Provence: Fünf Jahrhunderte waren die Römer zu Gast

Wer die Provence besucht, kann sich den architektonischen Wunderwerken aus der Römerzeit kaum entziehen. Die prägt das Bild der Provence bis heute. Ohne die Römer wäre die Provence um viele kulturelle und historische Städte ärmer.



Die typisch römische Baukunst in der Provence
Die Römer hatten einen unverwechselbaren Baustil, der einem überall in der Provence begegnet. Im Kern war die römische Architektur sehr monumental. Allerdings heißt das nicht, dass man einfach so imposante Bauwerke schaffte. Ganz im Gegenteil! Schaut man mal auf die Städte, dann kann man sehr gut erkennen, dass immer nach einem einheitlichen Schema gebaut wurde. Bevor man überhaupt mit dem Bauen begann, widmete man sich einer exakten Planung. Noch heute verlaufen die viele Straßen in der Provence nach dem römischen Muster: Am Ende der rechtwinklig-kreuzenden Straßenachsen lagen immer wichtige Versammlungsorte, wie zum Beispiel Theater, Rennbahnen oder Tempel. Als Erkennungszeichen schufen die Römer vor dem eigentlichen Bau einer Stadt einen Triumphbogen.

Triumphbogen in der Provence © Foto: Carina Tietz
Triumphbogen in der Provence © Foto: Carina Tietz

Wasserversorgung und römische Brücken in der Provence
Egal, welche Stadt die Römer auch bauten, eine Wasserversorgung wurde immer sichergestellt. Dabei konstruierten und entwickelten sie meisterliche Bauwerke. Ihre technische Versiertheit war herausragend. Das wohl berühmteste Beispiel dafür ist sicherlich der Pont du Gard. Wer mit dem Auto oder Motorrad in der Provence unterwegs ist, wird immer wieder gigantische Brücken aus der Römerzeit passieren. Die Brücken sind so massiv und stabil gebaut wurden, dass man sie auch heute noch nutzen kann. Typisch römische Bauweisen lassen sich auch noch sehr gut in Arles, Nimes und Orange erkennen.

Römische Bauwerke in der Provence © Foto: Carina Tietz
Römische Bauwerke in der Provence © Foto: Carina Tietz

Römische Gräber in der Provence
Besucher der Provence stoßen im gesamten Gebiet auf Gräber und Grabstätten aus der Römerzeit. Viele von ihnen sind immer noch erstaunlich gut erhalten. So, als habe man sie für die Ewigkeit gebaut. Die Vielzahl der Gräber begründet sich auch dadurch, dass die christlichen Südfranzosen, die Bestattungsweise der Römer übernahmen. Das galt vor allem für die Bestattung von gutbetuchten und vornehmen Leuten aus dem Adel und der Oberschicht. Die Bestattung in den Sarkophagen war sehr aufwendig und bis 313 war sie nur den Römern vorbehalten. Erst das Edikt von Mailand erlaubte die Glaubensfreiheit. Mit der Glaubensfreiheit wurden auch andere Bestattungsarten zugelassen.




Carina Tietz

Freie Journalistin und Autorin

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