Weinreise Frankreich: Châteauneuf-du-Pape

Traumhafter Morgen in Avignon: Der Papstpalast erstrahlt in der Morgensonne, Menschen eilen umher, kaufen Baguettes und die Zeitung und stehen zum Smalltalk an den Straßenecken. Die Metropole hinter der Stadtmauer beginnt zu leben. Schnell einen Kaffee im Café „Tout va bien“, hier ist die Atmosphäre so richtig südfranzösisch. Heute zieht es mich raus aus Avignon in die päpstlichen Gärten, dort wo die Reben meines Lieblingsweines gedeihen.

Café „Tout va bien“ in Avignon © Foto: Carina Tietz

Café „Tout va bien“ in Avignon © Foto: Carina Tietz






Von Avignon nach Châteauneuf-du-Pape
In Avignon ist immer irgendwo Stau. Ich bin seit zwei Wochen in der Gegend unterwegs und habe schnell gelernt. Bloß nicht hinter der Stadtmauer parken. Da kommt man in der Rush-Hour nicht mehr raus. Also habe ich meinen Wagen unten am Rhone-Ufer abgestellt. Hier reihen sich bereits die ersten Touristenbusse aneinander, die die Gäste zum Papstpalast bringen. Ich brauche fast eine Stunde für die knapp 15 Kilometer nach Châteauneuf-du-Pape. Es wird gehupt und wild gestikuliert. Eigentlich alles wie immer im französischen Verkehr. Ich lächele gelassen zurück.
Avignon: Vom Papstpalast hinunter zum Rhone-Ufer © Foto: Carina Tietz

Avignon: Vom Papstpalast hinunter zum Rhone-Ufer © Foto: Carina Tietz






Châteauneuf-du-Pape: Angekommen in den Papstgärten
Genau hier liegt ein weiteres Stück Frankreich, das mich seit eh und je fasziniert. Die Luft ist staubig und trocken, das Land ist weit. Um mich herum nur Weinreben, dazwischen ein paar Gebäude und Säulen aus der Römerzeit und dahinter das schroffe und bizarre Gebirge. Ich fahre an den Straßenrand, steige aus und atme tief ein und aus. Ich will das unbeschreibliche Gefühl mitnehmen. Ich setzte mich auf einen Findling und betrachte viele Minuten die Umgebung. Kein Wunder, dass die Päpste hier einmal ein Schloss bauten und Gärten anlegten.

Angekommen in  Châteauneuf-du-Pape © Foto: Carina Tietz

Angekommen in Châteauneuf-du-Pape © Foto: Carina Tietz


Châteauneuf-du-Pape, mein Lieblingswein
In den ehemaligen päpstlichen Gärten, unterhalb der Schlossruine gedeihen die Reben des Châteauneuf-du-Pape. Es ist der Kiesboden, der die Reben so gut wachsen lässt. Doch auch die stetig warmen Sonnenstrahlen lassen die Trauben so schmackhaft werden und geben dem Châteauneuf-du-Pape seinen würzigen Geschmack. 13 verschiedene Rebsorten wachsen hier und können in allen Châteauneuf-du-Pape-Weinen enthalten sein. Der Châteauneuf-du-Pape hat einen höheren Alkoholgehalt, als die Weine aus dem Côtes du Rhône-Gebieten. Trotzdem sind sie erstaunlich mild im Geschmack .




Angekommen in  Châteauneuf-du-Pape © Foto: Carina Tietz

Angekommen in Châteauneuf-du-Pape © Foto: Carina Tietz

Weinreise Frankreich : Côtes du Rhône

Von Lyon geht es über die Nationalstraße immer in Richtung Süden. Mal fließt die Rhone links und mal rechts der Straße entlang. Hier erstecken sich die Weinanbaugebiete Côtes du Rhône. Doch was macht den Côtes du Rhône-Wein so einzigartig? Wie sind die Weine eingestuft? Wo liegen die Unterschiede?

