Kreuzfahrten: Das erwartet Passagiere in Zukunft:

Immer spektakulärer: Die Schiffe der neuen Generation
Die Schiffe werden immer spektakulärer und Kreuzfahrer dürfen sich in Zukunft auf noch ein umfangreicheres Angebot freuen. Vor allem die Liebhaber der sogenannten „Fun-Ships“ werden voll auf ihre Kosten kommen. Diese Schiffe werden immer größer und bieten atemberaubende Erlebnisse auf dem Wasser. Ganz neue Wege geht zum Beispiel die Royal Caribbean mit der „Quantum of the Seas“. Ihr Highlight ist eine schwimmende Aussichtskugel, mit der Passagiere 90 Meter über dem Meer schweben können. Wer will kann in einem speziellen Windkanal Fallschirmspringen. Selbst in den Kabinen gibt es Neuheiten. Passagiere der Innenkabinen können mit virtuellen Balkonen magische Ausblicke erleben.

Immer größere Schiffe: AIDAmar im Hafen von Sharm-el-Sheikh: Foto: © Carina Tietz

Immer größere Schiffe: AIDAmar im Hafen von Sharm-el-Sheikh: Foto: © Carina Tietz




Die „AIDAprima“ und die „MSC Preziosa“
Auch bei AIDA Cruises bricht mit der „AIDAprima“ eine ganz neue Generation der Kreuzfahrtschiffe an. Das Angebot richtet sich an über 3000 Passagiere und soll künftig noch vielfältiger und vor allem individueller werden. Das 300 Meter lange und 37,6 Meter breite Schiff kann auch bei schlechtem Wetter in vollen Zügen genossen werden, dank eines auffahrbaren Foliendecks. Auf Familien mit Kindern warten neben dem altbewährten Kids-Club und dem ansprechenden Kinderprogramm nun auch Wasserrutschen und ein Klettergarten. Der Höhepunkt der „AIDAprima“ wird der Skywalk sein. Im Schiffsheck lädt er Passagiere in 45 Meter Höhe mit gigantischen Ausblicken ein. Die Kabinen werden ebenfalls nach völlig neuen Konzepten gestaltet. Erstmalig stehen auf der „AIDAprima“ Kabinen mit eigenem Wintergarten zur Verfügung.
Die „MSC Preziosa“ sorgt für Aufsehen mit einer 120 Meter langen Wasserrutsche, die somit auch die größte auf See zu Findende ist. Von Deck 18 aus können sich Wagemutige neun Meter hinaus über die Reling in die Tiefe stürzen.

AIDA-Schiffe im Hafen von Bergen/Norwegen:  Foto: © Carina Tietz

AIDA-Schiffe im Hafen von Bergen/Norwegen: Foto: © Carina Tietz

Luxusliner,alt und bewährt oder völlig neue Konzepte
Völlig neu ist auch das Konzept der „Norwegian Breakaway“ der US-Reederei Norwegian Cruise Lines. Versprochen wird der größte Aqua-Park auf See, inklusive Hochseilgarten und Salzgrotte. Dreiviertel der Kabinen sind Außenkabinen mit eigenem Balkon. Die „Breakaway“ hat ein Herz für Singles und bietet spezielle Studio-Kabinen, die auf die Bedürfnisse von Alleinreisenden ausgelegt sind.
Hapag Lloyd bleibt seinem luxuriösen Stil treu. So sind an Bord der „Europa2“ ausschließlich Suiten mit eigener Veranda zu finden. Allerdings verabschiedet sich die Reederei auch von alten Traditionen und passt sich so der neuen Kreuzfahrergeneration an. Das legendäre Captain’s Dinner wird es auf der „Europa2“ nicht mehr geben. Generell soll die Atmosphäre lockerer werden.

Kulinarische Highlights auf jeder Reise. Foto: © Carina Tietz

Kulinarische Highlights auf jeder Reise. Foto: © Carina Tietz





Sea Walks, Luxus-Kreuzfahrten mit einer Yacht und Schiffe der Superlative
Die „Royal Princess“ präsentiert sich etwas größer als ihre Schwesternschiffe. Im Atrium befinden sich eine große Pizzeria und eine Gelateria. Auch hier setzt man auf schöne Aussichten: Der gläserne Steg „Sea Walk“ lädt in 39 Metern Höhe zum Spaziergang über dem Meer ein. Taufpatin für dieses schöne Schiff war Kate Middleton, die Herzogin Catherine von Cambridge.
Die französische Reederei Compagnie du Ponant hatte schon mit der „Le Boréal“ und der „L’Austral“ große Erfolge. Mit der „Le Soléal“ kommt nun das Schwesternschiff auf den Markt und setzt auch im Bereich der Yachten-Kreuzfahrten ganz neue Maßstäbe.
Dass der Kreuzfahrtmarkt boomt und dass ständig neuere und größere Schiffe gebaut werden, zeigt auch die Erfolgsgeschichte der Meyer Werft in Papenburg. Von AIDA Cruises über Celebrity Cruises und Disney bis hin zu Royal Caribbean lassen hier alle namhaften Reedereien neue Schiffe der Superlative bauen. Für Aufsehen sorgte der Bau der „Norwegian Breakaway“. Ihre Bauzeit betrug nur 18 Monate und es ist das bisher größte je in Deutschland gebaute Kreuzfahrtschiff.

Die QE2 erreicht New York (c) Carina Tietz

Die QE2 erreicht New York (c) Carina Tietz





Kreuzfahrten liegen voll im Trend

Das Geschäft mit den Kreuzfahrten boomt und dieser Trend soll sich auch in den nächsten Jahren weiter fortsetzen. Das belegen auch die Zahlen des DRV. Alleine im Jahr 2012 waren mehr als 1,5 Millionen Deutsche auf einem Hochsee-Kreuzfahrtschiff unterwegs. Vergleicht man diese Zahlen mit dem Vorjahr ergibt sich hier ein Plus von 11,2 Prozent. Ferner belegen die Zahlen, dass Deutschland nach Großbritannien der zweitgrößte Kreuzfahrtmarkt in Europa ist. Der Umsatz ist mittlerweile zweistellig und stieg auf über 2,6 Mrd. Euro. Das macht auch hier ein Umsatzplus von 11,3 Prozent.

Kreuzfahrten liegen voll im Trend: Foto: © Carina Tietz

Kreuzfahrten liegen voll im Trend: Foto: © Carina Tietz





Kreuzfahrten:Die Preise sind konstant
Der durchschnittliche Reisepreis ist in den letzten Jahren relativ konstant geblieben und liegt momentan (Stand Mai 2014) bei 1710 Euro für eine Hochseereise. Durchschnittlich bleibt der deutsche Passagier übrigens 9,2 Tage an Bord eines Schiffes.
Studien haben auch gezeigt, dass der deutsche Kreuzfahrer seinen Routen gerne treu bleibt. Mit Abstand kreuzt er am liebsten durch das westliche Mittelmeer. Dahinter folgen die Nordland-Routen mit Norwegen, Spitzbergen, Grönland und Island und das östliche Mittelmeer. Ebenfalls hoch im Kurs liegen die Kanarischen Inseln, die Ostsee und die Karibik.

