Ein dänischer Fußball-Export: Ebbe Sand

von Carina Tietz

Farvel Ebbe Sand

Der letzte große dänische Star der Fußball-Bundesliga war in jüngster Zeit Ebbe Sand. Der 1972 in Ålborg geborene Mittelstürmer begann seine Profi-Karriere bei Brøndby und wechselte 1999 zum FC Schalke 04. Die Ablösesumme lag damals bei 10 Millionen Mark und war für den Bundesligisten ein erfolgreicher Einkauf. Sand war schnell in der gesamten Liga bekannt und machte sich mit seiner Verbundenheit zum Verein und vor allen Dingen durch seine große Fairness einen Namen. Ebbe Sand wurde während seiner Zeit in der Bundesliga nie vom Platz gestellt. Er gilt als der fairste Spieler der Welt.

Neben seiner Fußball-Karriere absolvierte Sand ein Universitätsstudium und ist Bauingenieur von Beruf. Privat hatte der sympathische Däne oft mit schweren Schicksalsschlägen zu kämpfen. 2004 erkrankte er an einer schweren Hirnhautentzündung und war lange Zeit nicht in der Lage zu trainieren oder gar zu spielen. Er hütete zunächst die Ersatzbank und kehrte nur langsam zur Mannschaft zurück. Obwohl er auch noch seinen Stammplatz verlor, wurde er von seinen Mannschaftkameraden zum Kapitän gewählt. Schon im Sommer 1998 hatte Ebbe Sand eine schwere Zeit zu überstehen. Die Ärzte diagnostizierten, kurz vor der Weltmeisterschaft, Hodenkrebs und rieten zu einer schnellen Operation. Sand aber wollte in keinem Fall die dänische Mannschaft alleine nach Frankreich fahren lassen und verschob die Operation. Gegen Nigeria schoss er dann nach nur 16 Sekunden das schnellste Tor der Weltmeisterschaft .



Er besiegte den Krebs und beendete 2006 seine Karriere. Zu diesem Anlass kamen über 60000 Zuschauer in die Schalke-Arena und verabschiedeten ihren Liebling.  Er wurde zweimal dänischer Pokalsieger und dreimal dänischer Meister. Den deutschen Pokal gewann er 2001 und 2002. Er war Torschützenkönig der Bundesliga 2001 und wurde 1998 und 2001 zum Fußballer des Jahres in Dänemark gekürt.

Carina Tietz

Freie Journalistin und Autorin

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