Wein-Urlaub wird immer beliebter

Reisen, die sich mit Thema Wein beschäftigen werden immer beliebter. Weltweit bieten Reiseunternehmen Wein-Urlaub und folgen damit einem neuen Trend. Der Weinkenner will gerade im Urlaub nicht auf sein Lieblingsgetränk verzichten. Zudem möchte er sich über den Wein und seine Herstellung informieren.

Wein-Urlaub in Deutschland
Deutschland bietet eine Vielzahl an Weinreisen an. Diese können über Reiseunternehmen pauschal gebucht oder ganz individuell nach eigenen Vorstellungen gestaltet werden. Die Deutsche Weinstraße eignet sich hervorragend für lange Radtouren. Einige Radwege führen direkt durch die Rebenhänge und bieten ein eindrucksvolles Panorama. Die bekannten Weinorte an der Mosel, wie zum Beispiel Cochem oder Boppard locken auch viele Tagestouristen an. Vereine oder Firmen kommen zu einer Weinprobe. Sie genießen regionale Speisen und verköstigen edle Weine.



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Die Hotels entlang der Weinflüsse Mosel, Saar, Ruwer, Ahr und Rhein sind auf Weinliebhaber eingestellt. In Zusammenarbeit mit den lokalen Touristikeinrichtungen und Touristikvereinen bieten sie interessante Programme an. Es gibt zum Beispiel Führungen durch die Kellereien oder Wanderungen durch die Weinberge. Die meisten Angebote werden von erfahrenen Lektoren und Reiseführern unterstützt, die mit dem Thema Wein bestens vertraut sind. Kleine regionale Touristikunternehmen bieten zudem Kurzreisen mit dem Bus an. Dabei verbringen die Urlauber ein unvergessliches Wochenende inmitten der schönsten Weinstädte Deutschlands. Neben über Übernachtung und Vollverpflegung wird das Angebot durch Weinproben und Kellereibesichtigungen abgerundet. Die Ahr ist bekannt für ihre sommerlichen Weinfeste. Dann strömen Gäste aus ganz Deutschland nach Ahrweiler, Bad Neuenahr, Altenahr und Mayschoß. In den Restaurants und Weinstuben vor Ort werden Weine aus der Region feierlich präsentiert. Die Hotels bieten günstige Übernachtungspauschalen an und punkten mit vielen Aufmerksamkeiten.




Wein-Urlaub auch für Erholungssuchende
Auch Urlauber, die Ruhe suchen sind in den deutschen Weinanbaugebieten sehr gut aufgehoben. Gerade in den Wintermonaten wird es im Rheingau und an der Weinstraße etwas ruhiger. Dann kommen die wahren Weinkenner und lassen sich kulinarisch verwöhnen. Es gibt besonderen Weinproben mit Krimigeschichten oder ausführlichen Informationen und Vorträgen über Weinverarbeitung. Ein echtes Highlight sind auch die Weihnachtsmärkte. Hier kann man sich mit vorzüglichen Tropfen für das Fest eindecken.



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Wein-Urlaub direkt beim Winzer
Auch immer mehr Winzer sind im Touristikgeschäft tätig. Sie haben sich dort ein zweites Standbein geschaffen. Viele schätzen auch die harmonierende Kombination zwischen Wein und Urlaub. Einige Winzerbetriebe und Kellereien haben sich zu Weinhotels entwickelt. Der Urlauber kommt direkt auf das Weingut und kann alle Prozesse rund um die Weinherstellung hautnah erleben. Eine umfangreiche Weinprobe im Ambiente des Weinkellers ist inbegriffen. Zum Teil können Gäste auch die Lese begleiten. Innerhalb einer Fragestunde gibt der Winzer detaillierte Informationen rund um den Wein. Die Angebote der Winzer, Weingute und Kellereien richten sich an ein breites Publikum. Selbst Familien mit Kindern verbringen hier ihren Urlaub. Während die Eltern die Weinprobe genießen, wird der Nachwuchs rund um betreut.

Selbst Wein und Wellness wird heute mit einander verknüpft. Am Tag lässt man sich mit Massagen und bei Saunabesuchen verwöhnen und am Abend genießt man eine Vielzahl von Weinen. Diese werden mit kulinarischen Köstlichkeiten serviert.




Wein-Urlaub in der Toskana
Neben Deutschland spiele auch andere europäische Ländern bei der Kombination aus Weinanbau und Urlaub eine große Rolle. In Italien bieten Weinbauern schon seit vielen Jahren Zimmer zum Übernachten an. Dabei darf der Urlauber dem Weinbauer dann über die Schulter schauen und kann sich zum Thema Wein informieren. Auch Führungen durch die Weinregionen und Weinverköstigungen stehen auf dem Programm. In der Toskana werden auch Ferienhäuser innerhalb der Weinanbaugebiete vermietet. Hier können Weininteressenten ganz in Ruhe Urlaub machen und den einmaligen Blick auf die Hügel genießen. Sie sind umgeben von Rebstöcken und diese bietet gerade im Sommer einen herrlichen Duft. Edel Weine aus den angrenzenden Weingütern werden dann exklusiv geliefert. Oft handelt es hierbei um einzigartige Weine, die erst gar nicht in den Handel kommen, sondern nur für die Urlauber gekeltert werden.

Wein-Urlaub direkt beim Winzer © Foto: Carina Tietz

Wein-Urlaub direkt beim Winzer © Foto: Carina Tietz

Wein-Urlaub in Frankreich
In Frankreich zieht es Weinkenner nach Burgund und in die Provence. Die Provence ist bekannt für zahlreiche Familienkellereien. Diese öffnen für Touristen sehr gerne ihre Türen. Weine, die hier präsentiert werden sind sehr exklusiv. Oft werden nur wenige Flaschen hergestellt. Übernachten können die Weinkenner direkt auf dem Weingut oder in Ferienhäusern. Diese liegen zum Teil abgelegen inmitten von Weinreben und Lavendelfeldern. Die Häuser sind einfach und komfortabel ausgestattet. In Richtung der Touristengebiete findet man auch Unterkünfte mit luxuriöser Ausstattung und Pool. Für Gäste finden mehrere Weinproben statt. Täglich wird frischer Landwein geliefert. Der kommt in nicht handelsüblichen Flaschen und Kisten. Dafür hat er aber einen ganz eigenen Geschmack, der jeden Weinkenner gleich verzückt. Burgund gehört zu den bekanntesten Weingebieten Frankreichs. Der Urlauber merkt gleich, dass sich hier alles um den Wein dreht. Überall gedeihen die Reben. Die Stille in den Weinhängen ist einzigartig. Sie wird nur unterbrochen durch die rege Betriebsamkeit an den Weingütern. Hier stehen schwere Stühle und Tisch aus Waschbeton oder Vollholz. Touristen probieren die feinen und fruchtigen Weine.



