Weinlexikon: Die Weinernte

Der Kampf gegen das Wetter
Eine erfolgreiche Ernte ist von vielen Kriterien abhängig. Selbst wenn alle Kriterien seitens des Winzers beachtet wurden, hat am Ende doch die Natur das letzte Wort. Der Klimawandel hat den Winzer in jüngster Zeit immer häufiger in Schwierigkeiten gebracht. Nicht selten wurden Teile der Ernte vernichtet oder der Ertrag war verschwindend gering. Schuld daran waren lang andauernde Hitzewellen oder extreme Starkregengebiete, die sich Form von Unwettern entluden. Auch in Zukunft werden sich die Winzer mit der Wetterproblematik auseinandersetzen müssen.




Alle namhaften Winzer stellen die Qualität vor der Quantität der Ernte. So ist der Rebschnitt im Vorfrühling und im Spätwinter für eine gute Ernte unerlässlich. Warme Sommer mit vereinzelten Regengebieten sind ein gutes Zeichen. So kann sich die Säure in der Traube bilden. Ein goldener Herbst vollendet den Ernte-Ertrag. Im Herbst reifen die Trauben vollständig aus und bilden, den für die Gärung so wichtigen, Fruchtzucker.




Die Weinernte: Nur erlaubt mit einer Genehmigung
Das ganze Jahr über ist der Winzer für seine Reben alleine verantwortlich. Bei der Ernte jedoch nicht. Selbst, wenn er seine Trauben für reif genug hält, darf er sie ohne Genehmigung nicht ernten. Ernte- und Lesetermine werden von den Behörden vorgegeben. Dazu wurde ein Leseausschuss ins Leben gerufen, der zu einer Anhörung geladen wird. Erst nach der Anhörung werden die Erntetermine bestimmt. Behördlich geknüpft ist der Weinanbau auch am sogenannten Herbstbann. Mit dem Herbstbann wird die Zeit zwischen Beginn der Traubenreife und dem letzten Tag der Lese bestimmt. In dieser Zeit dürfen die Weinberge nur mit einer behördlichen Genehmigung betreten werden. So sollen in erster Linie Manipulationen verhindert werden. Ab wann eine Lesegenehmigung erteilt wird, hängt vom Wetter und von den spät- oder frühreifenden Traubensorten ab. Will der Winzer zum Beispiel eine Spätlese erzeugen, wartet er mit der Ernte bis zum Spätlesetermin. Diese liegt immer nach der Hauptlese.




Carina Tietz

Freie Journalistin und Autorin

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