Côtes du Rhône © Foto: Carina Tietz

Côtes du Rhône © Foto: Carina Tietz





Das Weinanbaugebiet Côtes du Rhône
Die Weinanbaugebiete Côtes du Rhône beginnen bei Vienne im Norden. Hier liegen die kleineren Anbaugebiete Cote Rotie und Condrieu. Weiter südlich an der Mündung zur Isère befinden sich die bekannten Weinanbaugebiete der Hermitage. Bei Valence erstrecken sich die Gebiete von Cornas und Saint-Péray. Rund um Montélimar gibt es keine nennenswerten Weingegenden. Die größten und bekanntesten Anbaugebiete der Côtes du Rhône-Weine findet man nordöstlich von Orange und nordwestlich von Avignon.

Côtes du Rhône-Reben bei Gaujac © Foto: Carina Tietz

Côtes du Rhône-Reben bei Gaujac © Foto: Carina Tietz





Die schlichten Côtes du Rhône-Weine
Millionen Hektoliter der jährlich produzierten Côtes du Rhône-Weine sind schlichte Weine. Wir finden sie in den heimischen Discountern und Supermärkten zu einem günstigen Preis. Diese Weine sind trocken im Geschmack. Es handelt sich hierbei um einen Verschnitt der nördlichen und der südlichen Weinregionen. Das bedeutet aber nicht, dass es sich bei diesen Weinen um Weine mit niedriger Qualität handelt. Die einfachen Weine der Côtes du Rhône haben einen sehr guten Geschmack und gelten in Frankreich als akzeptable Tafelweine.

Anbaugebiet der Côtes du Rhône-Reben: Gaujac © Foto: Carina Tietz

Anbaugebiet der Côtes du Rhône-Reben: Gaujac © Foto: Carina Tietz





Die Qualitätsweine der Côtes du Rhône
Die Reben der Qualitätsweine der Côtes du Rhône gedeihen im Vaucluse und im Gard. Diese Weine sind stark im Aroma und werden als Weine der Region Côtes du Rhône Villages vertrieben. Ihr könnt die Weine überall vor Ort kaufen. Achtet aber auf den Jahrgang. Die zwei und drei Jahre alten Weine sind wesentlich besser im Geschmack. Der ist dann würziger und mitunter von einer feinen Schärfe. Neben den Rotweinen sind auch die Roséweine dieser Region erstklassig und preiswert. Die Rebsorte Gamay sind besonders fruchtig und die Weine von Cinsault gelten es leicht und feinwürzig im Geschmack.

Weinreise kreuz und quer durch Frankreich

Ab sofort werde ich im Weinlexikon auch einzelne Weinregionen vorstellen, die ich natürlich alle schon bereist habe. Es geht los mit Frankreich, meinem Weinland Nummer 1. Begleitet mich durch meine mehrmonatige Reise kreuz und quer durch Frankreich. Dazu erfahrt Ihr auch weiterhin alles Wichtige zum Thema Wein und ich stelle ab sofort auch einzelne Weinsorten vor, die ich natürlich auch selber schon probiert habe.

Willkommen in der Provence © Foto: Carina Tietz

Willkommen in der Provence © Foto: Carina Tietz






Frankreich: Das Land der Weine und Reben
Ich liebe Frankreich und die französischen Weine. Der Spruch „Leben wie Gott Frankreich“ kommt ja nicht von ungefähr und Wein ist nun mal das beliebteste alkoholische Getränk in Frankreich. Wein wird in Frankreich immer und überall getrunken. Wenn ich meine Familie in Frankreich besuche, gibt es natürlich zuerst ein Glas Champagner. Zum Essen werden verschiedene Rot- und Weißweine gereicht. Aber auch am Abend, wenn wir uns ein schönes Plätzen in den Lokalen von Dinard gesucht haben, genießen wir ein Glas Rotwein. Begleitet mich auf einer aufregenden Reise durch Frankreich.
Traumhafte Strände in der Bretagne © Foto: Carina Tietz

Traumhafte Strände in der Bretagne © Foto: Carina Tietz






Das sind meine Stationen in Frankreich:

• Nord Pas-de-Calais
• Picardie
• Seine-Maritime
• Savoie
• Bouches-du-Rhône
• Alpillen
• Haute-Loire
• Vaucluse
• Calvados
• Côtes-d’Armor
• Bretagne
• Normandie
• Somme
• Morbihan
• Jura
• Meurthe-et-Moselle
• Orne
• Alpes-de-Haute-Provence
• Vaucluse
• Aisne
• Camargue

Weinanbau in Frankreich
In allen Regionen südlich von Paris wird überall Wein angebaut. Edle Weine kommen aus Bordeaux und Burgund und die Weine der Provence überzeugen durch ihren starken Geschmack. Weine aus der Lothringer Gegend gelten als zarte Weine. Wobei in dieser Gegend der Weinanbau nach starkem Reblausbefall sehr zurückgegangen ist. Jura und Savoyen sind vielfältige Gebiete mit unterschiedlichen Rebsorten. Eines der besten Weinanbaugebiete der Welt ist Côtes du Rhône.

Über die Französischen Alpen nach Süden © Foto: Carina Tietz

Über die Französischen Alpen nach Süden © Foto: Carina Tietz






Kulinarische Highlights in Frankreich
Neben den französischen Weinen werde ich Euch auch kulinarische Highlights vorstellen. Meeresfrüchte aus der Bretagne und Käse aus Brie stehen genauso auf dem Programm wie eine Bouillabaisse aus der Provence und Austern aus Marennes-Oléron. Ich nehme Euch mit in Restaurants, die man auf keiner Landkarte findet und zeige Euch urige Hotels und Ferienanlagen, die mit einem ausgezeichneten Preisleistungsverhältnis punkten. In diesem Sinne: “Vive la France”.

Calvados an jeder Ecke © Foto: Carina Tietz

Calvados an jeder Ecke © Foto: Carina Tietz

Weinlexikon: Lagerung und Fasslagerung

Die Länge der Fasslagerung ist unterschiedlich. Sie hängt sehr stark von den einzelnen Weinsorten ab. So werden die Qualitätsstufen des Weines auch durch eine Mindestlagerzeit im Holzfass bestimmt. Natürlich kommt es auch auf die Haltbarkeit an. Junge Weine sollte nicht lange gelagert werden. Alte Weine brauchen dagegen eine längere Lagerung, um optimal zu reifen. Durchschnittlich kann man sagen, dass der Wein zwischen drei und neun Monate im Fass bleibt. Danach wird er erst in Flaschen umgefüllt.



Die Abfüllung in die Flaschen kann per Hand oder maschinell erfolgen. Obwohl in der Weinherstellung viele Arbeitsschritte modern ersetzt und unterstützt werden, hat sich die Abfüllung in Glasflaschen noch immer Tradition. Die Form der Weinglasflasche sollte schon vor Jahrhunderten an die Kellergewölbe erinnern, in denen der Wein gelagert wird. Nach Weinstudien gibt es die Weinflasche bereits seit Christi Geburt. Sie wurde praktisch erfunden, als die Menschen mit der Glasbläserei begannen. Allerdings ließ die Form noch zu wünschen übrig. Die Flasche blieb nicht stehen und war ziemlich unförmig. In Italien hatte man damals eine Idee, die zur Erhaltung der Tradition oft noch heute zu finden ist. Man umwickelte die Flasche einfach mit Bastkordeln, bis sie einen glatten Boden bekam und schließlich eigenständig stehen konnte. In Bastflaschen wurde mit Vorliebe Chianti gefüllt.