Immer größere Schiffe
Die Veranstalter sind ständig auf der Jagd nach neuen Kunden und müssen zusätzlich Vielfahrer bei Laune halten. Das ist nicht immer einfach und daher werden Ihre Werbekampagnen und Marketingkonzepte immer aufwendiger.
Immer mehr Prominente agieren als Taufpaten für die Schiffe. Aber auch die werden immer größer und spektakulärer. Die Werften kommen mit den Neubauten kaum nach. Alleine im Jahr 2012 liefen 15 Mega-Kreuzfahrtschiffe vom Stapel. Auch aktuell werden viele neue Schiffe konstruiert und gebaut, wie zum Beispiel die „AIDAprima“. Einige Reedereien kaufen auch bereits etablierte Schiffe auf und lassen diese aufwendig restaurieren und umbauen. Ein Beispiel dafür ist die Mein Schiff 2 von TUI Cruises, die früher als „Celebrity Mercury“ unterwegs war.

Kreuzfahrtschiffe sind schwimmende Riesenhotels: Foto: © Carina Tietz

Kreuzfahrtschiffe sind schwimmende Riesenhotels: Foto: © Carina Tietz








Kreuzfahrt Nordeuropa: Fjorde, Geysire und Lagunen

Nordeuropa gehört zu den schönsten Kreuzfahrtrevieren der Welt. Norwegen wartet mit türkisblauen Fjorden und steilen Gesteinsküsten. Island ist die Insel der Geysire und Lagunen. Der Weg in den Norden Europas führt durch den Nordostsee-Kanal oder vorbei an der dänischen Hauptstadt Kopenhagen. Nicht weniger interessant ist Norwegens Hauptstadt Oslo und die ehemalige Hansestadt Bergen mit dem berühmten Kaufmannsviertel Bryggen.

Kreuzfahrt Nordeuropa: Traumhafte Ausblicke : Foto: © Carina Tietz

Kreuzfahrt Nordeuropa: Traumhafte Ausblicke : Foto: © Carina Tietz





Der Weg ist das Ziel
Viele Seewege führen in den Norden Europas. Von Bremerhaven und Hamburg geht es schon bald über die Nordsee nach Norwegen, Dänemark oder Island. Die Reisen starten gleich mit einem Seetag. Dabei kann man frische Seeluft tanken und die herrliche Fjordlandschaft erkunden. Die riesigen Kreuzfahrtschiffe kreuzen in den engen Fjorden und kommen den Felswänden gefährlich nah. Sie passieren Wasserfälle und kleine Fjordsiedlungen mit bunten Häusern. Der Weg der Schiffe führt durch architektonisch meisterliche Brücken und vorbei an kleinen und zum Teil unbewohnten Inseln. Kreuzfahrtschiffe, die in Kiel starten, gehen zunächst in Kopenhagen oder Göteborg vor Anker, bevor sie Kurs auf die offene Nordsee nehmen. Schneller und spektakulärer ist die Fahrt durch den Nord-Ostsee-Kanal. Gleich von Kiel geht es durch die Wasserstraße. Die Ufer sind gesäumt von Menschen, die den Kreuzfahrtschiffen zuwinken.

Die AIDA in den norwegischen Fjorden: Foto: © Carina Tietz

Die AIDA in den norwegischen Fjorden: Foto: © Carina Tietz

Willkommen in den beiden Hauptstädten
Die dänische Hauptstadt Kopenhagen und die norwegische Hauptstadt Oslo sind beliebte Ziele bei Kreuzfahrten nach Nordeuropa. Schon im Hafen wird klar, dass Kopenhagen so gar keine typische Hauptstadt ist. Sie ist kleiner und beschaulicher als ihre nördlichen Konkurrenten. Die dänische Gelassenheit und Lebensfreude ist ansteckend. Vom Terminal sind es nur wenige Meter bis zum Wahrzeichen der Stadt: Die kleine Meerjungfrau. Sie ist wirklich sehr klein und oftmals schlendern Besucher achtlos vorbei, weil sie nicht gleich auf Anhieb zu erkennen ist.
Manche Kapitäne sagen, dass das schönste an Oslo die Fahrt dorthin ist. Da mag etwas Wahres dran sein, doch das heißt nicht, dass Oslo nicht sehenswert ist. Ganz im Gegenteil! Hat man die 100 Kilometer Anreise durch die atemberaubende Fjordlandschaft hinter sich gelassen, wird man von der norwegischen Hauptstadt begrüßt. Sie ist beschaulich und doch quirlig. Das skandinavische Flair ist unverkennbar. Vom Hafen aus erreicht man in wenigen Minuten den Königspalast und die Innenstadt mit ihren urigen Restaurants und Geschäften.

Bergen lädt zum Bummeln ein! Foto: © Carina Tietz

Bergen lädt zum Bummeln ein! Foto: © Carina Tietz

Von unsagbarer Schönheit: Die Fjorde
Passagiere möchten bei der Seereise durch die Fjorde gar nicht mehr unter Deck gehen. An jeder Ecke gibt es etwas Neues zu entdecken. Karge Felshänge und üppige Waldlandschaften wechseln sich ab. Dazwischen liegen unsagbar schöne Schluchten und tosende Wasserfälle. Die Häfen in den Fjorden sind klein. Meist handelt es sich nur um Anlegestellen. Die kleinen Siedlungen wirken verloren neben den riesigen Kreuzfahrtschiffen. Obwohl sich im Sommer die Schiffe in den Fjorden ein Stelldichein geben, kommen noch immer viele Einheimische in den Hafen um einen Blick auf die Ocean Liner zu werfen. Der schönste norwegische Fjord ist der Geiranger. Von der Nordsee aus kreuzen die Schiffe zunächst im Storfjord und im Sunnylvsfjord, bevor sie den großartigen Geirangerfjord erreichen. Bis zu 1.500 Meter hoch sind die Felswände.

Kreuzfahrt Nordeuropa: Gefährlich nah an den Felsen! Foto: © Carina Tietz

Kreuzfahrt Nordeuropa: Gefährlich nah an den Felsen! Foto: © Carina Tietz





Unzählige Routenangebote in Nordeuropa
Wer eine Kreuzfahrt nach Nordeuropa plant kann aus unzähligen Routen auswählen. Alle namhaften Reedereien haben Nordeuropa den Sommer über im Programm. Die Hutrigruten-Reederei bietet auch unvergessliche Winterreisen an. Bei frostiger Luft kann man das Polarlicht bewundern. Die Winterrouten führen zum Beispiel von Kirkenes nach Bergen und von Bergen nach Trondheim. MSC, Costa, TUI Cruises und AIDA fahren zwischen Mai und September regelmäßig zu den norwegischen Fjorden. Die Touren führen unter anderem nach Oslo, Bergen, Ulvik, Stavanger und Geirangerfjord. Starthäfen sind Kiel und Hamburg. Kreuzfahrtneulinge könne die MS EUROPA bei Kurzkreuzfahrten nach Nordeuropa kennenlernen. Die Kurzreisen führen zum Beispiel von Kiel nach Hamburg oder von Hamburg nach Helgoland.

Kreuzfahrt Nordeuropa: Der Weg ist das Ziel! Foto: © Carina Tietz

Kreuzfahrt Nordeuropa: Der Weg ist das Ziel! Foto: © Carina Tietz








Kreuzfahrt durch das Mittelmeer

Eine Seereise durch das Mittelmeer gehört zu den Kreuzfahrt-Klassikern. Im westlichen Mittelmeer warten glitzernde Metropolen, wie Barcelona oder Marseille. Im Osten kommt man dem Orient ganz nah in Beirut, Alexandria oder Port Said. Passagiere erleben einmalige Inseln wie Malta, Zypern, Sizilien oder Rhodos. An den Küsten der Türkei warten lebendige Badeorte mit traumhaften Stränden und antiken Gebäuden aus der Vergangenheit.

