfassade mit den vielen Säulen erinnern aber eher an ein amerikanisches Parlamentsgebäude, als an eine Kirche. Sie sind so bestimmend, dass man den eigentlichen Kirchturm erst nach genauem Betrachten wahrnimmt. Die Kirche stammt aus dem vorletzten Jahrhundert. Der Glockenturm wurde aber schon im 14. Jahrhundert gebaut. Die Kirche kann auch von innen besichtigt werden.

Die Kirche St. Martin in Saint Remy de Provence © Foto: Carina Tietz

Die Kirche St. Martin in Saint Remy de Provence © Foto: Carina Tietz

Viele kleine Läden in Saint Remy de Provence © Foto: Carina Tietz

Viele kleine Läden in Saint Remy de Provence © Foto: Carina Tietz

Ein Spaziergang durch Saint Remy de Provence
Saint Remy de Provence kann man am besten zu Fuß erkunden. Parkplätze findet man am Grand Marché an der Rue Lafayette. Mittwochs ist der Platz für Fahrzeuge gesperrt, weil hier der Wochenmarkt stattfindet. Vom Marktplatz aus geht man über die Rue Jaume Roux in das Zentrum der Stadt und folgt der Rue Isidore Gilles. Hier liegen zahlreiche Straßencafés, Souvenirläden und Restaurants. Über die Rue Carnot und die Rue Expilly kommt man zur Kirche St. Martin zurück. In der Nähe der Kirche findet oftmals im Jahr eine kleine Kirmes statt. Es gibt einige Karussells und eine Eis-und Pizzabude.




Cafés in Saint Remy de Provence © Foto: Carina Tietz

Cafés in Saint Remy de Provence © Foto: Carina Tietz


Saint Remy de Provence, ein Ort der Reichen und Schönen
Früher war Saint Remy de Provence ein ruhiger und beschaulicher Ort, der vom wahren südfranzösischen Lebensstil geprägt war. Zwar verweilen die Menschen auch heute noch in den Brasserien und spielen Boule, aber dennoch hat sich die Stadt verändert. Es war Caroline von Monaco, die zuerst vor den Fotografen und vor dem Trubel an der Côte d’Azur hierher floh. Doch auch hier wurde sie von Klatschreportern und Pressefotografen entdeckt. Das hat zur Folge, dass der Ort bald in aller Munde war. Auch andere Prominente, wie zum Beispiel der der Schauspieler John Malkovich siedelten nach Saint Remy um. Es ist ziemlich unwahrscheinlich, dass man in Saint Remy einen Prominenten trifft. Trotzdem lassen die Einheimischen die Touristen gerne in dem Glauben. Mag sein, dass auch der gesamte Prominenten-Trubel dazu beigetragen hat, dass die Preise in den Cafés und Restaurant sehr hoch sind. Wer in Saint Remy einen Kaffee trinken oder ein Eis essen möchte, muss tief in die Tasche greifen. Für eine Tasse Kaffee zahlt man in manchen Cafés über vier Euro und eine kleine Eiskugel ist nicht unter zwei Euro zu bekommen.
Günstige Unterkünfte findet man bei booking.com:


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Eine Tankstelle direkt am Haus in Saint Remy de Provence © Foto: Carina Tietz

Eine Tankstelle direkt am Haus in Saint Remy de Provence © Foto: Carina Tietz

Lambesc an der Hügelkette Chaîne des Côtes

Lambesc hat knapp 9500 Einwohner und liegt etwa 20 Kilometer von Aix-en-Provence entfernt. Der einst sehr beschauliche Ort ist heute ein beliebter Anziehungsort für Urlauber. Die Stadt erlebte in den letzten Jahren einen richtigen Boom. Vor 20 Jahren lebten nur 3500 Einwohner in Lambesc. Nur am Rande des Ortes lagen zwischen duftenden Lavendelfeldern ein paar einsame Ferienhäuser.



Lambesc in der Entwicklung
Als ich vor über 20 Jahren zum ersten Mal einen Urlaub in Lambesc verbrachte, war der der Ort noch beschaulich und ruhig. Es gab in der gesamten Umgebung nur 30 Gästebetten und keinerlei Aktivitäten für Touristen. Das Leben spielte sich nur um den Marktplatz herum ab. Die kleine Bar gibt es heute noch, aber leider wird dort keine Bouillabaisse mehr serviert. Angesiedelt wurde die Stadt am Fuß der Chaîne des Côtes um einen Kirchenhügel herum. Der Verlauf ist noch immer erkennbar, denn der Kirchplatz ist konzentrisch von Boulevards umgeben.

Willkommen in Lambesc in der Provence © Foto: Carina Tietz

Willkommen in Lambesc in der Provence © Foto: Carina Tietz

Spaziergang durch Lambesc
Lambesc lässt sich am besten zu Fuß erkunden. Parkplätze findet man am Boulevard de la République in der Nähe der Post. Das Zentrum und die Kirche Eglise Notre-Dame de l’Assomption sind in wenigen Minuten erreichbar. Die Kirche stammt aus dem 17. Jahrhundert, allerdings wurde der Glockenturm bereits im 14. Jahrhundert errichtet. Der Helm des Turmes wurde bei einem Erdbeben im Jahre 1909 zerstört. Im gesamten Stadtgebiet stehen viele sehenswerte Brunnen und Waschhäuser. Auch viele Stadthäuser und Stadtpaläste aus dem 17. und 18. Jahrhundert prägen das Stadtbild.