Wein-Urlaub in Südafrika, Neuseeland und Australien
Mit den steigenden Zahlen der Fernreisen ist auch die Bekanntheit der weltweiten Weinregionen deutlich angestiegen. Weinkenner zieht es nach Kalifornien, Südafrika, Neuseeland, Australien und selbst nach Ägypten. Rund um Adelaide liegen viele australische Weinanbaugebiete. Das heiß feuchte Klima steht für Spitzenweine. Die Güter bieten Übernachtungspauschalen an. Neben Spitzenweinen lockt Südafrika mit einer reizvollen Landschaft. Das ist eine gute Kombination, um einen unvergesslichen Urlaub zu erleben. Die Weinrouten führen von Kapstadt nach Klein-Karoo und Klawer. Hier sind viele Individualreisende mit dem Wohnmobil unterwegs. Wer einen dicken Geldbeutel besitzt, kann in den luxuriösen Weinhotels nächtigen.

Wein-Urlaub in Süd-Frankreich © Foto: Carina Tietz

Wein-Urlaub in Süd-Frankreich © Foto: Carina Tietz

Weinanbau in islamischen Ländern
Das gab es schon um 3000 vor Christus. Zur Zeit des Alten Reiches wurde schon in Ägypten Wein hergestellt. Zwischenzeitlich wurde die Weinherstellung wieder eingestellt. Erst 1903 erfand man den Wein der Pharaonen und baute wieder Reben an. Rund um Alexandria liegen Rebflächen. Urlauber können Wein und Historisches in Alexandria miteinander verbinden. Wahre Weinfreunde zieht es aber zu den ägyptischen Kleinbauern. Sie bauen rund um Alexandria europäische Reben an. Der Geschmack ist unterschiedlich. Die Gäste übernachten zwar in einfachen Häusern, aber dafür genießen sie erlesene Weine mit einem einzigartigen Geschmack.

Wein-Urlaub am schönen Rhein © Foto: Carina Tietz

Wein-Urlaub am schönen Rhein © Foto: Carina Tietz

Wein-Urlaub in den USA
Weinurlauber in den USA stoßen auf ganz unterschiedliche Regionen. Ruhig und abgelegen ist die Gegend um Sonoma County. Hier übernachten Urlauber in Holzhütten, die inmitten von knorrigen und alten Rebstöcken stehen. Die Gäste sind herzlich willkommen, aber die Gastgeber sind zurückhaltend. Urlauber erhalten hier nur sehr selten Einblicke in die Herstellung. Offener geht es im Napa Valley zu. Hier gehören Weinexperten aus aller Welt zum alltäglichen Geschehen dazu. Ganze Busse rollen durch die Weinanbaugebiete und die spätere Weinverköstigung ist ein großes Spektakel. Einige Touristikunternehmen bieten spezielle Rundreisen für Weinfreunde an. Diese führen von Oregon hinunter bis zum Golf von Kalifornien oder von Maine bis Missouri.



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Kreuzfahrt durch das Mittelmeer

Eine Seereise durch das Mittelmeer gehört zu den Kreuzfahrt-Klassikern. Im westlichen Mittelmeer warten glitzernde Metropolen, wie Barcelona oder Marseille. Im Osten kommt man dem Orient ganz nah in Beirut, Alexandria oder Port Said. Passagiere erleben einmalige Inseln wie Malta, Zypern, Sizilien oder Rhodos. An den Küsten der Türkei warten lebendige Badeorte mit traumhaften Stränden und antiken Gebäuden aus der Vergangenheit.

Barcelona, eines der schönsten Ziele im westlichen Mittelmeer: Foto: © Carina Tietz

Barcelona, eines der schönsten Ziele im westlichen Mittelmeer: Foto: © Carina Tietz




Entlang der Küsten der Provence und der Cote d´Azur

Ein exzentrisches Image als Ort der Reichen und Schönen und einen etwas anderen Lebensstil haben die Cote d´Azur berühmt gemacht. Egal, ob Nizza oder Saint Tropez, überall in den Straßen herrscht gerade im Sommer ein buntes Treiben. Unzählige Cafés und Restaurants entlang der Küste servieren ausgezeichnete französische Weine und die berühmte Fischsuppe „Bouillabaisse“. Die lebhaften Hafenpromenaden laden zum Bummeln ein. Im Hinterland warten historische Bauten und Städte mit dem typischen französischen Flair, wie die Großstadt Marseille oder das beschauliche Aix-en-Provence. Ein beliebtes Ausflugsziel ist Bormes, deren mittelalterliche Altstadt zu den schönsten Stadtkernen Frankreichs gehört. Avignon wartet auf mit der berühmten Brücke Pont Du Gard und dem Papstpalast.

Schiffe vor Malta: Foto: © Carina Tietz

Schiffe vor Malta: Foto: © Carina Tietz

 




Die Inseln im westlichen Mittelmeer

Das westliche Mittelmeer bietet eine ganz Reihe an Inselschönheiten. Korsika ist der Stolz der Franzosen mit seinem typischen Buschwald, der zum Wandern einlädt. Mallorca ist der Landgang-Klassiker bei Kreuzfahrten durch das Mittelmeer. Schon von Bord aus blickt man auf die mallorquinischen Berge. Ein Muss ist ein Bummel durch die engen Gassen der Hauptstadt Palma. Die Smaragdküste Sardiniens bietet alle Voraussetzungen für einen erlebnisreichen Strandtag. Die Schiffe legen im wunderschönen Hafen von Olbia an. Egal ob Catania oder Palermo, Sizilien zeigt sich überall von seiner schönsten Seite. Wie wäre es mit einem Ausflug zum Ätna, vorbei an blühenden Zitronenbäumen und alten Weinguten? Ein beliebter Zwischenhafen auf dem Weg nach Afrika ist La Valetta auf Malta. Die Hafeneinfahrt ist einmalig und von Bord aus blickt man direkt auf den prächtigen Großmeisterpalast, der über den Hafen thront. La Valletta steht komplett unter Denkmalschutz.

Karneval auf Zypern: Foto: © Carina Tietz

Karneval auf Zypern: Foto: © Carina Tietz

Orientalische Eindrücke in den nordafrikanischen Häfen

Zu einer Kreuzfahrt durch das Mittelmeer gehört auch ein Besuch der nordafrikanischen Häfen. In Kombination mit Kanaren-Kreuzfahrten steht ein Stopp in Tanger auf dem Programm. Nirgendwo liegen Europa und Afrika so nah zusammen, wie an der Straße von Gibraltar. Die orientalische Stadt hat eine sehr schöne Altstadt mit vielen Souks und Basaren. Urlauber lieben Tunesiens Strände. Passagiere können hier am Strand relaxen oder auf Tauch- oder Segeltour gehen. Die Wüste lädt zu Oasenausflügen und Kamelritten ein. Ab den ägyptischen Häfen Alexandria und Port Said geht es per Bus weiter in die Hauptstadt Kairo und zu den Pyramiden von Gizeh. Passagiere folgen den Spuren der Pharaonen, machen eine Bootsfahrt über den Nil oder genießen das orientalische Treiben auf den Plätzen von Kairo. Port Said ist das Tor zum Suez-Kanal und man genießt seine Schönheiten am besten bei einer Rundfahrt mit den typisch ägyptischen Caleches. Die Höhepunkte der Hafenstadt Alexandria sind Fort Qait Bey und der Montazah-Palast.

