Weinlexikon: Die optimale Wein-Trinktemperatur

Die optimale Wein-Trinktemperatur gibt es nicht. Selbst bei Kennern liegt die Temperaturempfehlung etwas auseinander. Das hat gute Gründe, denn jeder Weintrinker hat einen eigenen Geschmack und persönliche Gewohnheiten. So kann man auch die Trinktemperatur von Rotwein nicht pauschalisieren. Es kommt hier auch ganz stark auf die Herkunft des Weines an.



Weißwein und Rosé-Weine genießt man gekühlt
Grundsätzlich kann man aber festhalten, dass Weiß- und Rosé-Weine nur gekühlt ihren vollen Geschmack entfalten. Anders sieht es dagegen bei Rotwein aus. Der schmeckt besser, wenn er wohl temperiert ist. Leichte und helle Qualitätsrotweine trinkt man heute aber immer häufiger gekühlt. Das liegt daran, dass der Wein mittlerweile ein Trendgetränk ist, das man nicht nur zum Essen genießt. Im Sommer wird Wein auch in Form von Weinschorlen als Durstlöscher eingesetzt. Bei Weißweinen werden leichte Sorten stärker gekühlt, als schwere Sorten. Am kühlsten werden Prosecco und Schaumweine serviert.

Rotweine mögen es wärmer © Foto: Carina Tietz
Rotweine mögen es wärmer © Foto: Carina Tietz

Die ideale Temperatur von Schaumweinen
Die Trinktemperatur von Prosecco und Schaumwein sollte aber nie die 5°C unterschreiten. Ansonsten entfaltet sich auf der Zunge nur die Kühle. Der Geschmack wird nicht mehr empfunden. Oft neigen Weintrinker dazu Schaumweine vor dem Genuss ins Eisfach zu legen. Das macht die Flasche zwar ansehnlicher, denn es bildet sich ein wässriger Beschlag aus Eiskristallen. Der Geschmack geht aber bei zu hoher Kühlung gänzlich verloren. Gegen eine Kühlung in speziellen Weinkühler ist dagegen nichts einzuwenden.



Franzosen kühlen mit Vorliebe süße Weißweine
Weißweine können gerne bis auf 5° heruntergekühlt werden. Franzosen tun das mit Vorliebe bei süßen Weißweinen, weil diese so ihren vollen Geschmack verbreiten. Rosé-Weine trinkt man ebenfalls gekühlt. Die optimale Trinktemperatur für die leichten Weißweine liegt zwischen 6°C und 7°C. Edle und teure Weißweine sollten dagegen nicht zu kalt werden. Hier empfehlen Experten eine Trinktemperatur um die 10°C. Sehr edle Weißweine sollten, je nach Rebsorte und Alter nur zwischen 11°C und 13°C gekühlt werden. Unkomplizierte und leichte Rotweine, wie zum Beispiel der Beaujolais Primeur oder der Trollinger, werden bei etwa 13°C getrunken. Auch die italienischen Landweine bevorzugen kältere Trinktemperaturen.

Die optimale Wein-Trinktemperatur © Foto: Carina Tietz
Die optimale Wein-Trinktemperatur © Foto: Carina Tietz

Rotweine mögen es warm
Edle Rotweine mögen es wärmer. Bei ihnen liegt die optimale Trinktemperatur bei 14°C bis 16°C. Die wärmsten Trinktemperaturen haben edle und schwere Burgunderweine und Bordeauxweine. Diese entfalten ihre duft- und Geschmacksstoffe optimal bei einer Trinktemperatur von 18°C. Generell sollte die Trinktemperatur von Rotwein nie über 18°C liegen. Natürlich gibt es auch noch besondere Weine, wie zum Beispiel der Portwein oder Madeira. Beide Weine genießt man mit einer Trinktemperatur zwischen 13°C und 15°C. Der Sherry mag es mit 10°C bis 12°C lieber kühler. Am größten ist der Spielraum bei den weißen, deutschen Beeren- und Trockenbeerenauslese mit einer Trinktemperatur zwischen 14°C und 18°C. Gekühlt wird der Wein durch Kühlschränke oder einer permanenten Lagerung im Keller. Komplizierter wird es, die Trinktemperatur eines gekühlten Weines erhöht werden muss. Auf gar keinen Fall darf man gekühlte Weine schockerwärmen. Sie sollten also nicht auf die Heizung oder in warmes Wasser gestellt werden. So gehen sämtliche Duft- und Geschmackstoffe verloren. Gerade letzteres kann sich ganz erheblich auf den Weingeschmack auswirken.




Carina Tietz

Freie Journalistin und Autorin

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