Die Kirche Notre-Dame de l’Assomption in Lambesc © Foto: Carina Tietz

Die Kirche Notre-Dame de l’Assomption in Lambesc © Foto: Carina Tietz


Die Umgebung von Lambesc
Die Umgebung von Lambesc lädt zu Spaziergängen und Wandertouren ein. Die Hügelkette Chaîne des Côtes bietet üppig Grünflächen und duftende Lavendelfelder, die durch massives Felsgestein unterbrochen sind. Besonders im Frühling lockt die Region mit blühenden Feldern und Bäumen. In der gesamten Region befinden sich zahlreiche Weingüter (z.B. Domain de Janet), die auch Weinproben, Führungen und Übernachtungsmöglichkeiten anbieten. Günstige Ferienhäuser und Ferienwohnungen in Lambesc findet man bei hier booking.com:



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Weinlexikon: Lagerung und Fasslagerung

Die Länge der Fasslagerung ist unterschiedlich. Sie hängt sehr stark von den einzelnen Weinsorten ab. So werden die Qualitätsstufen des Weines auch durch eine Mindestlagerzeit im Holzfass bestimmt. Natürlich kommt es auch auf die Haltbarkeit an. Junge Weine sollte nicht lange gelagert werden. Alte Weine brauchen dagegen eine längere Lagerung, um optimal zu reifen. Durchschnittlich kann man sagen, dass der Wein zwischen drei und neun Monate im Fass bleibt. Danach wird er erst in Flaschen umgefüllt.



Die Abfüllung in die Flaschen kann per Hand oder maschinell erfolgen. Obwohl in der Weinherstellung viele Arbeitsschritte modern ersetzt und unterstützt werden, hat sich die Abfüllung in Glasflaschen noch immer Tradition. Die Form der Weinglasflasche sollte schon vor Jahrhunderten an die Kellergewölbe erinnern, in denen der Wein gelagert wird. Nach Weinstudien gibt es die Weinflasche bereits seit Christi Geburt. Sie wurde praktisch erfunden, als die Menschen mit der Glasbläserei begannen. Allerdings ließ die Form noch zu wünschen übrig. Die Flasche blieb nicht stehen und war ziemlich unförmig. In Italien hatte man damals eine Idee, die zur Erhaltung der Tradition oft noch heute zu finden ist. Man umwickelte die Flasche einfach mit Bastkordeln, bis sie einen glatten Boden bekam und schließlich eigenständig stehen konnte. In Bastflaschen wurde mit Vorliebe Chianti gefüllt.



Weinlexikon: Nach der Gärung

Nach der Gärung ist der Wein noch ganz jung. Er enthält immer noch einen Anteil an festen Stoffen. Diese beeinflussen nicht nur sein Aussehen, sondern auch seinen Geschmack. Daher erfolgt knapp drei Wochen nach Ender der Gärung der erste Abstich. Dazu wird der Wein in andere Behälter gefüllt, wenn sich die festen Bestandteile auf dem Fassboden befinden. In Deutschland erfolgt der erste Abstich immer im Winter. Danach ruht der Wein für vier bis sechs Wochen. Erst dann kann der zweite Abstich erfolgen. Enthält der Wein dann immer noch trübe Feststoffe, nimmt der Winzer eine Schönung vor. Er darf nun eine bestimmte, gesetzlich erlaubte Menge an Substanzen beimischen, die die festen Bestandteile des Weines binden und ausfällen. Eventuell wird der Wein noch gefiltert. Durch Abstiche und Schönung reifen Weine früher. Eine natürliche Reifung würde das Absinken der Trübstoffe erst viel später bewirken. Die zeitliche Abfolge der Prozesse kann variieren. Entscheidend ist hier die Weinsorte. Bordeaux-Weine müssen zum Beispiel lange in den Fässern lagern. Deshalb liegen die Abstiche bei Bordeaux-Weinen weiter auseinander. Wesentlich kürzer ist der Intervall bei Beaujolais-Weinen. Diese kommen schon sechs Wochen nach der Lese in den Handel. Französische Weißweine füllt man gleich von der Hefe auf die Flasche. Dadurch enthalten französische Weißweine viel Kohlensäure, die durch die Gärung entsteht. Sie schmecken so fruchtig und frisch. Der Nachteil ist allerdings die kurze Haltbarkeit.




Der Verschnitt hinterlässt bei Kunden nicht immer einen guten Eindruck. Sie glauben, dass der Verschnitt die Qualität des Weines beeinflusst. Das ist aber völlig falsch. Viele Spitzenweine, wie zum Beispiel der Cotes du Rhone oder die Bordelais-Weine entstehen erst durch Verschnitt. Zudem ist der Weinverschnitt gesetzlich geregelt.



Weinlexikon: Gärende Weine und mit Schwefel haltbar gemachte Weine

Gärende und hefetreibende Weine, wie zum Beispiel Federweißer sind Spezialweine, die nur in offenen Flaschen in den Handel kommen. Ein Korken kann aufgrund der ausweichenden Kohlesäure nicht angebracht werden.
Die meisten Weine werden durch Schwefeln haltbar gemacht. Das geschieht unmittelbar nach der Gärung. Durch die Schwefelung wird die Oxidation des Weines verhindert. Oxidation könnte ohne Schwefeln durch die Einwirkung von Luft und Sauerstoff entstehen. Nichtgeschwefelte Weine werden sehr schnell schal und ungenießbar. Der Schwefel ist geschmacklos. Er eignet sich deshalb auch hervorragend um die Holzfässer hygienisch sauber zu halten und sie vor Schimmel zu schützen. Obwohl der Schwefel sich beim Weingenuss nicht bemerkbar macht und geschmacksneutral ist, kann er vereinzelt Kopfschmerzen oder auch Hautausschlag hervorrufen. Wer gegen Schwefel allergisch ist, sollte zu Bioweinen greifen. Die Erzeuger von Bioweinen dürfen nur extrem niedrige Schwefelmengen einsetzen.




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