Beirut und die Levanteküste: Foto: © Carina Tietz

Beirut und die Levanteküste: Foto: © Carina Tietz

 

 

Italien, Griechenland und die Türkei

Italien, Griechenland und die Türkei sind klassische Ziele bei Mittelmeer-Kreuzfahrten. Der Höhepunkt Griechenlands sind die Inseln Santorin, Rhodos, Mykonos und Kreta. Die Bucht von Santorin hat etwas Mythisches und die Altstadt von Rhodos lädt zum  Bummeln ein. Auf Mykonos stehen die berühmten Windmühlen und Kreta lockt mit traumhaften Badestränden und historischen Ausgrabungsstätten. Ein Landgang in Venedig ist ein Muss. Vom Kreuzfahrtterminal verkehren regelmäßig Wassertaxen zu den schönsten Plätzen der Stadt. Unvergesslich bleibt ein Spaziergang über den Markusplatz vorbei an den unzähligen Wasserwegen. Sehenswert in der Türkei ist die Metropole Istanbul am Bosporus. Hier warten spektakuläre Bauten, wie die Hagia Sophia und die Blaue Moschee.

Palma De Mallorca, ein beliebter Starthafen: Foto: © Carina Tietz

Palma De Mallorca, ein beliebter Starthafen: Foto: © Carina Tietz




Ich bin dann mal weg!

Mein Büro bleibt bis Ende des Jahres 2016 geschlossen. Ich steige für ein Jahr aus und werde um die Welt reisen. Ab sofort erfahrt Ihr auf meinem Blog alles über meine Reise.

Es wäre schön, wenn Ihr öfter mal vorbeischaut und mich online auf meiner Reise begleitet. Was ich erlebe und wie es mir geht, erfahrt Ihr hier ungeschminkt und wahrheitsgetreu! Ich will, dass Ihr hautnah dabei seid!

Ab dem 30.Dezember 2015 werde ich auch über die Vorbereitungen berichten.

„Der kürzeste Weg zu dir selbst führt einmal um die Welt“ (Richard Hoffmann)




Ab sofort auch Trends, Informationen und Wissenswertes zu den Themen Wein und Kreuzfahrten

Ab sofort findet Ihr auf meinem Blog auch Informationen, Wissenswertes, Kurioses, Interessante und News zu den Themen Wein und Kreuzfahrten. Bei der Themenauswahl habe ich mich an aktuellen Trends orientiert. Im Bereich Wein soll zukünftig ein kleiner Online-Ratgeber entstehen, der Euch zunächst mit dem Thema Wein vertraut macht. Nach und nach werde ich dann beliebte Weinsorten vorstellen und Euch über die neusten Trends informieren.
Die Kategorie Kreuzfahrten richtet sich zunächst an Erstkreuzfahrer. Diese finden hier alle Informationen, die zum Gelingen der ersten Kreuzfahrt beitragen. Im Laufe der Zeit werde ich über eigene Kreuzfahrterlebnisse berichten und Euch auch mit Insiderwissen versorgen.
Für Anregungen und Verbesserungen habe ich immer ein offenes Ohr!!!
Viel Spaß beim Lesen und Entdecken!




Der Sinai: Urlaubsparadies und Kriegsschauplatz

Eigentlich hatte ich immer gehofft, dass sich der ägyptische Staat neu formiert und im ganzen Land endlich Ruhe einkehrt. Doch die Spaltung ist zu groß, das Sicherheitssystem ist zusammengebrochen und der Waffenschmuggel über den Gazastreifen ist ein weiteres Problem. Auch tauchen immer mehr Waffen aus den Arsenalen vom einstigen libyschen Staatschef Muammar al-Gaddafi auf. Experten gehen davon aus, dass vertraute Gruppen der Al Kaida auf dem Sinai ein islamisches Kalifat errichten wollen. Das ägyptische Militär konnte bereits erste Luftabwehrraketen sicherstellen.

Ohne Visa geht in Ägypten gar nichts! Foto: © Carina Tietz

Ohne Visa geht in Ägypten gar nichts! (c) Carina Tietz

Aktuelle Reisehinweise für Ägypten
Angesichts der aktuellen Lage in Ägypten ist es nicht verwunderlich, dass das Auswärtige Amt seine Reisehinweise verschärft hat. Die Bundesregierung rät ab sofort von Reisen auf den Sinai ab. Aktuell sind nun auch die Badeorte betroffen. Mitte Februar kam es zu Anschlägen und Anschlagsversuchen im Badeort Taba. Auch auf dem Süd-Sinai rund um Sharm el Sheikh könnte sich die Lage zuspitzen. Schon jetzt wird von unnötigen „Bewegungen“ außerhalb der Hotels abgeraten. Wer kann, sollte den Sinai verlassen.
Auch für die übrigen Regionen gelten Sicherheitshinweise. So wird vor Reisen in das Nildelta und Fahrten außerhalb der Ballungsgebiete von Kairo und Alexandria abgeraten. Fahrten in die nördlichen Regionen von Luxor sind ebenfalls nicht ratsam. Im ganzen Land kommt es verstärkt nach den Freitagsgebeten zu Demonstrationen, die schnell in blanke Gewalt übergehen und außer Kontrolle geraten. Gefährdet sind hier die Gebiete um den Tahir Platz in Kairo und der Universität in Giza. Aber auch in anderen Orten, wie Port Said kann es spontan zu Demonstrationen kommen. Angespannt ist die Lage auch entlang der ägyptisch-israelischen Grenze. Erst vor zehn Tagen starben drei südkoreanische Urlauber und ein ägyptischer Fahrer bei einem Bombenanschlag auf einen Touristenbus in Taba.

Irgendwo auf dem Sinai (c) Carina Tietz

Irgendwo auf dem Sinai (c) Carina Tietz

Der Sinai zwischen Krieg und Tourismus
Betrachtet man den Sinai einzig von seiner touristischen Seite, dann entdeckt man das Paradies auf Erden. Wer einmal über den Sinai gereist ist, kommt nie mehr davon los. Kupferrote Bergspitzen erheben sich bizarr aus dem Wüstensand. Über Schotterpisten erreicht man abgelegene Beduinensiedlungen, die uns in die Welt aus tausend und einer Nacht entführen. Hinter eindrucksvollen Korallenriffen und einzigartigen Mangrovenwälder verbirgt sich eine unbeschreibliche Tier- und Pflanzenwelt. Ein Sonnenaufgang am Berg Moses bleibt genauso unvergesslich wie ein Tauchgang am Blue Hole. Mir werden die Erlebnisse am Sinai immer in Erinnerung bleiben, denn sie sitzen tief. Wenn ich einen Wunsch frei hätte, dann würde ich mir Demokratie und Frieden für die gesamte Region wünschen. Ich möchte einmal ohne Fahrer, mit einem Mietwagen quer über den Sinai und weiter über Israel nach Jordanien fahren. Ich möchte mich gefahrlos bewegen und die Grenzen ohne demokratischen Aufwand passieren können. Mein Wunsch scheint mir heute unerreichbar zu sein, aber 1987 hätte auch niemand geglaubt, dass die Mauer fällt!