Weinlexikon: Nach der Gärung

Nach der Gärung ist der Wein noch ganz jung. Er enthält immer noch einen Anteil an festen Stoffen. Diese beeinflussen nicht nur sein Aussehen, sondern auch seinen Geschmack. Daher erfolgt knapp drei Wochen nach Ender der Gärung der erste Abstich. Dazu wird der Wein in andere Behälter gefüllt, wenn sich die festen Bestandteile auf dem Fassboden befinden. In Deutschland erfolgt der erste Abstich immer im Winter. Danach ruht der Wein für vier bis sechs Wochen. Erst dann kann der zweite Abstich erfolgen. Enthält der Wein dann immer noch trübe Feststoffe, nimmt der Winzer eine Schönung vor. Er darf nun eine bestimmte, gesetzlich erlaubte Menge an Substanzen beimischen, die die festen Bestandteile des Weines binden und ausfällen. Eventuell wird der Wein noch gefiltert. Durch Abstiche und Schönung reifen Weine früher. Eine natürliche Reifung würde das Absinken der Trübstoffe erst viel später bewirken. Die zeitliche Abfolge der Prozesse kann variieren. Entscheidend ist hier die Weinsorte. Bordeaux-Weine müssen zum Beispiel lange in den Fässern lagern. Deshalb liegen die Abstiche bei Bordeaux-Weinen weiter auseinander. Wesentlich kürzer ist der Intervall bei Beaujolais-Weinen. Diese kommen schon sechs Wochen nach der Lese in den Handel. Französische Weißweine füllt man gleich von der Hefe auf die Flasche. Dadurch enthalten französische Weißweine viel Kohlensäure, die durch die Gärung entsteht. Sie schmecken so fruchtig und frisch. Der Nachteil ist allerdings die kurze Haltbarkeit.




Der Verschnitt hinterlässt bei Kunden nicht immer einen guten Eindruck. Sie glauben, dass der Verschnitt die Qualität des Weines beeinflusst. Das ist aber völlig falsch. Viele Spitzenweine, wie zum Beispiel der Cotes du Rhone oder die Bordelais-Weine entstehen erst durch Verschnitt. Zudem ist der Weinverschnitt gesetzlich geregelt.



Weinlexikon: Gärende Weine und mit Schwefel haltbar gemachte Weine

Gärende und hefetreibende Weine, wie zum Beispiel Federweißer sind Spezialweine, die nur in offenen Flaschen in den Handel kommen. Ein Korken kann aufgrund der ausweichenden Kohlesäure nicht angebracht werden.
Die meisten Weine werden durch Schwefeln haltbar gemacht. Das geschieht unmittelbar nach der Gärung. Durch die Schwefelung wird die Oxidation des Weines verhindert. Oxidation könnte ohne Schwefeln durch die Einwirkung von Luft und Sauerstoff entstehen. Nichtgeschwefelte Weine werden sehr schnell schal und ungenießbar. Der Schwefel ist geschmacklos. Er eignet sich deshalb auch hervorragend um die Holzfässer hygienisch sauber zu halten und sie vor Schimmel zu schützen. Obwohl der Schwefel sich beim Weingenuss nicht bemerkbar macht und geschmacksneutral ist, kann er vereinzelt Kopfschmerzen oder auch Hautausschlag hervorrufen. Wer gegen Schwefel allergisch ist, sollte zu Bioweinen greifen. Die Erzeuger von Bioweinen dürfen nur extrem niedrige Schwefelmengen einsetzen.




Weinlexikon: Dosage und Gären

Der bedeutendste Prozess in der Weinherstellung ist das Gären. Wie stark die Gärung ist, hängt meist von den natürlichen Kriterien, wie der Traubensorte und dem Reifegrad der Traube ab. Letzteres bestimmt den Zuckergehalt. Einige Winzer greifen hier in die natürliche Weinherstellung ein. Die natürlichen Hefen sitzen auf der Schale der Beere. Durch die Zugabe von Reinzuchthefen kann der Winzer nun die natürliche Gärung beeinflussen. Aber auch sonst steuert er die Gärung. Wird eine langsame Gärung erwünscht, kühlt der Winzer die Masse. Soll die Gärung beschleunigt werden, wird die Masse aufgerührt und Hefe zugeführt. Zusätzlich kann der Alkohol abgestoppt werden. Fruchtige Weine erzielt der Winzer mithilfe einer langsamen Gärung. So wird zum Beispiel bei der Herstellung von Dessertweinen die Gärung abgestoppt. Soll der Wein schäumen, erfolgt eine zweite Gärung. Diesen Vorgang nennt man im Fachjargon Dosage.




Weinlexikon: So entstehen die einzelnen Weinsorten

Steht man vor den Regalen, dann ist man meistens überrascht von der großen Weinauswahl. Man unterscheidet zwischen Weißwein, Rotwein und Rosé. Jeder dieser Weine hat unterschiedliche Geschmacksrichtungen, wie trocken, lieblich oder fruchtig.