Barcelona, eines der schönsten Ziele im westlichen Mittelmeer: Foto: © Carina Tietz

Barcelona, eines der schönsten Ziele im westlichen Mittelmeer: Foto: © Carina Tietz




Entlang der Küsten der Provence und der Cote d´Azur

Ein exzentrisches Image als Ort der Reichen und Schönen und einen etwas anderen Lebensstil haben die Cote d´Azur berühmt gemacht. Egal, ob Nizza oder Saint Tropez, überall in den Straßen herrscht gerade im Sommer ein buntes Treiben. Unzählige Cafés und Restaurants entlang der Küste servieren ausgezeichnete französische Weine und die berühmte Fischsuppe „Bouillabaisse“. Die lebhaften Hafenpromenaden laden zum Bummeln ein. Im Hinterland warten historische Bauten und Städte mit dem typischen französischen Flair, wie die Großstadt Marseille oder das beschauliche Aix-en-Provence. Ein beliebtes Ausflugsziel ist Bormes, deren mittelalterliche Altstadt zu den schönsten Stadtkernen Frankreichs gehört. Avignon wartet auf mit der berühmten Brücke Pont Du Gard und dem Papstpalast.

Schiffe vor Malta: Foto: © Carina Tietz

Schiffe vor Malta: Foto: © Carina Tietz

 




Die Inseln im westlichen Mittelmeer

Das westliche Mittelmeer bietet eine ganz Reihe an Inselschönheiten. Korsika ist der Stolz der Franzosen mit seinem typischen Buschwald, der zum Wandern einlädt. Mallorca ist der Landgang-Klassiker bei Kreuzfahrten durch das Mittelmeer. Schon von Bord aus blickt man auf die mallorquinischen Berge. Ein Muss ist ein Bummel durch die engen Gassen der Hauptstadt Palma. Die Smaragdküste Sardiniens bietet alle Voraussetzungen für einen erlebnisreichen Strandtag. Die Schiffe legen im wunderschönen Hafen von Olbia an. Egal ob Catania oder Palermo, Sizilien zeigt sich überall von seiner schönsten Seite. Wie wäre es mit einem Ausflug zum Ätna, vorbei an blühenden Zitronenbäumen und alten Weinguten? Ein beliebter Zwischenhafen auf dem Weg nach Afrika ist La Valetta auf Malta. Die Hafeneinfahrt ist einmalig und von Bord aus blickt man direkt auf den prächtigen Großmeisterpalast, der über den Hafen thront. La Valletta steht komplett unter Denkmalschutz.

Karneval auf Zypern: Foto: © Carina Tietz

Karneval auf Zypern: Foto: © Carina Tietz

Orientalische Eindrücke in den nordafrikanischen Häfen

Zu einer Kreuzfahrt durch das Mittelmeer gehört auch ein Besuch der nordafrikanischen Häfen. In Kombination mit Kanaren-Kreuzfahrten steht ein Stopp in Tanger auf dem Programm. Nirgendwo liegen Europa und Afrika so nah zusammen, wie an der Straße von Gibraltar. Die orientalische Stadt hat eine sehr schöne Altstadt mit vielen Souks und Basaren. Urlauber lieben Tunesiens Strände. Passagiere können hier am Strand relaxen oder auf Tauch- oder Segeltour gehen. Die Wüste lädt zu Oasenausflügen und Kamelritten ein. Ab den ägyptischen Häfen Alexandria und Port Said geht es per Bus weiter in die Hauptstadt Kairo und zu den Pyramiden von Gizeh. Passagiere folgen den Spuren der Pharaonen, machen eine Bootsfahrt über den Nil oder genießen das orientalische Treiben auf den Plätzen von Kairo. Port Said ist das Tor zum Suez-Kanal und man genießt seine Schönheiten am besten bei einer Rundfahrt mit den typisch ägyptischen Caleches. Die Höhepunkte der Hafenstadt Alexandria sind Fort Qait Bey und der Montazah-Palast.

Beirut und die Levanteküste: Foto: © Carina Tietz

Beirut und die Levanteküste: Foto: © Carina Tietz

 

 

Italien, Griechenland und die Türkei

Italien, Griechenland und die Türkei sind klassische Ziele bei Mittelmeer-Kreuzfahrten. Der Höhepunkt Griechenlands sind die Inseln Santorin, Rhodos, Mykonos und Kreta. Die Bucht von Santorin hat etwas Mythisches und die Altstadt von Rhodos lädt zum  Bummeln ein. Auf Mykonos stehen die berühmten Windmühlen und Kreta lockt mit traumhaften Badestränden und historischen Ausgrabungsstätten. Ein Landgang in Venedig ist ein Muss. Vom Kreuzfahrtterminal verkehren regelmäßig Wassertaxen zu den schönsten Plätzen der Stadt. Unvergesslich bleibt ein Spaziergang über den Markusplatz vorbei an den unzähligen Wasserwegen. Sehenswert in der Türkei ist die Metropole Istanbul am Bosporus. Hier warten spektakuläre Bauten, wie die Hagia Sophia und die Blaue Moschee.

Palma De Mallorca, ein beliebter Starthafen: Foto: © Carina Tietz

Palma De Mallorca, ein beliebter Starthafen: Foto: © Carina Tietz




Ich bin dann mal weg!

Mein Büro bleibt bis Ende des Jahres 2016 geschlossen. Ich steige für ein Jahr aus und werde um die Welt reisen. Ab sofort erfahrt Ihr auf meinem Blog alles über meine Reise.

Es wäre schön, wenn Ihr öfter mal vorbeischaut und mich online auf meiner Reise begleitet. Was ich erlebe und wie es mir geht, erfahrt Ihr hier ungeschminkt und wahrheitsgetreu! Ich will, dass Ihr hautnah dabei seid!

Ab dem 30.Dezember 2015 werde ich auch über die Vorbereitungen berichten.

„Der kürzeste Weg zu dir selbst führt einmal um die Welt“ (Richard Hoffmann)




Ab sofort auch Trends, Informationen und Wissenswertes zu den Themen Wein und Kreuzfahrten

Ab sofort findet Ihr auf meinem Blog auch Informationen, Wissenswertes, Kurioses, Interessante und News zu den Themen Wein und Kreuzfahrten. Bei der Themenauswahl habe ich mich an aktuellen Trends orientiert. Im Bereich Wein soll zukünftig ein kleiner Online-Ratgeber entstehen, der Euch zunächst mit dem Thema Wein vertraut macht. Nach und nach werde ich dann beliebte Weinsorten vorstellen und Euch über die neusten Trends informieren.
Die Kategorie Kreuzfahrten richtet sich zunächst an Erstkreuzfahrer. Diese finden hier alle Informationen, die zum Gelingen der ersten Kreuzfahrt beitragen. Im Laufe der Zeit werde ich über eigene Kreuzfahrterlebnisse berichten und Euch auch mit Insiderwissen versorgen.
Für Anregungen und Verbesserungen habe ich immer ein offenes Ohr!!!
Viel Spaß beim Lesen und Entdecken!