Freundliche Menschen überall auf dem Sinai (c) Carina Tietz

Freundliche Menschen überall auf dem Sinai (c) Carina Tietz

Dahab und Nabq mehr als nur Taucherparadiese
Denkt man an Dahab, dann fällt einem spontan das Blue Hole ein. Das Blue Hole ist eine Art blaues Loch, das von Korallenriffen umgeben ist. Doch Dahab ist weit mehr als ein Taucherparadies. Unbeschreiblich schön sind die Strände. Sie schimmern im Sonnenlicht golden und gaben der Stadt ihren Namen, denn Dahab bedeutet übersetzt Gold. In Dahab erlebt man noch die Anfänge des Sinai-Tourismus. Die Beduinenstadt wurde einst von Israelis errichtet. Schon früh strandeten hier die ersten Hippies. Bis heute gilt Dahab als Anlaufstation für Rucksacktouristen. Interessante Leute aus aller Welt trifft man in den „Low-Budget-Camps“. Hier schläft man in Hütten und sitzt abends in Zelten zusammen und gibt sich der Schönheit dieser Landschaft hin. In Dahab braucht man keine All-inklusive Hotels mit üppigen Buffets und Animation. Hier isst man Ful oder Falafel in typisch ägyptischen Imbissen und trinkt den berühmten Kardamom-Kaffee.
Auch Nabq hat trotz der Nähe zu Sharm el Sheikh seine Ursprünglichkeit behalten. Der Ort ist ein idealer Ausgangspunkt für Ausflüge auf dem Sinai. Die Küste steht unter Naturschutz und das Gebiet um Nabq herum ist als Nationalpark ausgewiesen. Nabq ist ein ruhiger Küstenort, in dem viele Beduinen leben. In den letzten Jahren sind aber entlang der Küstenstraße viele Hotelanlagen entstanden, die zum Teil nur über Privatstraßen erreichbar sind. Vom Sandstrand aus führen Holzstege ins Meer. Die Basare laden zum Bummeln ein.
Das Highlight von Nabq ist der Mangrovenwald. Er ist der größte seiner Art auf der Sinai-Halbinsel. Vor der Küste in den Korallenriffen ragt noch zum Teil das Wrack der Maria Schröder hinaus, die hier im Jahre 1965 sank.

Taucherboote am Sinai (c) Carina Tietz

Taucherboote am Sinai (c) Carina Tietz

Abu Gallum Nationalpark
Wer die unberührte Natur des Sinais kennenlernen möchte ist im Abu Gallum Nationalpark richtig. Der gesamte Park ist ein ausgewiesenes Naturschutzgebiet mit einer Größe von 400 Quadratkilometern. Von Dahab sind es nur 15 Kilometer bis Abu Gallum. Ab dem Blue Hole, nördlich von Dahab, verkehrt regelmäßig eine Kamelkarawane durch den Park. Alternativ kann man ihn natürlich auch durchwandern. Es gibt feste Routen und Wege, die nicht verlassen werden dürfen. Die Kamelkarawane wird von sachkundigen Beduinen begleitet, die den Park wie ihre Westentasche kennen. In Dahab besteht auch die Möglichkeit ein Mountainbike für die Tour zu leihen.
Im Abu Gallum Park herrscht eine himmlische Ruhe. Es gibt keine Hotels und keine Restaurants. Noch nicht mal ein Café oder ein Kiosk ist vorhanden. Mitten im Park gibt es lediglich eine kleine Beduinensiedlung. Der Strand ist ein Paradies zum Schnorcheln. Selbst im flachen Wasser kann man zahlreiche Fischarten bewundern und der Flutsaum lockt mit Unmengen von Muscheln. Auch das Gebirge ist von einer faszinierenden Schönheit. Die Hügel fallen sanfter ab als am übrigen Sinai. Aus dem Boden ragen schwarze Lavasäulen hinauf, die auch unter dem Begriff „Forest of Pillars“ bekannt sind. Die Säulen sind versteinert und von unterschiedlicher Größe. Es sieht aus, als würden sie aus dem Berg hinaus wachsen und sich gegenseitig umarmen. Eine Kuriosität, die man gesehen haben muss!

Einsame Straßen auf dem Sinai (c) Carina Tietz

Einsame Straßen auf dem Sinai (c) Carina Tietz

Die berühmteste Sehenswürdigkeit auf dem Sinai: Das Katharinenkloster
Das Katharinenkloster ist die berühmteste Sehenswürdigkeit auf der Sinai-Halbinsel. Errichtet wurde das Kloster zwischen 548 und 565 auf Befehl Kaiser Justinians exakt an der Stelle, wo Moses laut der Bibel auf den brennenden Dornbusch traf. Die Stätte des brennenden Dornbusches und die Hauptkirche können besichtigt werden. Bei dem Busch handelt es sich um ein Rosengewächs mit dem Namen „Rubus Sanctus“. Trotz der religiösen Bedeutung ist die angrenzende Kapelle des Brennenden Busches ein eher bescheidener Bau.
Das Kloster ist die kleinste Diözese der Welt und das älteste noch aktive Kloster des Christentums. Benannt wurde es nach der Heiligen Katharina. Sie war eine alexandrinische Märtyrerin, die 395 getötet wurde. Angeblich wurden Ihre sterblichen Überreste fünf Jahrhunderte später auf dem Gipfel des Berges gefunden, der ebenfalls Ihren Namen trägt. Die meisten Nonnen und Mönche, die das Kloster bewohnen, stammen aus Griechenland, denn das Kloster gehört zur griechisch-orthodoxen Kirche. An griechisch-orthodoxen Feiertagen bleibt das Kloster geschlossen.
Sehenswert ist auch der umliegende St. Katharinen-Nationalpark. Er lockt mit einem Reichtum an seltenen Tieren und Pflanzen. Rund um das Kloster ist die Heimat des Sinai-Karmingimpels. Ein rosafarbender Sperling, der sogar bis ins Klosterinnere hineinfliegt. Er ist ein seltenes Exemplar, das nur noch im St. Katharinen-Nationalpark und in Palästina zu finden ist. Auf den Gipfeln des Klosters halten sich vermehrt Nubische Steinböcke auf. Der ganze Park ist die Heimat hunderter einheimischer Vogelarten und Zugvögel. Im Park halten sich auch viele Kriechtiere und Schlangen auf. Gerade am Mittag, wenn die Sonne brennt, ist der ägyptische Dornschwanz unterwegs. Mit etwas Glück kann man auch die vielen Wüstenagamen bewundern. Aber auch Tiere aus anderen Kontinenten haben hier eine Heimat gefunden: Wölfe aus Europa und Einödgimpel aus Asien.
Mit der Kobra und der Sandviper leben auch zwei Schlangenarten im Nationalpark. Darüber hinaus gibt es Skorpione und die ein oder anderen Echsen.

