Auswandern nach Dänemark: Johannes hat es geschafft

Daran hätte Johannes wohl im Traum nicht gedacht. Zwei Jahre Arbeitslosigkeit liegen hinter ihm, als er 2007 mit seiner Frau und seinen beiden Kindern Deutschland den Rücken kehrt. Heute ist er ein glücklicher und zufriedener Mensch. Mittlerweile hat er sogar ein eigenes Haus und nach Deutschland zurück will er nie wieder.

Es begann im Frühjahr 2007. Auf einer Jobmesse knüpft Johannes Kontakt zu einer dänischen Firma, die Bleche kantet. Er ist gelernter Maurer, aber bereit jede Arbeit anzunehmen, um endlich die Arbeitslosigkeit hinter sich zu lassen. Zwei Wochen nach der Messe, erhält er überraschend einen Anruf aus Norddänemark. Gerne würde man ihm eine Chance geben und lädt ihn zum Vorstellungsgespräch auf die Insel Mors ein.

Bis dato war Johannes nur einmal im Urlaub in Dänemark, doch das ist Jahre her. Trotzdem nimmt er die Einladung an und macht sich auf den Weg an den Limfjord. Ein Tag später kehrt er mit einem Arbeitsvertrag in der Tasche zurück nach Deutschland. Seine Frau ist skeptisch, aber bereit den Schritt zu gehen. Die Zwillinge sind gerade drei Jahre geworden und realisieren Auswanderung ihrer Eltern noch gar nicht.



Vier Wochen später macht sich Johannes auf den Weg nach Dänemark. Seine Frau und die Kinder bleiben zunächst in Deutschland. Später, nach Ablauf der Probezeit wollen sie nachkommen. Die Kollegen sind nett, die Bezahlung stimmt und Johannes ist begeistert. Drei Monate später brechen sie alle Zelte in Deutschland ab und kaufen ein kleines Haus in der Nähe von Nykøbing. Die Zwilling knüpfen im Kindergarten schnell Kontakte und die „Tysken“ sind bald bekannt wie ein bunter Hund. Auch das Johannes eigentlich Maurer ist spricht sich schnell herum. Handwerker sind begehrt und die ortsansässigen Firmen buhlen um ihn. Nach einem halben Jahr in Dänemark arbeitet Johannes wieder als Maurer. Er verdient sehr gutes Geld und hat sich in nur zwei Jahren zum Vorarbeiter nach oben gekämpft. Mit dem Dänisch klappt es jeden Tag besser. Die Kinder sprechen die Sprache mittlerweile fließend und er und seine Frau besuchen einmal pro Woche eine Sprachschule. Am Wochenende treffen sie sich mit anderen Auswandern aus Deutschland. Dann wird beim Bier geklönt und gegrillt.



Johannes ist überglücklich und auch seine Frau ist sich jetzt sicher, aus Dänemark weg wollen sie nie mehr. Auch wenn der Winter ganz schön lang und dunkel sein kann. Aber das geht vorbei und dafür ist der Sommer hell und warm. Das beste ist jedoch, dass ihre Kinder im eigenen Garten toben können und es keine finanziellen Sorgen mehr gibt, so wie einst in Deutschland.

Carina Tietz

Freie Journalistin und Autorin

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