Germanwings: Mein Flug nach Düsseldorf

Mein erster Urlaubstag begann vielversprechend. Zumindest bis zum Mittag. Da erhielt ich laufend Whatsapp-Nachrichten über den Absturz einer Germanwings-Maschine von Barcelona nach Düsseldorf. Den Rest des Tages verbrachte ich dann, wie so viele andere Menschen vor dem Fernseher und konnte das Unbegreifliche nicht fassen. Ich hielt einen technischen Defekt von Anfang an für unwahrscheinlich. Nicht im Bereich der der Lufthansagroup! Da werden Flugzeuge doppelt und dreifach geprüft! Ich hatte keine Erklärung, aber ein Terrorakt erschien mir zu diesem Zeitpunkt wahrscheinlicher, als ein technischer Defekt.

 

© Carina Tietz, Fliegen trotz des Absturzes der Germanwings 4U9525

© Carina Tietz, Fliegen trotz des Absturzes der Germanwings 4U9525

 

Das Flugzeugunglück berührte mich. Andererseits versuchte ich es wegzuschieben. In drei Tagen stand ein 11-stündiger Flug mit Air Berlin über den Atlantik an. An den Rückflug mit Germanwings wollte ich gar nicht denken. Dazwischen lagen viele Urlaubstage auf einem Kreuzfahrtschiff, das mich sicher nach Europa zurückbringen sollte.

Trauer am Düsseldorfer Flughafen nach dem Absturz der Germanwings © Carina Tietz

Trauer am Düsseldorfer Flughafen nach dem Absturz der Germanwings © Carina Tietz

Drei Tage waren seit dem Absturz des Germanwings-Fluges vergangen. Ich stand mit meiner Familie am Düsseldorfer Flughafen. Vor uns lag ein 11-stündiger Flug in die Karibik. Die Freude war groß, aber in uns lebendig waren die Bilder der Germanwings. Im Terminal sahen wir Kerzen, Memos mit herzergreifenden Worten und Blumen als Bild stiller Trauer. Ich nahm diese Bilder mit, als ich den Airbus A330 der Air Berlin betrat. Es war keine Angst, die mitflog, aber ein unbeschreiblich flaues Gefühl, das mich bis zur Landung begleitete. Ich fuhr mit einem Kreuzfahrtschiff durch die Karibik, dann über den Atlantik nach Madeira und weiter durch die Straße von Gibraltar ins Mittelmeer. Ich erlebte mit meiner Familie unbeschwerte Urlaubstage und dann kam der Tag der Rückreise.

Mit Air Berlin nach La Romana zur Mein Schiff 1 © Carina Tietz

Mit Air Berlin nach La Romana zur Mein Schiff 1 © Carina Tietz

 

Wir waren gebucht auf den Flug 4U9585 der Germanwings von Palma de Mallorca nach Düsseldorf. Es stand uns vor der Abreise frei, den Flug umzubuchen. Wir kannten da schon die offizielle Absturzursache und entschieden uns dagegen. Doch nun, als der Flug kurz bevorstand, wurden wir doch nachdenklich. Der Bus fuhr vom Hafen zum Airport. Mein kleiner Sohn war angespannt und seine blasse Hautfarbe war eher  ungewöhnlich. Überhaupt war er sichtlich unruhig. Seine Worte in der Abflughalle klangen kindlich naiv und doch fragend: „Was ist, wenn der Pilot sich auch umbringen will? Also der Pilot, der uns gleich nach Düsseldorf fliegt.“ Als Mutter hast Du einen Bruchteil einer Sekunde Zeit und musst möglichst schnell eine plausible Erklärung finden. Ich versuchte krampfhaft zu lächeln. „Der Flieger stürzt nicht ab. Das ist doch Quatsch. Wenn gerade ein Flugzeug abgestürzt ist, dann fällt doch nicht gleich wieder eins vom Himmel und schon gar nicht von der gleichen Gesellschaft.“ Ich nahm meinen Sohn an die Hand und schob ihn durch die Taschenkontrolle. Er vergaß in der Aufregung die Colaflasche im Handgepäck und auch sein Smartphone steckte in der Hosentasche. Das alles blieb von den spanischen Sicherheitsmitarbeitern unentdeckt.

Germanwings A320: Koffer werden verladen! Warten auf den Flug nach Düsseldorf © Carina Tietz

Germanwings A320: Koffer werden verladen! Warten auf den Flug nach Düsseldorf © Carina Tietz

 

Diese Tatsache machte mich wieder sehr nachdenklich. Ich wollte gar nicht weiter darüber philosophieren, was man hier noch so alles an Bord eines Flugzeuges hätte bringen können. Ich verdrängte es, doch mein Sohn griff es gleich wieder auf und auch meine Worte über den Absturz der Germanwings. „Weißt du noch, was Du gesagt hast, als die erste MH verschwand?“ fragte mich mein Sohn mit großen Augen. Ich nickte stumm. „Da hast Du gesagt, dass du trotzdem mit MH-Flugzeugen fliegen würdest, weil ein Absturz in kürzester Zeit von derselben Gesellschaft unmöglich ist. Aber kurze Zeit später gab es einen weiteren Absturz einer MH-Maschine“, sagte er altklug und mit überzeugender Stimme. Mir fehlten die Worte und er hatte mich mit meinen eigenen Worten geschlagen. Mit einer Tüte Gummibärchen aus dem Duty-Free-Shop lenkte ich ihn ab.

Germanwings-Flug nach Düsseldorf: Komisches Gefühl, aber keine Angst © Carina Tietz

Germanwings-Flug nach Düsseldorf: Komisches Gefühl, aber keine Angst © Carina Tietz

 






Die Abflugzeit rückte näher. Ich blieb gelassen. Der Ausgang wurde angezeigt. D95 und dann Minuten später auf D99 korrigiert. Ich kannte den Flughafen von Palma recht gut und war hier auch schon einmal mit Germanwings abgeflogen. Daher wusste ich, dass ein relativ weiter Fußweg vor uns lag. Die Sitzbänke am Gate waren bereits besetzt. Die Maschine sollte voll werden. Wir blieben stehen.

 

Ablug mit Germanwings nach Düsseldorf © Carina Tietz

Ablug mit Germanwings nach Düsseldorf © Carina Tietz

Ich beobachtete die Passagiere. Es war eine Mischung aus seltsamer Gelassenheit, gesteigerter Unruhe und nervöser Hektik. Der eine Passagier schluckte in kurzen Abständen zwei Tabletten. Ein anderer debattierte laut über den Absturz. Wieder ein anderer nahm sichtlich angespannt einen Zug aus einem Flachmann und eine andere Passagierin kaute ununterbrochen an ihren Fingernägeln. Beim größten Teil der Passagiere flog die Angst mit. Bis dahin war ich ganz ruhig. Meine Söhne klebten mit ihren Smartphones an der Fensterscheibe und mein Mann las in einer Zeitung. Dann plötzlich ein Wirrwarr aus Stimmen. Passagiere drehten sich auf ihren Sitzbänken um. Einige standen sogar auf. Da kam er, der Airbus A320 der Germanwings. Ein identischer Flugzeugtyp der Absturzmaschine. Da sah ich das Zeichen der Germanwings, dass in den letzten Wochen schwarz eingefärbt war. Die Absturzbilder allgegenwärtig. Vor meinen Augen liefen sie ab, wie in einem Film. Meine Hände spielten hektisch mit dem Anhänger an meinem Handgepäckkoffer. „Bloß nicht reinsteigern!“, dachte ich laut bei mir und suchte nach Ablenkung.