Rund um das Katharinenkloster
Sinai Peace Junction / Wadir Bi Nafekh
Kurz vor dem Katharinenkloster führt eine ungefähr 5 Kilometer lange Sand- und Steinpiste ins Wadir Bi Nafekh. Hier hat, sehr zum Entsetzen der Naturschützer, der belgische (Aktions-) Künstler Jean Verame seine Spuren hinterlassen. Der damalige ägyptische Präsident gab dem Künstler die Erlaubnis ein Felsengebiet mit einer Größe von 14 Quadratkilometern zu bemalen. Die Aktion war als Symbol des Friedens gedacht und verschlang über zehn Tonnen Farbe. Jean Verame nannte das Kunstwerk „Sinai Peace Junction“, das auch den Beinamen „Blaue Berge“ trägt.


Wadi Feiran / Oase Feiran
Vom Mosesberg erreicht man über den Watia-Pass den Wadi Feiran und die Oase Feiran. Sie ist die bedeutendste Oase des Sinai und gilt als biblisches Refidim, an dem Moses mit dem Stab Wasser aus dem Felsen schlug. Später kämpften hier Israeliten gegen Amalekiter. Zahlreiche Ausgrabungen belegen eine frühe christliche Besiedlung. Die Oase Feiran liegt am Fuße des Serbal Massivs und in der engsten Stelle des Wadi Feiran. Sie soll Raphidim gewesen sein, die letzte Etappe der Hebräer vor dem Berg Sinai während des Auszuges aus Ägypten. Bevor das Katharinenkloster entstand, war die Oase Feirum eine religiöse Anlaufstätte, in der im Jahre 400 ein Bistum gegründet wurde. Auf einem Hügel unmittelbar im Zentrum der Oase findet man noch die Ruinen eines Klosters und einer Kirche. In Feiran leben einige hundert Menschen, die von der Viehzucht und den Anbau von Früchten, Datteln und Getreide leben.

Strände auf dem Sinai (c) Carina Tietz

Strände auf dem Sinai (c) Carina Tietz

Wadi Mukattab (Mokattib)
Nördlich der Oase, bevor die Straße zur Küste hinunter führt, liegt in 10 Kilometer Entfernung Wadi Mukattab. Wadi Mukattab trägt auch den Beinamen „Das Tal der Inschriften“. Zu sehen gibt es einige antike Graffitis, die noch aus der Zeit der Nabatäer (2. Bis 3. Jahrhundert v. Chr.). Die älteste Inschrift in Wadi Mukattab soll nach Einschätzungen von Forschern schon 2600 Jahre vor Christus entstanden sein. Sie soll von Pharao Sechemchet stammen, der mit der Zeichnung seinen siegreichen Kampf gegen Räuber und Wegelagerer dokumentierte.

Serabit el-Khadim
Nordwestlich der Oase von Feiran liegt Serabit el-Khadim mit seinem berühmten Tempel. Der Tempel stammt nach Schätzungen von Archäologen aus der Zeit des Mittleren Reiches. Die Stelen des Tempels sind der Hathor und den Herrschern des Niltales geweiht. Hathor ist die Göttin der Türkise.

Der Berg Moses (Gebel Musa)
Der Berg Moses gehört zu den geschichtsreichen Orten auf dem Sinai. Hier soll Moses die Gesetztafeln mit den 10 Geboten von Jahwe, dem Gott der Hebräer, erhalten haben. Der Berg ragt südlich des Katharinenklosters 2285 Meter empor.
Der Aufstieg zum Gipfel ist anstrengend und nur für geübte Wanderer zu empfehlen. Grundsätzlich sollte man den Berg nur in Begleitung eines Guides besteigen. Der Aufstieg dauert für sportliche Menschen mindestens 2 ½ Stunden. Ungeübte brauchen deutlich länger. Die meisten Wanderer besteigen den Gipfel in der Nacht über den Anstieg El Bashait. Diese Strecke kann man auch auf den Rücken eines Kamels bewältigen. Die letzten 750 Stufen zum Gipfel erreicht man nur zu Fuß.
Es gibt auch eine kürzere Route (Siket Sayidna Musa) „der Weg des Moses“, die aber sehr steil hinaufgeht. Sie führt über eine Pilgertreppe mit 3750 Stufen.
Wer den Berg tagsüber besteigt, sollte genügend Getränke mitnehmen. Die Sonne scheint hier gnadenlos vom Himmel.

Bizarre Felsen auf dem Sinai (c) Carina Tietz

Bizarre Felsen auf dem Sinai (c) Carina Tietz


Ras Mohammed Nationalpark: Die Sehenswürdigkeit im Süden
An der Südspitze des Sinai liegt der Ras Mohammed Nationalpark. Pauschaltouristen fahren meistens mit dem Tauchboot direkt ab der Naama Bay über dem Wasserweg zum Nationalpark. Man kann den Park aber auch alternativ über den Landweg mit dem Mietwagen oder mit einem Taxi erreichen. Im Park gibt es eine Tauchstation (in Höhe der Bucht) und ein Besucherzentrum. Hier kann man sich einen Film ansehen und Broschüren über den Park erhalten.
Der Ras Mohammed war der erste Nationalpark Ägyptens, der im Jahre 1991 entstand. Die damalige EG griff Ägypten finanziell bei der Umsetzung unter die Arme. Früher war der Park an der Spitze des Süd-Sinai von strategischer Bedeutung und war viele Jahre militärisches Sperrgebiet. Damals patrouillierten hier Marineschiffe. Vor der Südspitze liegen viele Schiffswracks, die bei Angriffen versenkt wurden.
Heute gibt es weit über 150 Kilometer markierte Wege und Pfade. Der Park hat eine Gesamtgröße von 480 qkm. Er wird von Rangern überwacht. Am Küstensaum existieren ca. 150 verschiedene Korallenarten. Zu den Meeresbewohnern zählen Meeresschildkröten, Delphine und Haie. An Land streifen Füchse und Nagetiere durch das Gebiet. Zudem ist der Ras Mohammed Nationalpark ein Rückzugort vieler seltener Vogelarten.
Der Begriff Ras bedeutet übersetzt so viel wie Kap. Die Mangroven am Kap sind übrigens die nördlichsten in dieser Hemisphäre.

Mein Büro bleibt vom 28. Juni bis zum 12. Juli 2013 geschlossen

Liebe Leser, Kunden, Autoren, Lektoren und Auftraggeber,

nach den angespannten Hochwassertagen werde ich nun in den wohlverdienten Urlaub gehen und meiner Kreativität wieder zu neuen Impulsen und Anregungen verhelfen. Daher bleibt mein Büro vom 28. Juni bis zum 12. Juli 2013 geschlossen.

Das erste eBook meiner neuen eBook-Ratgeber-Reihe ist im Moment im Lektorat und wird dann um den 20. Juli herum erscheinen. Mehr will ich jetzt aber noch nicht verraten!

Alle laufenden Projekte ruhen bis zum 10. Juli. Die Korrekturschleifen laufen noch bis zum 29. Juni.

Neue Projekte und Aufträge nehme ich erst wieder ab dem 12. Juli 2013 an.