Weinsorten-Trennung gleich nach der Lese
Die Trennung der Sorten erfolgt schon gleich nach der Ernte. Rotweinreben werden immer entrappt, da die Stiele zu viele Gerbstoffe freisetzen können. Bei den meisten Weißweinen, wie zum Beispiel beim Riesling kann auf das Entrappen ganz verzichtet werden. Die Stiele der Weißweintraube sind trocken und holzig. Dadurch setzen sie weniger Gerbstoffe frei. Zudem erfolgt bei der Weißweinherstellung ein schnelles Mahlen und Pressen. Die Maische bleibt nicht lange stehen. Sie wird sehr schnell nach der Lese verarbeitet. Der Rotwein braucht dagegen eine lange Herstellung. Nur so kann er seine rötliche Farbe überhaupt bilden. Er bei der Gärung der Maische kann der blauen Farbstoff aus den Schalen der Beeren gelöst werden.

Die Trauben des Rosés werden nur kurz gegoren © Foto: Carina Tietz

Die Trauben des Rosés werden nur kurz gegoren © Foto: Carina Tietz

Kürzere Maische steht für intensivere Weißwein-Farbe
Weißweine entstehen durch die Gärung von Most und Traubensaft. Je kürzer die Zeit der Maische, desto intensiver ist die helle und goldgelbe Farbe des Weißweines. Der Rotwein entsteht durch die Gärung der Maische vor dem Abpressen und durch die Gärung des Mostes nach der Abtrennung der festen Bestandteile. So entstehen auf natürliche Weise hellere Rotweine. Will der Winzer intensivere oder tiefschwarz-rote Rotweine erzielen, hilft er durch Druck und Erhitzung nach. Irrtümlich glauben Weintrinker, das der Rosé aus Verschnitt entsteht. Diese Behauptung ist nicht nur falsch, sondern auch verboten. Man darf keine unterschiedlichen Weinarten miteinander verbinden. Es ist aber durchaus erlaubt rote und weiße Trauben miteinander zu mischen
Im Ursprung ist der Rosé ein Rotwein. Die Herstellung unterscheidet sich durch die Gärung der Maische. Die Trauben des Rosés werden nur kurz gegoren. Es können sich so nur wenige Farb- und Gerbstoffe freisetzen.



Weinlexikon: Die optimale Wein-Trinktemperatur

Die optimale Wein-Trinktemperatur gibt es nicht. Selbst bei Kennern liegt die Temperaturempfehlung etwas auseinander. Das hat gute Gründe, denn jeder Weintrinker hat einen eigenen Geschmack und persönliche Gewohnheiten. So kann man auch die Trinktemperatur von Rotwein nicht pauschalisieren. Es kommt hier auch ganz stark auf die Herkunft des Weines an.



Weißwein und Rosé-Weine genießt man gekühlt
Grundsätzlich kann man aber festhalten, dass Weiß- und Rosé-Weine nur gekühlt ihren vollen Geschmack entfalten. Anders sieht es dagegen bei Rotwein aus. Der schmeckt besser, wenn er wohl temperiert ist. Leichte und helle Qualitätsrotweine trinkt man heute aber immer häufiger gekühlt. Das liegt daran, dass der Wein mittlerweile ein Trendgetränk ist, das man nicht nur zum Essen genießt. Im Sommer wird Wein auch in Form von Weinschorlen als Durstlöscher eingesetzt. Bei Weißweinen werden leichte Sorten stärker gekühlt, als schwere Sorten. Am kühlsten werden Prosecco und Schaumweine serviert.