 

Die Boardingzeit war noch nicht angezeigt. Ich ging einige Gates und schließlich bis zum Dutyfree-Shop zurück. Bloß ablenken! Das war meine Devise und sie funktionierte, zumindest zunächst.

 

Unter mir die französische Küste, hier begann das Drama von flug Germanwings 4U9525 © Carina Tietz

Unter mir die französische Küste, hier begann das Drama von flug Germanwings 4U9525 © Carina Tietz

Dann sah ich die kleinen Flaschen Cognac. Der Inhalt bedeckte gerade einen Schwenker. Ich griff dahin, fast monoton, bezahlte und ging zum Ausgang D99 zurück. Der Cognac blieb in der Jackentasche. Ich hatte nicht gefrühstückt. Sollte ich ihn wirklich trinken, dann würde er sofort ins Blut übergehen. Könnte mich ein Schluck Alkohol wirklich beruhigen? Ich kam mir erbärmlich vor und doch konnte ich dieses seltsame Gefühl nicht real steuern.


Da waren die Bilder wieder aus Haltern am See, da war das Unfassbare plötzlich so greifbar nah und da konnte ich mich auch nicht mehr an die Tatsache klammern, dass Fliegen sicherer ist  als Autofahren.

 

Wir erreichen die französischen Alpen. Hier ist irgendwo die Absturzstelle von Flug Germanwings 4U9525 © Carina Tietz

Wir erreichen die französischen Alpen. Hier ist irgendwo die Absturzstelle von Flug Germanwings 4U9525 © Carina Tietz

Das Boarding begann und die Türe zum Flugfeld öffnete sich. Es ging zunächst an der Straße entlang, dann halbrund um die Maschine und schließlich über eine Gangway durch den hinteren Eingang. Waren die Opfer in Barcelona auch so sorglos eingestiegen? Hatten sie auch eine Gangway benutzt? Fragen über Fragen gingen durch den Kopf. Meine Söhne und auch mein Mann bestiegen gelassen das Flugzeug. „Hast Du keine Angst?“ fragte ich ihn auf der Gangway. Er legte sanft den Arm um meine Schulter und flüsterte: „Wir sind doch zusammen.“

 

Ich konnte gar nicht länger über diesen Satz nachdenken, denn  die schlanke und junge Flugbegleiterin begrüßte uns freundlich. Sie lächelte ungezwungen. Ich schämte mich. Wie konnte ich nur so eine Angst in mir aufkommen lassen. Die Crew hatte sicherlich mit weitaus mehr Problemen zu kämpfen.

 

Das Gefühl ist unbeschreiblich! Mit Germanwings über die französischen Alpen fliegen! © Carina Tietz

Das Gefühl ist unbeschreiblich! Mit Germanwings über die französischen Alpen fliegen! © Carina Tietz

Der blonde Zopf der Stewardess wackelte hin und her, als sie die Flugzeugtüre schloss. Reihe 22, direkt am Flügel. Ich wählte einen Gangplatz, meine Söhne rückten ans Fenster. Zwei weitere Stewardessen schossen durch den Gang. Freundlich, lächelnd nahmen sie sich der Angst der Passagiere an. Eine Frau begann zu weinen und verlangte den Piloten zu sehen. Der Ehemann konnte beruhigen. Andere schluckten Tabletten und es gab auch welche, die wieder hektisch am Flachmann tranken. Da fiel mir der kleine Cognac in meiner Jackentasche wieder ein. Sollte ich ihn auch trinken? Ich haderte!! Aber nur Sekunden. Eine Flugbegleiterin beugte sich über meinen Sitz zu den Jungs herüber, um den Gurt zu kontrollieren. Da sah ich die schwarze Schleife an ihrer Bluse. Das Zeichen der Germanwings 4U9525. Ich beugte mich zur Seite in die Richtung des Ganges und schluckte in einem Zug den Cognac. Ich wurde von Körperbewegungen durchgerüttelt. Ein eiskalter Schauer lief mir über den Rücken. Niemand hatte etwas bemerkt. Ich schob das leere Fläschchen unauffällig in die Sitztasche. Boarding completed! Wir rollten!

Eine paar Reihen vor mir weinte noch immer eine Frau. „Jetzt gibt es kein Zurück mehr“, sagte sie immer wieder mit weinerlicher Stimme. Ich blieb gelassen, seltsam entspannt. An den 100 ml Alkohol lag es nicht. Ich versuchte das Ganze wieder real zu sehen.

 





Mein Mann und mein kleiner Sohn schliefen noch vorm Erreichen der Startbahn ein. Der Große blätterte im Bordmagazin. Ich dachte plötzlich daran, was die Opfer wohl getan hatten, beim Start im Barcelona. Obwohl ich ruhig und gelassen im Sitz saß, konnte ich diese Gedanken nicht verdrängen. Sie waren einfach da und ich versuchte damit umzugehen. Während wir zur Startbahn rollten, meldete sich der Pilot mit einer warmen und freundlichen Stimme direkt aus dem Cockpit. Er informierte die Passagiere über die Flugzeit, nannte seinen Namen und sprach über das Wetter. Seine Worte wirkten sich äußerst positiv auf die Passagiere aus und auch mich beruhigten sie auf ganz seltsame Weise.

 

Germanwings: Landeanflug auf Düsseldorf © Carina Tietz

Germanwings: Landeanflug auf Düsseldorf © Carina Tietz

Dann heulten die Triebwerke auf, der Airbus wurde schneller und schneller und wir hoben ganz sanft vom Flughafen in Palma de Mallorca ab. Die Aussicht war traumhaft und ich vergaß für einen Moment, dass ich in einer Germanwings-Maschine saß. Unter uns war das Blau des Mittelmeeres zu sehen. Am Horizont wartete schon die französische Küste. Hier lag auch der Kurs der Unglücksmaschine. Hier hatte der Sinkflug begonnen. Unter uns musste jeden Augenblick die Unglücksstelle kommen. Einige Passagiere klebten förmlich an den Scheiben. Ich wagte es nicht hinauszuschauen. Eigentlich war ich mir auch im Klaren darüber, dass die Stelle wohl kaum von hier oben auf Anhieb auszumachen war.

 

Mir reichten die TV-Bilder, die hatten in mir genug Gefühlswirrungen ausgelöst. Immer wieder sah ich das blaue Schalke 04-Trikot vor meinen Augen, das in den Bildern der Trümmer noch deutlich zu erkennen war. Auch die Szenen der Trümmerteile mit den Fenstern, die eindeutig einer Germanwings zuzuordnen waren, liefen wieder vor meinen Augen ab. Der Pilot riss mich mit seiner ruhigen Stimme förmlich aus diesen unfassbaren Gedanken und vermeldete den Überflug über den Mont Blanc. Wir waren irgendwo über den französischen Alpen. Die Aussicht war atemberaubend, wenn man für einen Moment den Absturz der Germanwings vergaß!

