Der Weinanbau: Hanglage und Böden

Der Weinanbau
Der Mensch kann den Weinbau zwar beeinflussen, aber am Ende entscheidet doch die Natur. Nur sie alleine kann der Rebe eine optimale Bedingung bieten. Wärme ist die beste Voraussetzung für eine gute Traube. Auch eine gewisse Luftfeuchtigkeit muss vorhanden sein. Extreme Hitze oder Dauerregen können den Reben aber erheblich Schaden. So spielt also die Wahl des Standortes eine entscheidende Rolle. Der Mensch sehnt sich, genau wie die Rebe, nach Sonne. Das ist auch ein Grund dafür, dass es uns mindestens einmal im Jahr in den Süden zieht. Gerade dort ist der Wein ein Nationalgetränk. Blickt man auf die Geschichte des Weines zurück, erkennt man deutlich, dass die Anbaugebiete über Jahrtausenden an denselben Orten zu finden sind.
Doch die Klimaveränderung hat sich auch auf den Weinanbau ausgewirkt. Selbst an Standorten, die über Jahrtausenden die besten Weine garantierten, gibt es heute manchmal schlechte Ernten. Das liegt an den extremem Wetterverhältnis, die auch in Europa verstärkt auftreten.




Auch der Boden wirkt sich auf das Gedeihen der Rebe aus. Die Rebe ist eine sogenannte dankbare Pflanze und wächst auf allen Böden. Allerdings gibt es Böden, die besonders gute Weine hervorbringen.
Sind die Reben reif für die Ernte, beginnt der nächste Prozess. Die Trauben werden geerntet und gekeltert. Ab jetzt greift der Kellermeister ein. Er vollendet, was die Natur auf den Weg gebracht hat. Jeder Schritt entscheidet darüber, ob der Geruch, der Geschmack und das Aussehen des Weines den Kunden am Ende zufrieden stellen. Nur, wenn alle Komponenten miteinander harmonieren, kommt auch ein erlesener Wein in die Flasche.

Die sonnige Hanglage
Weinreben mögen die Sonne. Der Fruchtzucker bildet den Hauptbestandteil für eine erfolgreiche Weingärung. Daher werden zur Weinherstellung süße Trauben gebraucht und diese gedeihen perfekt in sonnenreichen Hanglagen. Ein zweiter wichtiger Bestandteil ist die Fruchtsäure in der Traube. Diese bildet sich durch Abkühlung. Ein paar kühlere Tage sind daher ideal. Frost können Weinreben überhaupt nicht vertragen. Ideale Hänge liegen in Mittel- und Südeuropa. Der höchste Rebenhang in Europa befindet sich in Visperterminen in der Schweiz. Hier wachsen die Trauben in einer Höhe von 1200 Metern.

Es geht nichts über einen guten WeinFoto: © Carina Tietz
Es geht nichts über einen guten WeinFoto: © Carina Tietz

Weinanbau auch in kälteren Lagen
Grundsätzlich sollte der Hang geschützt liegen. Es dürfen keine kalten Winde wehen. Die Hanglagen im Norden kämpfen gegen ein Mischklima an. Der Winzer kann nicht wirklich vorhersagen, ob die Ernte gut wird. Doch im Laufe der Jahre haben die nordeuropäischen Winzer ihre eigenen Strategien entwickelt. Häufig wählen sie Hänge in unmittelbarer Nähe von Seen und Flüssen. Diese Gewässer sind ein idealer Wärmespeicher. Außerdem stehen sie für ein gleichmäßigeres Klima. Die Unterschiede zwischen den Tages- und Nacht-Temperaturen sind geringer. Solche Bedingungen finden Winzer zum Beispiel am Rhein oder an der Mosel vor.
Die Hänge müssen auch für die Bepflanzung geeignet sein. Der Winzer pflanzt die Reben dicht beieinander. Dadurch können sich die Pflanzen gegenseitig wärmen. Das bringt gerade im Frühjahr Vorteile, wenn es zum Beispiel plötzlichen Bodenfrost gibt.
Auch die Luftfeuchtigkeit muss stimmen, denn Reben ziehen zwischen 70 und 90 % Feuchtigkeit aus dem Boden. Der Rest kommt aus der Luft. So darf der Hang auch gerne im Nebel liegen oder viel nächtlichen Tau bilden. Das begünstigt gerade im Herbst das gute Gedeihen der Früchte.




Weinanbau: Auch auf den Boden kommt es an
Der Rebstock bezieht seine Nahrung aus dem Boden. Daher muss er tiefverwurzelt stehen. Kenner wissen, dass die richtige Mischung aus Mineralien und Gesteinen das Wachstum der Rebe ganz entscheidend beeinflussen können. Grundsätzlich ist die Rebe anspruchslos. Sie wächst eigentlich auf allen Böden. Allerdings zeigt sich die Auswirkung des Bodens erst in der Ernte. Nur gute Böden garantieren auch eine gute Ernte. Die Böden sollten steinig sein. Steinige Böden sind in der Regel warm und können die Wärme sehr gut speichern. Auch sandige Böden eignen sich noch gut, da sie sich sehr schnell erwärmen. Aber sie kühlen auch schnell wieder ab. Der Winzer weiß, welcher Boden für seinen Wein am ehesten geeignet ist. Ein edler Riesling bevorzugt zum Beispiel einen durchlässigen Boden aus Schiefer oder Urgestein. Der Silvaner dagegen wächst auf jeden Boden, der nicht ganz so trocken ist.

Die Wahl des Weines Foto: © Carina Tietz
Die Wahl des Weines Foto: © Carina Tietz

Weinanbau: Der Boden beeinflusst den Geschmack
Der Boden wirkt sich auf den Geschmack des Weines aus. Ihr werdet aber auf den Etiketten ganz bestimmt keine Informationen über den Boden finden. Das hat gute Gründe, denn der Nachweis ist kompliziert. Man benötigt neben exakt der gleichen Rebsorte und dem gleichen Jahrgang auch ein Lagenverzeichnis und geologische Karten. Zusammenfassend gilt, dass steinige Böden feinfruchtige Weine hervorrufen. Schwere Böden, zum Beispiel aus Lehm oder Löß stehen eher für blumige Weine. Leichte und spritzige Weine stamme auch von leichten Böden. Die Reben zur Champagnerherstellung kommen vorwiegend aus Kalkböden.
Auch in Deutschland geben die Böden Aufschluss über den Geschmack des Weines. Schwere und feurige Rotweine stammen beispielsweise von den Reben des Kaiserstuhles. Die Reben der pikanten und feinfruchtigen Weine kommen vom mineralreichen Schieferboden der Moselhänge.




Carina Tietz

Freie Journalistin und Autorin

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