Rotweine mögen es wärmer © Foto: Carina Tietz

Rotweine mögen es wärmer © Foto: Carina Tietz

Die ideale Temperatur von Schaumweinen
Die Trinktemperatur von Prosecco und Schaumwein sollte aber nie die 5°C unterschreiten. Ansonsten entfaltet sich auf der Zunge nur die Kühle. Der Geschmack wird nicht mehr empfunden. Oft neigen Weintrinker dazu Schaumweine vor dem Genuss ins Eisfach zu legen. Das macht die Flasche zwar ansehnlicher, denn es bildet sich ein wässriger Beschlag aus Eiskristallen. Der Geschmack geht aber bei zu hoher Kühlung gänzlich verloren. Gegen eine Kühlung in speziellen Weinkühler ist dagegen nichts einzuwenden.



Franzosen kühlen mit Vorliebe süße Weißweine
Weißweine können gerne bis auf 5° heruntergekühlt werden. Franzosen tun das mit Vorliebe bei süßen Weißweinen, weil diese so ihren vollen Geschmack verbreiten. Rosé-Weine trinkt man ebenfalls gekühlt. Die optimale Trinktemperatur für die leichten Weißweine liegt zwischen 6°C und 7°C. Edle und teure Weißweine sollten dagegen nicht zu kalt werden. Hier empfehlen Experten eine Trinktemperatur um die 10°C. Sehr edle Weißweine sollten, je nach Rebsorte und Alter nur zwischen 11°C und 13°C gekühlt werden. Unkomplizierte und leichte Rotweine, wie zum Beispiel der Beaujolais Primeur oder der Trollinger, werden bei etwa 13°C getrunken. Auch die italienischen Landweine bevorzugen kältere Trinktemperaturen.

Die optimale Wein-Trinktemperatur © Foto: Carina Tietz

Die optimale Wein-Trinktemperatur © Foto: Carina Tietz


Rotweine mögen es warm
Edle Rotweine mögen es wärmer. Bei ihnen liegt die optimale Trinktemperatur bei 14°C bis 16°C. Die wärmsten Trinktemperaturen haben edle und schwere Burgunderweine und Bordeauxweine. Diese entfalten ihre duft- und Geschmacksstoffe optimal bei einer Trinktemperatur von 18°C. Generell sollte die Trinktemperatur von Rotwein nie über 18°C liegen. Natürlich gibt es auch noch besondere Weine, wie zum Beispiel der Portwein oder Madeira. Beide Weine genießt man mit einer Trinktemperatur zwischen 13°C und 15°C. Der Sherry mag es mit 10°C bis 12°C lieber kühler. Am größten ist der Spielraum bei den weißen, deutschen Beeren- und Trockenbeerenauslese mit einer Trinktemperatur zwischen 14°C und 18°C. Gekühlt wird der Wein durch Kühlschränke oder einer permanenten Lagerung im Keller. Komplizierter wird es, die Trinktemperatur eines gekühlten Weines erhöht werden muss. Auf gar keinen Fall darf man gekühlte Weine schockerwärmen. Sie sollten also nicht auf die Heizung oder in warmes Wasser gestellt werden. So gehen sämtliche Duft- und Geschmackstoffe verloren. Gerade letzteres kann sich ganz erheblich auf den Weingeschmack auswirken.




Weinlexikon: Weinverarbeitung nach der Ernte: Das Keltern

Das Keltern
Erst nach der Maische kommt es zum Keltern. Mit dem Keltern bezeichnet man den Schritt, indem die Maische in feste und flüssige Bestandteile getrennt wird. Das Keltern kommt bei Rotwein und Weißwein gleichermaßen zum Einsatz. Es entsteht der Most. Je nach Traubensorte und Reifegrad unterscheidet sich auch der Gehalt an Zucker. Früher wurde der Wein durch das Treten mit bloßen Füßen gekeltert. Heute wird diese Aufgabe von Maschinen übernommen, die einen pneumatischen Druck erzeugen. Allerdings werden in einigen südländischen Kleinkellereien die Trauben immer noch mit den Füßen bearbeitet. Nach dem Keltern kommt die Mostwaage zu Einsatz, die das spezifische Gewicht ermittelt. Die Mindesthöhen sind gesetzlich vorgeschrieben. Erreicht der Most die Mindesthöhe nicht, wird er angereichert. Dazu wird in der Regel Rohrzucker verwendet. In Italien und in den Balkanstaaten wird mit einem zuckerfreien Mostkonzentrat angereichert.



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