 

Es war nicht mehr weit bis Düsseldorf. Ich nippte an der kalten Cola. Essen konnte ich nichts. Das hatte aber nichts mit dem Flug zu tun. Bevor ich mir überhaupt noch weitere Gedanken machen konnte, leitete der Pilot den Landeanflug auf Düsseldorf ein. Minuten später erlebte ich trotz des bewölkten Wetters, eine der besten und sanftesten Landungen überhaupt. Der Airbus rollte zum Finger herüber. Das Gedränge war wie immer sehr groß. Ich verließ mit den letzten Passagieren die Maschine. Freundlicher als sonst und mit vielen netten Worten, bedankte ich mich bei der Crew. Ich hatte einfach das Gefühl, dass ihnen ein paar nette Worten und Gesten gut tun könnten. Das taten sie dann auch. Das warme Lächeln sagte mehr als hundert Worte. Die Cockpittüre stand auf. Ich sah die beiden Piloten nur von hinten. Sie hatten mich und meine Familie sicher nach Düsseldorf gebracht. Ich ging durch den Finger und wusste, dass ich jederzeit ohne Angst wieder fliegen würde, auch mit Germanwings. Allerdings würde ich viele Dinge mit anderen Augen sehen.

 

Danke an die Crew der Germanwings für einen wunderbaren Flug nach Düsseldorf in dieser schweren Zeit!

Zu guter Letzt:
Dieser Beitrag ist sowohl den Opfern und ihren Angehörigen, als auch der Crew der Germanwings gewidmet. Er soll persönliche Gefühle in Zeiten des Absturzes der Germanwing 4U9525 widerspiegeln. Möge Gott allen Betroffenen die Kraft geben mit diesem schrecklichen Erlebnis umgehen zu können. Niemand kann das empfinden, was die Hinterbliebenen in den letzten Tagen erlebt haben. Ich finde keine Worte für die Eltern der Gymnasiasten aus Haltern am See. Ich kann Ihnen nur mein Mitgefühl aussprechen und meine tiefe Betroffenheit bekunden.

Meine Gedanken sind aber auch bei den Flugbegleitern und Piloten, die sich in dieser schweren Zeit um das Wohl der Passagiere kümmern müssen.

Mein Schiff 1 Kanarische Inseln

von Carina Tietz

Nach zwei Seetagen und zwei Stopps in Agadir und Funchal steuert die Mein Schiff 1 heute La Palma an. Laut Plan soll das Schiff gegen Mittag anlegen. Es ist noch früh am Morgen. Die meisten Passagiere haben bis in die Nacht hinein getanzt und schlafen noch. Nur auf der Jogging-Meile gehen zwei Läufer ihren sportlichen Betätigungen nach. Im Whirlpool genießt ein älteres Ehepaar die aufgehende Sonne. Es weht ein laues Lüftchen bei knapp 20°C Außentemperatur.

Die Mein Schiff auf dem Weg nach La Palma
Ich beginne meinen Tag mit einem ausgiebigen Frühstück auf dem Außendeck. Das kulinarische Angebot auf der Mein Schiff ist erstklassig. Ich nippe am Sektglas und genieße das frische Obst und den leckeren Käse. Am Horizont kann man schon die ersten Felsen von La Palma entdecken. Mittlerweile ist es zehn Uhr. Die Sonne brennt vom Himmel herunter. Der Kapitän meldet sich zu Wort. Es soll ein heißer Tag werden. In Deutschland herrscht tristes Februarwetter und ich lasse mir bei weit über 20°C an der Poolbar einen Cocktail schmecken. Das Sonnendeck ist gut gefüllt. Viele Liegen sind besetzt und man hat ein atemberaubendes Panorama. Gerade passiert die Mein Schiff den Norden der Insel. Die imposanten Küsten Punta de Rabisca, Punta de Juan Adalid, Punta de Topaciegos und Punta Gaviota reihen sich aneinander an. Am schwarzen Gestein erkennt man deutlich den vulkanischen Ursprung der Kanarischen Inseln. Kurze Zeit später macht die Mein Schiff einen Bogen nach Süden und passiert den Leuchtturm von Punta Cumplida.

(c) Carina Tietz "Die Mein Schiff im Hafen von Funchal"

(c) Carina Tietz "Die Mein Schiff im Hafen von Funchal"

Ein halber Tag in Santa Cruz de la Palma
Der Kapitän hat seinen Zeitplan eingehalten, obwohl wir bei heftiger See am Vorabend in Funchal abgelegt haben. Es sind nur noch wenige Minuten bis zur Ankunft in der Inselhauptstadt Santa Cruz de la Palma. Ich esse heute ausnahmsweise im Buffetrestaurant „Anckelmann“. Der Andrang ist groß und zum ersten Mal gibt es Wartezeiten. Das Angebot ist auch heute wieder vielfältig. Ich entscheide mich für das geschmorte Gemüse mit Reis. Ein gemischter Salat und ein Glas Rotwein aus der Zapfanlage runden mein Mittagessen ab. Der Lautsprecher erklingt und die Cruise-Direktorin verkündet die Ankunft in La Palma. Ich bin zum ersten Mal auf dieser Insel. Freunde haben sie mir als verschlafenes Nest mit schwarzen Stränden und schroffen Hügeln beschrieben. Der erste Anblick scheint das zu bestätigen. Doch ich will mir selbst ein Bild machen. Vor dem Schiff warten die ersten Ausflugsbusse und auf der Gangway drängeln sich Passagiere. Ich mag es individuell und will die kleine Inselmetropole im Alleingang erkunden.

Nach einer halben Stunde ist der erste Andrang vorbei. Ich verlasse das Schiff und freue mich auf meinen Kurztrip. Gleich hinter der Kontrolle wartet ein kostenloser Transferbus, der die Passagiere bis zum Hafeneingang bringt. Kurz hinter der Haltestelle liegt die Plaza de la Constitución. Von hier starte ich meinen Stadtrundgang, der zeitlich genau auf die Liegezeit des Schiffes abgestimmt ist. Wie in allen Kreuzfahrthäfen ist es eine Besichtigung mit der Stoppuhr in der Hand. Ich gehe zunächst in die Calle O´Daly, die Hauptgeschäftsstraße von Santa Cruz. Nur wenige Geschäfte sind geöffnet. Auf der ganzen Insel herrscht in der Mittagszeit ein ruhiges Treiben. Die meisten Läden öffnen erst nach 16.00 Uhr. Das ist gar nicht so schlecht. So werde ich davon abgehalten meine knapp bemessene Zeit für einen Einkaufbummel zu opfern. Ich werfe einen Blick in die Schaufenster. Neben einigen Souvenirs und Postkarten werden meistens Zigaretten und Parfum zum äußerst günstigen Preis angeboten.

(c) Carina Tietz "Valentinstag auf der Mein Schiff"

(c) Carina Tietz "Valentinstag auf der Mein Schiff"

Mein Weg führt weiter bis zur Casa Salazar (Calle O´Daly Nr. 22). Hier befindet sich der schönste Profanbau der Stadt. Bauherr des Stadtplastes war D. Ventura Salazar de Frias (1601-1669). Das Familienwappen prunkt noch heute an der Fassade aus einfachem Naturstein. Kurz hinter dem Gebäude biege ich links auf die Calle Fernández Apurón ab. Über Stufen geht es hinauf zum Convento de Santo Domingo, ein altes Dominikanerkonvent. Nur die Klosterkirche kann besichtigt werden. Hier sind in erster Linie Kunstwerke von flämischen Malern untergebracht. Ich liege gut in der Zeit und mache noch einen Abstecher zur nahen Ermita de San Sebastián. Eine kleine Gasse führt direkt vom Kloster hinüber zu der kleinen Kirche. Diese ist geschlossen. Dafür tummeln sich auf dem Kirchplatz viele Schiffspassagiere, die auch auf Entdeckungstour sind. Ich mache ein Foto und gehe hinab zur Plaza de Espana, den Mittelpunkt der Stadt. Wunderschöne Palmen trennen den Platz von der Flaniermeile Calle O´Daly ab. Hier befindet sich auch das Rathaus der Stadt. Der Markt ist eingebettet von stattlichen Bürgerhäusern aus dem 18. Jahrhundert. Das Standbild auf dem Sockel soll an den Priester und Humanisten Manuel Diaz Hernández erinnern. Die Statue aus Bronze wurde 1897 vom Bürgermeister der Stadt gestiftet. Wieder reicht die Zeit nur für einen Fotostopp.