Vom 3. bis zum 10. Juli bin ich weder telefonisch noch per E-Mail zu erreichen.

Ich wünsche Euch schöne und erholsame Ferien!

Carina Tietz

Eine Wanderung durch den Fisch River Canyon

Der Fish River Canyon ist der größte Canyon Afrikas und ist, nach dem Grand Canyon, der zweitgrößte Canyon der Welt. Er liegt im südlichen Namibia und hat eine Länge von 160 Kilometern. Das ausgewaschene Flussbett des Fischflusses hat eine Breite bis zu 27 Kilometern. An einigen Stellen ist der Fish River Canyon mehr als 500 Meter tief. Eine Wanderung durch den Fisch River Canyon ist ein Muss für alle Namibia-Besucher. Mein Reisebericht über die Wanderung durch den Fisch River Canyon erzählt von den einzigartigen Erlebnissen.

 

Mein Schiff 1 Kanarische Inseln

von Carina Tietz

Nach zwei Seetagen und zwei Stopps in Agadir und Funchal steuert die Mein Schiff 1 heute La Palma an. Laut Plan soll das Schiff gegen Mittag anlegen. Es ist noch früh am Morgen. Die meisten Passagiere haben bis in die Nacht hinein getanzt und schlafen noch. Nur auf der Jogging-Meile gehen zwei Läufer ihren sportlichen Betätigungen nach. Im Whirlpool genießt ein älteres Ehepaar die aufgehende Sonne. Es weht ein laues Lüftchen bei knapp 20°C Außentemperatur.

Die Mein Schiff auf dem Weg nach La Palma
Ich beginne meinen Tag mit einem ausgiebigen Frühstück auf dem Außendeck. Das kulinarische Angebot auf der Mein Schiff ist erstklassig. Ich nippe am Sektglas und genieße das frische Obst und den leckeren Käse. Am Horizont kann man schon die ersten Felsen von La Palma entdecken. Mittlerweile ist es zehn Uhr. Die Sonne brennt vom Himmel herunter. Der Kapitän meldet sich zu Wort. Es soll ein heißer Tag werden. In Deutschland herrscht tristes Februarwetter und ich lasse mir bei weit über 20°C an der Poolbar einen Cocktail schmecken. Das Sonnendeck ist gut gefüllt. Viele Liegen sind besetzt und man hat ein atemberaubendes Panorama. Gerade passiert die Mein Schiff den Norden der Insel. Die imposanten Küsten Punta de Rabisca, Punta de Juan Adalid, Punta de Topaciegos und Punta Gaviota reihen sich aneinander an. Am schwarzen Gestein erkennt man deutlich den vulkanischen Ursprung der Kanarischen Inseln. Kurze Zeit später macht die Mein Schiff einen Bogen nach Süden und passiert den Leuchtturm von Punta Cumplida.

(c) Carina Tietz "Die Mein Schiff im Hafen von Funchal"

(c) Carina Tietz "Die Mein Schiff im Hafen von Funchal"

Ein halber Tag in Santa Cruz de la Palma
Der Kapitän hat seinen Zeitplan eingehalten, obwohl wir bei heftiger See am Vorabend in Funchal abgelegt haben. Es sind nur noch wenige Minuten bis zur Ankunft in der Inselhauptstadt Santa Cruz de la Palma. Ich esse heute ausnahmsweise im Buffetrestaurant „Anckelmann“. Der Andrang ist groß und zum ersten Mal gibt es Wartezeiten. Das Angebot ist auch heute wieder vielfältig. Ich entscheide mich für das geschmorte Gemüse mit Reis. Ein gemischter Salat und ein Glas Rotwein aus der Zapfanlage runden mein Mittagessen ab. Der Lautsprecher erklingt und die Cruise-Direktorin verkündet die Ankunft in La Palma. Ich bin zum ersten Mal auf dieser Insel. Freunde haben sie mir als verschlafenes Nest mit schwarzen Stränden und schroffen Hügeln beschrieben. Der erste Anblick scheint das zu bestätigen. Doch ich will mir selbst ein Bild machen. Vor dem Schiff warten die ersten Ausflugsbusse und auf der Gangway drängeln sich Passagiere. Ich mag es individuell und will die kleine Inselmetropole im Alleingang erkunden.

Nach einer halben Stunde ist der erste Andrang vorbei. Ich verlasse das Schiff und freue mich auf meinen Kurztrip. Gleich hinter der Kontrolle wartet ein kostenloser Transferbus, der die Passagiere bis zum Hafeneingang bringt. Kurz hinter der Haltestelle liegt die Plaza de la Constitución. Von hier starte ich meinen Stadtrundgang, der zeitlich genau auf die Liegezeit des Schiffes abgestimmt ist. Wie in allen Kreuzfahrthäfen ist es eine Besichtigung mit der Stoppuhr in der Hand. Ich gehe zunächst in die Calle O´Daly, die Hauptgeschäftsstraße von Santa Cruz. Nur wenige Geschäfte sind geöffnet. Auf der ganzen Insel herrscht in der Mittagszeit ein ruhiges Treiben. Die meisten Läden öffnen erst nach 16.00 Uhr. Das ist gar nicht so schlecht. So werde ich davon abgehalten meine knapp bemessene Zeit für einen Einkaufbummel zu opfern. Ich werfe einen Blick in die Schaufenster. Neben einigen Souvenirs und Postkarten werden meistens Zigaretten und Parfum zum äußerst günstigen Preis angeboten.

(c) Carina Tietz "Valentinstag auf der Mein Schiff"

(c) Carina Tietz "Valentinstag auf der Mein Schiff"

Mein Weg führt weiter bis zur Casa Salazar (Calle O´Daly Nr. 22). Hier befindet sich der schönste Profanbau der Stadt. Bauherr des Stadtplastes war D. Ventura Salazar de Frias (1601-1669). Das Familienwappen prunkt noch heute an der Fassade aus einfachem Naturstein. Kurz hinter dem Gebäude biege ich links auf die Calle Fernández Apurón ab. Über Stufen geht es hinauf zum Convento de Santo Domingo, ein altes Dominikanerkonvent. Nur die Klosterkirche kann besichtigt werden. Hier sind in erster Linie Kunstwerke von flämischen Malern untergebracht. Ich liege gut in der Zeit und mache noch einen Abstecher zur nahen Ermita de San Sebastián. Eine kleine Gasse führt direkt vom Kloster hinüber zu der kleinen Kirche. Diese ist geschlossen. Dafür tummeln sich auf dem Kirchplatz viele Schiffspassagiere, die auch auf Entdeckungstour sind. Ich mache ein Foto und gehe hinab zur Plaza de Espana, den Mittelpunkt der Stadt. Wunderschöne Palmen trennen den Platz von der Flaniermeile Calle O´Daly ab. Hier befindet sich auch das Rathaus der Stadt. Der Markt ist eingebettet von stattlichen Bürgerhäusern aus dem 18. Jahrhundert. Das Standbild auf dem Sockel soll an den Priester und Humanisten Manuel Diaz Hernández erinnern. Die Statue aus Bronze wurde 1897 vom Bürgermeister der Stadt gestiftet. Wieder reicht die Zeit nur für einen Fotostopp.

