Portrait eines dänischen Kindergartens

Wer mit Kindern nach Dänemark auswandern will, der möchte natürlich mehr über den Alltag erfahren. An dieser Stelle möchten wir der Frage nachgehen, was erwartet unsere Kinder in einem dänischen Kindergarten? Werden sie nach einer Auswanderung nach Dänemark auch erfolgreich integriert? Gibt es Probleme mit der Sprache? Hier ein Portrait eines dänischen Kindergartens, der auch 4 ausländische Kinder betreut, die gemeinsam mit Ihren Eltern nach Dänemark ausgewandert sind.



Es ist sechs Uhr morgens und Dorthe, die stellvertretende Kindergartenleiterin öffnet das große Tor zum Kindergartengelände, das etwa so groß ist wie ein Fußballfeld. Sie hat noch eine Viertelstunde, bis die ersten Kinder eintrudeln, darunter auch zwei Auswanderungskinder, Rachel aus Tansania und Paul aus Deutschland. Vor der Tür steht ein Korb mit Brot, frischgebackenen Brötchen und Milch, Buttermilch und Joghurt. Alles wurde vom örtlichen Bäcker und der Meierei in der Nähe angeliefert. Dorthe läuft zu den Ställen herüber und lässt die Ziegen auf die Außenfläche. Dann holt sie noch schnell die Eier aus dem Hühnerstall und bereitet Rührei mit Speck zu. Mittlerweile ist Denise eingetroffen, er ist betreut die Drachengruppen. Während Dorthe die ersten Kinder begrüßt, bereitet Denise einen großen Obstteller zu. Dann stürmt Paul durch die Tür: „God Morgen“, schreit er und sucht sich blitzschnell einen Platz am Frühstückstisch. Paul ist ein aufgeweckter Junge. Vor sieben Monaten kam er mit seinen deutschen Eltern nach Dänemark. Der Vater ist Bauarbeiter und nach jahrelanger Arbeitslosigkeit, hat er in Dänemark wieder einen guten Job gefunden. Die Mutter putzt im nahgelegenen Krankenhaus und ist rund um Zufrieden mit der Auswanderung nach Dänemark. „Am Anfang war es etwas schwierig für Paul, aber er hat sehr schnell Dänisch gelernt“, erzählt die Mutter und ist zudem begeistert von der Disziplin in den dänischen Kindergärten.



Im Laufe des Vormittags treffen die anderen Kinder und Erzieher ein. Heute werden die Ställe ausgemistet und für die nächste Woche wird Marmelade eingekocht. Susanna pflückt begeistert Brombeeren, die auf dem Kindergartengelände wachsen und aus denen später Gelee gemacht wird. Sie spricht fließend Dänisch. Vor zwei Jahren kam sie mit ihren Eltern aus Deutschland. Der Vater ist in der Werbung tätig und ist wegen der beruflichen besseren Aussichten nach Dänemark ausgewandert. Susannas Mutter ist Tierärztin und hilft nachmittags ein paar Stunden in einer Tierklinik aus. Ansonsten kümmert sie sich um die fünf Kinder. Susanna und ihre vier Geschwister sprachen vor der Auswanderung nach Dänemark nicht ein Wort Dänisch. Sie kannten das Land nur vom Urlaub her. Vor drei Jahren kehrte die Familie einem Ort in der Nähe von Köln den Rücken und wanderte nach Dänemark aus. Bereut haben Sie es nie. Gleich nach der Auswanderung nach Dänemark haben sie ein altes, fast 400 qm großes Bauerhaus gekauft und mit und mit restauriert.

Die Kindergartenküche ist in zwei Lager geteilt. Die einen stellen fleißig Marmelade her, während die anderen das Mittagessen zubereiten. Es gibt Fischfilet mit Kartoffeln und Möhren. Die Kinder helfen selbstverständlich mit. Paul ist sauer, denn er ist zum Spüldienst eingeteilt und muss die Spülmaschine befüllen. Susanna hat ihr Gummistiefel angezogen und beseitigt das alte Stroh im Hasenstall. Die Kinder sind heute tüchtig, denn alle wollen schnell fertig werden. Um ein Uhr steht eine Radtour zum nahgelegenen Limfjord auf dem Programm und wenn das Wetter weiter mitspielt können die Kinder sogar schwimmen. Fotos eines dänischen Kindergartens



Carina Tietz

Freie Journalistin und Autorin

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