Ich will mein geplantes Tagespensum schaffen und gehe zurück auf die Calle O´Daly. Im Vorbeigehen mache ich ein Foto des „Kleinen Theaters“, das wenige Schritte von der Hauptstraße entfernt in der Avenida del Puente liegt. An verschiedenen Wochentagen findet neben dem Theater ein Blumenmarkt statt. Ich möchte unbedingt noch die Markthalle besuchen, die sich im Nebengebäude des Theater befindet. Meine Enttäuschung ist groß, denn es sind nur noch wenige Händler da. Sie sind mit dem Abbauen beschäftigt. Der Markt hat nur am Vormittag geöffnet. Vom fangfrischen Fisch über Obst und Gemüse bis hin zu Textilien wird hier alles verkauft. Von der Markthalle mache ich noch einen kleinen Abstecher zur Casa de Jorós. Hier steht ein hübsches Stadtpalais aus dem 18.Jahrhundert. Die nördliche Verlängerung der Calle O´Daly führt mich auf die Calle Anselmo Pérez de Brito. In Hausnummer 7 soll sich ein Casino mit Privatklub befinden. Hier treffen sich die gut betuchten Bürger La Palmas. Doch das klassizistische Gebäude hat nicht wirklich etwas zu bieten.

In Anbetracht der Zeit beschließe ich meinen Stadtrundgang zu beenden. Vor dem Rückgang auf das Schiff möchte ich noch ein paar Souvenirs kaufen. Ich treffe zufällig ein Mitglied der Crew. Der Oberkellner ist schon öfter auf La Palma gewesen. Er gibt mir echte Insidertipps, die ich hier gerne weitergeben möchte. Die günstigsten Zigaretten und die billigsten Parfumartikel findet man gleich am Anfang der Flaniermeile in der Nähe der Plaza de la Constituciòn. Auf der linken Seite befindet sich ein kleiner Laden mit zwei Eingängen. Hier kann man neben Parfum und Zigaretten auch andere lokale Spezialitäten und einige Souvenirs kaufen. Von der Plaza de la Constitution führt die eine Straße zum Postgebäude hinauf. Gleich neben der Post befindet sich ein kleiner Supermarkt. Hier kann man regionale Spezialitäten zum günstigen Preis erwerben. Empfehlenswert sind die Oliven, die haltbar in Plastikbeuteln verkauft werden. Eine Mitnahme nach Hause ist somit problemlos möglich.

(c) Carina Tietz "Mein Schiff in La Palma"

(c) Carina Tietz "Mein Schiff in La Palma"

Nach den erledigten Einkäufen mache ich mich auf dem Weg zurück zum Schiff. Ich treffe den Oberkellner erneut und wir legen die letzten Schritte an der Mole gemeinsam zurück. Wir kommen wieder ins Gespräch. La Palma hat mich sehr fasziniert und es wird sicherlich nicht mein letzter Besuch auf der Insel sein. Für diesen Fall hat das Crewmitglied noch einen besonderen Tipp. Wer gut zu Fuß ist sollte die Wanderschuhe anziehen und zum Mirador de la Conception hinauf wandern. Der Fußmarsch ist für gute Wanderer problemlos in einem halben Tag zu schaffen. Die einfache Strecke ist knapp 4 Kilometer lang. Von hier oben hat man einen atemberaubenden Blick auf die Hauptstadt Santa Cruz. Vom Hafen aus folgt man der Straße nach Los Llanos. Nach etwa 4 Kilometern biegt man nach rechts in Richtung Las Nieves ab. Der Weg ist ausgeschildert. Oben befindet auch die Ermita de Nuestra de Senora de la Conception aus dem 17. Jahrhundert. Ich bin dankbar für den Tipp und verabschiede mich.

Um 18 Uhr erklingt die Mein Schiff-Auslaufhymne und wir verlassen La Palma in Richtung Fuerteventura. Nach dem Stadtrundgang entspanne ich bei einem kalten Mineralwasser und einer Runde Backgammon. Die untergehende Sonne lässt den Atlantik in verschiedenen Farben spiegeln. Die Silhouette von La Palma verschwindet langsam. Nur ein Fährschiff ist noch am Horizont zu erkennen. Ansonsten hat man einen freien Blick auf den Ozean. Es weht ein warmer Wind und die Luft ist angenehm temperiert. Ich gehe zum Abendessen ins Restaurant Atlantik. Der Koch hat bei der Auswahl der Gerichte ländertechnisch danebengegriffen. Es gibt südafrikanisches Straußenfilet und Tajine-Gemüse mit Couscous. Ich entscheide mich für das marokkanische Gericht und wähle zum Dessert ein Eis. Auch heute ist das Essen mal wieder von hoher Güte. Die See ist ruhig und aus der Blaue-Welt-Bar ertönt Piano-Musik. Der Tag war sehr erlebnisreich. Ich verzichte auf den Nightcap, denn die Müdigkeit hat mich fest im Griff.

 

Auf der Mein Schiff Richtung Fuerteventura

Über Lanzarote und Fuerteventura geht die Sonne auf. Die Mein Schiff 1 passiert gerade die Meerenge zwischen den beiden Inseln. Auch die Isla de Los Lobos ist zu sehen. Der vorletzte Urlaubstag ist angebrochen und ich habe für heute einen Ausflug nach Corralejo im Norden der Insel geplant. Am Vormittag möchte ich mir die Hauptstadt Puerto del Rosario anschauen. Die ersten Ausflugsbusse starten auch auf Fuerteventura früh und daher ist das Buffetrestaurant schon in den frühen Morgenstunden gut gefüllt. Ich finde einen Platz an der Steuerbordseite und habe einen guten Blick auf die zweitgrößte Insel der Kanaren. Ihre Trockenheit und Kahlheit ist auch vom Meer aus deutlich zu erkennen. Die Nähe zur Westsahara macht sich nicht nur in den Landschaftsformen bemerkbar. Sobald der Schirokko bläst legt sich eine Sandschicht auf die Insel und es kann bis zu 50°C heiß werden. Heute weht nur eine laue Brise und mit knapp 25°C ist die Wärme erträglich. Kurz vor 9 Uhr legen wir an der Mole an. Viele Passagiere haben sich für einen Ausflug entschieden oder besuchen Puerto del Rosario auf eigene Faust. Binnen von Minuten ist das Schiff wie leergefegt. Ich will den Tag ruhig angehen lassen und entscheide mich erst einmal für ein ausgiebiges Frühstück auf dem Pool-Deck. Viele Tische bleiben leer und es herrscht eine ungewohnte Ruhe.
Der Bus nach Corralejo startet erst um 13.00 Uhr. Deshalb werde ich heute Vormittag alle Bordeinrichtungen ausgiebig nutzen und noch einen Spaziergang in die Stadt machen. Ich hole meine Golfschläger und übe Abschläge auf Deck 12. Auch hier ist gar nichts los. Leider liegt der Abschlagplatz heute im Schatten. Die Zeit vergeht wie im Fluge. Im Aufzug treffe ich immer wieder auf Passagiere, die schon nach kurzer Zeit aus Puerto del Rosario zurückkommen. Die Stadt hat nicht wirklich etwas zu bieten und fast alle Geschäfte sind heute geschlossen. Nach langer Überlegung entscheide ich mich gegen die Hauptstadt und für ein Bad im Pool. Bis zum Mittagessen relaxe ich auf einer Sonnenliege. Der Pool gehört mir heute ganz alleine, obwohl einige Passagiere schon wieder zurück an Bord sind. Die Sonne scheint gnadenlos vom Himmel hinunter und gegen Mittag ist die Temperatur schon auf knapp 30°C angestiegen. Einige Leute haben sich einen Sonnenbrand geholt. Mein Mittagessen fällt mit einem gemischten Salat und drei kleinen Frühlingsrollen vergleichsweise klein aus.