Ich will mein geplantes Tagespensum schaffen und gehe zurück auf die Calle O´Daly. Im Vorbeigehen mache ich ein Foto des „Kleinen Theaters“, das wenige Schritte von der Hauptstraße entfernt in der Avenida del Puente liegt. An verschiedenen Wochentagen findet neben dem Theater ein Blumenmarkt statt. Ich möchte unbedingt noch die Markthalle besuchen, die sich im Nebengebäude des Theater befindet. Meine Enttäuschung ist groß, denn es sind nur noch wenige Händler da. Sie sind mit dem Abbauen beschäftigt. Der Markt hat nur am Vormittag geöffnet. Vom fangfrischen Fisch über Obst und Gemüse bis hin zu Textilien wird hier alles verkauft. Von der Markthalle mache ich noch einen kleinen Abstecher zur Casa de Jorós. Hier steht ein hübsches Stadtpalais aus dem 18.Jahrhundert. Die nördliche Verlängerung der Calle O´Daly führt mich auf die Calle Anselmo Pérez de Brito. In Hausnummer 7 soll sich ein Casino mit Privatklub befinden. Hier treffen sich die gut betuchten Bürger La Palmas. Doch das klassizistische Gebäude hat nicht wirklich etwas zu bieten.

In Anbetracht der Zeit beschließe ich meinen Stadtrundgang zu beenden. Vor dem Rückgang auf das Schiff möchte ich noch ein paar Souvenirs kaufen. Ich treffe zufällig ein Mitglied der Crew. Der Oberkellner ist schon öfter auf La Palma gewesen. Er gibt mir echte Insidertipps, die ich hier gerne weitergeben möchte. Die günstigsten Zigaretten und die billigsten Parfumartikel findet man gleich am Anfang der Flaniermeile in der Nähe der Plaza de la Constituciòn. Auf der linken Seite befindet sich ein kleiner Laden mit zwei Eingängen. Hier kann man neben Parfum und Zigaretten auch andere lokale Spezialitäten und einige Souvenirs kaufen. Von der Plaza de la Constitution führt die eine Straße zum Postgebäude hinauf. Gleich neben der Post befindet sich ein kleiner Supermarkt. Hier kann man regionale Spezialitäten zum günstigen Preis erwerben. Empfehlenswert sind die Oliven, die haltbar in Plastikbeuteln verkauft werden. Eine Mitnahme nach Hause ist somit problemlos möglich.

(c) Carina Tietz "Mein Schiff in La Palma"

(c) Carina Tietz "Mein Schiff in La Palma"

Nach den erledigten Einkäufen mache ich mich auf dem Weg zurück zum Schiff. Ich treffe den Oberkellner erneut und wir legen die letzten Schritte an der Mole gemeinsam zurück. Wir kommen wieder ins Gespräch. La Palma hat mich sehr fasziniert und es wird sicherlich nicht mein letzter Besuch auf der Insel sein. Für diesen Fall hat das Crewmitglied noch einen besonderen Tipp. Wer gut zu Fuß ist sollte die Wanderschuhe anziehen und zum Mirador de la Conception hinauf wandern. Der Fußmarsch ist für gute Wanderer problemlos in einem halben Tag zu schaffen. Die einfache Strecke ist knapp 4 Kilometer lang. Von hier oben hat man einen atemberaubenden Blick auf die Hauptstadt Santa Cruz. Vom Hafen aus folgt man der Straße nach Los Llanos. Nach etwa 4 Kilometern biegt man nach rechts in Richtung Las Nieves ab. Der Weg ist ausgeschildert. Oben befindet auch die Ermita de Nuestra de Senora de la Conception aus dem 17. Jahrhundert. Ich bin dankbar für den Tipp und verabschiede mich.

Um 18 Uhr erklingt die Mein Schiff-Auslaufhymne und wir verlassen La Palma in Richtung Fuerteventura. Nach dem Stadtrundgang entspanne ich bei einem kalten Mineralwasser und einer Runde Backgammon. Die untergehende Sonne lässt den Atlantik in verschiedenen Farben spiegeln. Die Silhouette von La Palma verschwindet langsam. Nur ein Fährschiff ist noch am Horizont zu erkennen. Ansonsten hat man einen freien Blick auf den Ozean. Es weht ein warmer Wind und die Luft ist angenehm temperiert. Ich gehe zum Abendessen ins Restaurant Atlantik. Der Koch hat bei der Auswahl der Gerichte ländertechnisch danebengegriffen. Es gibt südafrikanisches Straußenfilet und Tajine-Gemüse mit Couscous. Ich entscheide mich für das marokkanische Gericht und wähle zum Dessert ein Eis. Auch heute ist das Essen mal wieder von hoher Güte. Die See ist ruhig und aus der Blaue-Welt-Bar ertönt Piano-Musik. Der Tag war sehr erlebnisreich. Ich verzichte auf den Nightcap, denn die Müdigkeit hat mich fest im Griff.

 

Auf der Mein Schiff Richtung Fuerteventura

Über Lanzarote und Fuerteventura geht die Sonne auf. Die Mein Schiff 1 passiert gerade die Meerenge zwischen den beiden Inseln. Auch die Isla de Los Lobos ist zu sehen. Der vorletzte Urlaubstag ist angebrochen und ich habe für heute einen Ausflug nach Corralejo im Norden der Insel geplant. Am Vormittag möchte ich mir die Hauptstadt Puerto del Rosario anschauen. Die ersten Ausflugsbusse starten auch auf Fuerteventura früh und daher ist das Buffetrestaurant schon in den frühen Morgenstunden gut gefüllt. Ich finde einen Platz an der Steuerbordseite und habe einen guten Blick auf die zweitgrößte Insel der Kanaren. Ihre Trockenheit und Kahlheit ist auch vom Meer aus deutlich zu erkennen. Die Nähe zur Westsahara macht sich nicht nur in den Landschaftsformen bemerkbar. Sobald der Schirokko bläst legt sich eine Sandschicht auf die Insel und es kann bis zu 50°C heiß werden. Heute weht nur eine laue Brise und mit knapp 25°C ist die Wärme erträglich. Kurz vor 9 Uhr legen wir an der Mole an. Viele Passagiere haben sich für einen Ausflug entschieden oder besuchen Puerto del Rosario auf eigene Faust. Binnen von Minuten ist das Schiff wie leergefegt. Ich will den Tag ruhig angehen lassen und entscheide mich erst einmal für ein ausgiebiges Frühstück auf dem Pool-Deck. Viele Tische bleiben leer und es herrscht eine ungewohnte Ruhe.
Der Bus nach Corralejo startet erst um 13.00 Uhr. Deshalb werde ich heute Vormittag alle Bordeinrichtungen ausgiebig nutzen und noch einen Spaziergang in die Stadt machen. Ich hole meine Golfschläger und übe Abschläge auf Deck 12. Auch hier ist gar nichts los. Leider liegt der Abschlagplatz heute im Schatten. Die Zeit vergeht wie im Fluge. Im Aufzug treffe ich immer wieder auf Passagiere, die schon nach kurzer Zeit aus Puerto del Rosario zurückkommen. Die Stadt hat nicht wirklich etwas zu bieten und fast alle Geschäfte sind heute geschlossen. Nach langer Überlegung entscheide ich mich gegen die Hauptstadt und für ein Bad im Pool. Bis zum Mittagessen relaxe ich auf einer Sonnenliege. Der Pool gehört mir heute ganz alleine, obwohl einige Passagiere schon wieder zurück an Bord sind. Die Sonne scheint gnadenlos vom Himmel hinunter und gegen Mittag ist die Temperatur schon auf knapp 30°C angestiegen. Einige Leute haben sich einen Sonnenbrand geholt. Mein Mittagessen fällt mit einem gemischten Salat und drei kleinen Frühlingsrollen vergleichsweise klein aus.