(c) Carina Tietz "Fuerteventura"

(c) Carina Tietz "Fuerteventura"

Nach dem Mittagessen verlasse ich das Schiff. Unten an Land brennt die Sonne noch heißer. Zum Glück erwische ich einen Bus mit Klima-Anlage. Für den Transfer nach Corralejo habe ich 19 Euro gezahlt. Ich kann wahlweise im Zentrum oder am Strand aussteigen. In drei Stunden wird es zum Schiff zurückgehen. Viele Passagiere haben sich für den Besuch im Norden der Insel entschieden und so fahren gleich mehrere Busse los. Ich war schon öfter auf Fuerteventura, allerdings ausschließlich im Süden der Insel. Fuerteventura ist von Trockenheit und von Hügeln aus Sand und Vulkangestein geprägt. Die Insel ist mit 130 Kilometern fünfmal so lang wir breit. An manchen Stellen hat man das Gefühl in einer Sandwüste zu sein. Der Bus steuert an Vulkanbergen und Dünen vorbei in Richtung Norden. Hin und wieder eilen Ziegen über die Straße. Die Tiere sind eines der Wahrzeichen der Insel. Der Boom um Geld und Touristen hat an vielen Stellen seine Spuren hinterlassen. Immer wieder treffen wir auf halbfertige Ferienanlagen, die ohne Baugenehmigung fertiggestellt werden sollten. Die Bautätigkeiten sind rasant und dennoch hat Fuerteventura seine Ursprünglichkeit bewahrt. Kurz vor Corralejo wird die Schönheit des Eilandes sichtbar.

Kilometerlange feinsandige und flach abfallende Sandstrände reihen sich aneinander. Hier an den Hotelanalgen macht der Bus seinen ersten Stopp. Die meisten Gäste haben sich für einen Strandtag entschieden. Ich fahre aber lieber ins Zentrum. Corralejo ist ein Fischerdorf mit über 3000 Einwohnern. Doch vom Dorfflair ist hier nichts mehr zu spüren. Touristen übervölkern den Ort und überall stehen Ferienanlagen und Hotels. Der Bus hält im südlichen Teil des Ortes direkt an der Av General Franco, die ins Dorfzentrum und zum Hafen führt. Überall findet man kleine Supermärkte, Souvenirläden, Restaurants und Cafés. Die Anzahl der Touristen ist überschaubar. In den Cafés findet man problemlos einen Sitzplatz und auch am Dorfstrand kann man sein Handtuch bequem ausbreiten. Die vielen touristischen Einrichtungen lassen ahnen, was hier in der Hauptsaison los sein muss. Heute ist die Stadt fest in der Hand englischer Touristen. Auch einige deutsche und dänische Urlauber sind zu finden. Ich entscheide mich für einen Bummel entlang der farbenfrohen Geschäfte. Das Angebot ist vielfältig, allerdings überragt der Nippes aus billigen Souvenirartikeln und gefälschten Markenwaren. Nervend sind die vielen Schwarzafrikaner, die es auf Personen mit langen Haaren abgesehen haben. Sie möchte ihre Fingerfertigkeit mit ausgefallenen Rasta-Frisuren unter Beweis stellen. Man wird die resoluten Afrikanerinnen nur schwer los, also verstecke ich meine Haare unter einem Tuch. Erst jetzt kann ich meine Einkaufstour in Ruhe fortsetzen. Einen Besuch der Einkaufszentren erspare ich mir. In der Sonne werden fast 40°C gemessen. Was liegt da näher als ein Bad im kühlen Atlantik? Der Strand ist gut besucht, aber nicht überfüllt. Leider ist die Zeit auch hier wieder knapp bemessen. Nach einer Stunde Strandleben muss ich mich wieder auf den Weg machen. Den eingelegten Oliven, die in vielen Läden angeboten werden kann ich nicht widerstehen. Sie haben einen ausgezeichneten Geschmack. Während ich auf den Bus warte erfahre ich aus der tagesaktuellen Bildzeitung, was gerade in Deutschland geschieht.

Der letzte Abend auf der Mein Schiff 1 ist angebrochen. Mit der Melodie „Ocean of Love“ steuert der Kapitän das Schiff in Richtung Gran Canaria. Wir passieren den Flughafen der Insel und über uns herrscht ein reger Flugverkehr. Immer wieder heulen die Triebwerke der startenden und landenden Charterflugzeuge auf. Am späten Abend umrunden wir ein Stück der Südspitze „Macizo de Jandia“ und werfen einen letzten Blick auf Fuerteventura. Auf dem Schiff herrscht eine quirlige Atmosphäre. Überall gibt es Abschlussveranstaltungen und Urlaubsbekanntschaften tauschen ihre Adressen aus. Heute ist der wärmste Abend der ganzen Reise. Man kann bis in die Nacht hinein in der Poolbar auf dem Außendeck sitzen. Zum letzten Mal genieße ich einen Nightcap und mache mich kurz vor Mitternacht auf dem Weg zur Kabine. Überall stehen Taschen und Koffer, die im Laufe der Nacht für die Ausschiffung parat gemacht werden. Während die Passagiere schon schlafen oder sich noch in den Bars vergnügen, arbeitet die Crew auf Hochtouren.

Als ich aufwache liegt die Mein Schiff bereits im Hafen von Las Palmas. Hier begann meine Reise vor einer Woche. Leider geht mein Rückflug nach Hamburg schon um 11 Uhr, so dass keine Zeit mehr bleibt, Gran Canaria zu erkunden. Ich war vor zehn Jahren zuletzt auf dem Eiland und auf den ersten Blick hat sich einiges verändert. Mit der Ansiedlung großer Supermarktketten und Elektronikfachmärkten ist gerade Las Palmas ein Stück deutscher geworden.
Zum letzten Mal genieße ich ein Sektfrühstück mit Lachs und frischem Obst. Während ich das Restaurant verlasse, kommt der Aufruf zum Verlassen des Schiffes. Alle Passagiere mit dem Ziel Hamburg werden jetzt zum Flughafen gebracht. Schon in wenigen Stunden werde ich wieder im kalten und regnerischen Norden Europas sein.

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