(c) Carina Tietz "Fuerteventura"

(c) Carina Tietz "Fuerteventura"

Nach dem Mittagessen verlasse ich das Schiff. Unten an Land brennt die Sonne noch heißer. Zum Glück erwische ich einen Bus mit Klima-Anlage. Für den Transfer nach Corralejo habe ich 19 Euro gezahlt. Ich kann wahlweise im Zentrum oder am Strand aussteigen. In drei Stunden wird es zum Schiff zurückgehen. Viele Passagiere haben sich für den Besuch im Norden der Insel entschieden und so fahren gleich mehrere Busse los. Ich war schon öfter auf Fuerteventura, allerdings ausschließlich im Süden der Insel. Fuerteventura ist von Trockenheit und von Hügeln aus Sand und Vulkangestein geprägt. Die Insel ist mit 130 Kilometern fünfmal so lang wir breit. An manchen Stellen hat man das Gefühl in einer Sandwüste zu sein. Der Bus steuert an Vulkanbergen und Dünen vorbei in Richtung Norden. Hin und wieder eilen Ziegen über die Straße. Die Tiere sind eines der Wahrzeichen der Insel. Der Boom um Geld und Touristen hat an vielen Stellen seine Spuren hinterlassen. Immer wieder treffen wir auf halbfertige Ferienanlagen, die ohne Baugenehmigung fertiggestellt werden sollten. Die Bautätigkeiten sind rasant und dennoch hat Fuerteventura seine Ursprünglichkeit bewahrt. Kurz vor Corralejo wird die Schönheit des Eilandes sichtbar.

Kilometerlange feinsandige und flach abfallende Sandstrände reihen sich aneinander. Hier an den Hotelanalgen macht der Bus seinen ersten Stopp. Die meisten Gäste haben sich für einen Strandtag entschieden. Ich fahre aber lieber ins Zentrum. Corralejo ist ein Fischerdorf mit über 3000 Einwohnern. Doch vom Dorfflair ist hier nichts mehr zu spüren. Touristen übervölkern den Ort und überall stehen Ferienanlagen und Hotels. Der Bus hält im südlichen Teil des Ortes direkt an der Av General Franco, die ins Dorfzentrum und zum Hafen führt. Überall findet man kleine Supermärkte, Souvenirläden, Restaurants und Cafés. Die Anzahl der Touristen ist überschaubar. In den Cafés findet man problemlos einen Sitzplatz und auch am Dorfstrand kann man sein Handtuch bequem ausbreiten. Die vielen touristischen Einrichtungen lassen ahnen, was hier in der Hauptsaison los sein muss. Heute ist die Stadt fest in der Hand englischer Touristen. Auch einige deutsche und dänische Urlauber sind zu finden. Ich entscheide mich für einen Bummel entlang der farbenfrohen Geschäfte. Das Angebot ist vielfältig, allerdings überragt der Nippes aus billigen Souvenirartikeln und gefälschten Markenwaren. Nervend sind die vielen Schwarzafrikaner, die es auf Personen mit langen Haaren abgesehen haben. Sie möchte ihre Fingerfertigkeit mit ausgefallenen Rasta-Frisuren unter Beweis stellen. Man wird die resoluten Afrikanerinnen nur schwer los, also verstecke ich meine Haare unter einem Tuch. Erst jetzt kann ich meine Einkaufstour in Ruhe fortsetzen. Einen Besuch der Einkaufszentren erspare ich mir. In der Sonne werden fast 40°C gemessen. Was liegt da näher als ein Bad im kühlen Atlantik? Der Strand ist gut besucht, aber nicht überfüllt. Leider ist die Zeit auch hier wieder knapp bemessen. Nach einer Stunde Strandleben muss ich mich wieder auf den Weg machen. Den eingelegten Oliven, die in vielen Läden angeboten werden kann ich nicht widerstehen. Sie haben einen ausgezeichneten Geschmack. Während ich auf den Bus warte erfahre ich aus der tagesaktuellen Bildzeitung, was gerade in Deutschland geschieht.

Der letzte Abend auf der Mein Schiff 1 ist angebrochen. Mit der Melodie „Ocean of Love“ steuert der Kapitän das Schiff in Richtung Gran Canaria. Wir passieren den Flughafen der Insel und über uns herrscht ein reger Flugverkehr. Immer wieder heulen die Triebwerke der startenden und landenden Charterflugzeuge auf. Am späten Abend umrunden wir ein Stück der Südspitze „Macizo de Jandia“ und werfen einen letzten Blick auf Fuerteventura. Auf dem Schiff herrscht eine quirlige Atmosphäre. Überall gibt es Abschlussveranstaltungen und Urlaubsbekanntschaften tauschen ihre Adressen aus. Heute ist der wärmste Abend der ganzen Reise. Man kann bis in die Nacht hinein in der Poolbar auf dem Außendeck sitzen. Zum letzten Mal genieße ich einen Nightcap und mache mich kurz vor Mitternacht auf dem Weg zur Kabine. Überall stehen Taschen und Koffer, die im Laufe der Nacht für die Ausschiffung parat gemacht werden. Während die Passagiere schon schlafen oder sich noch in den Bars vergnügen, arbeitet die Crew auf Hochtouren.

Als ich aufwache liegt die Mein Schiff bereits im Hafen von Las Palmas. Hier begann meine Reise vor einer Woche. Leider geht mein Rückflug nach Hamburg schon um 11 Uhr, so dass keine Zeit mehr bleibt, Gran Canaria zu erkunden. Ich war vor zehn Jahren zuletzt auf dem Eiland und auf den ersten Blick hat sich einiges verändert. Mit der Ansiedlung großer Supermarktketten und Elektronikfachmärkten ist gerade Las Palmas ein Stück deutscher geworden.
Zum letzten Mal genieße ich ein Sektfrühstück mit Lachs und frischem Obst. Während ich das Restaurant verlasse, kommt der Aufruf zum Verlassen des Schiffes. Alle Passagiere mit dem Ziel Hamburg werden jetzt zum Flughafen gebracht. Schon in wenigen Stunden werde ich wieder im kalten und regnerischen Norden Europas sein.