Noch keine Normalität in Dömitz

Der Katastrophenalarm in Folge des Elbehochwassers im Landkreis Ludwigslust-Parchim endet heute (17.06.2013) um 12 Uhr. Das gab Landrat Rolf Christiansen nach Beratung im Führungsstab der Kreisverwaltung heute Morgen in Ludwigslust bekannt. Zugleich wird angesichts weiter sinkender Wasserstände die Alarmstufe IV aufgehoben.

Dömitz, 13. Juni 2013 (c) Carina Tietz

Dömitz, 17. Juni 2013 (c) Carina Tietz

In Abstimmung mit dem Bildungsministerium wird regulärer Schulbetrieb an allen Schulen im Landkreis Ludwigslust-Parchim am morgigen Dienstag, 18. Juni, wieder aufgenommen.

Das im Zusammenhang mit dem Hochwasser getroffene absolute Betretungsverbot der Deiche gilt weiterhin. Der Zustand der Deiche ist unter ständiger Kontrolle.

Das Sperrgebiet im hochwassergefährdeten Bereich, das am 10. Juni festgelegt worden war, und damit verbundene Verkehrsbeschränkungen wurden bereits gestern Abend aufgehoben.

Noch sind die Discounter in Dömitz geschlossen (c) Carina Tietz

Noch sind die Discounter in Dömitz geschlossen (c) Carina Tietz

Die Pegelstände der Elbe betrugen heute um 6.00 Uhr am Pegel in Dömitz 6,32 Meter, am Pegel in Boizenburg 6,43 Meter. Die Wasserstände sinken derzeit um weniger als einen Zentimeter in der Stunde. Für morgen werden Wasserstände von 6,25 Metern in Dömitz und 6,35 Metern in Boizenburg erwartet.


Zurzeit werden zur Entlastung der Deiche die Sandsackerhöhungen rückgebaut Des Weiteren steht die Beobachtung und Beseitigung von Schwachstellen im Mittelpunkt. Entleerte, nicht mehr benötigte Sandsäcke stehen Anwohnern zur Verfügung. Darauf macht der Katastrophenabwehrstab des Landkreises aufmerksam. Die Sandsäcke können abgeholt, getrocknet und zum späteren privaten Hochwasserschutz eingesetzt werden.

Überall liegen Sandsäcke, 17. Juni 2013 in Dömitz (c) Carina Tietz

Überall liegen Sandsäcke, 13. Juni 2013 in Dömitz (c) Carina Tietz

Mit Stand von heute sind etwa 1000 Einsatzkräfte an den Deichen, in den örtlichen Stäben und im Katastrophenabwehrstab des Landkreises im Einsatz.

Mit dem Ende des Katastrophenalarms wird seitens des Landkreises auch der Betrieb des Bürgertelefons eingestellt. Ab Mittag ist die Kreisverwaltung in allen Fragen unter den Rufnummern 03871 722-0 in Parchim und 03874 624-0 in Ludwigslust erreichbar.

Auch in Dömitzer geht der Dank an die Helfer (c) Carina Tietz

Auch in Dömitzer geht der Dank an die Helfer (c) Carina Tietz



Hochwasser-Lage am 16. Juni im Landkreis Ludwigslust-Parchim

In der Sitzung des Katastrophenabwehrstabes des Landkreises Ludwigslust-Parchim heute Nachmittag um 16 Uhr wird Landrat Rolf Christiansen in Abstimmung mit den Fachberatern über die Aufhebung des Katastrophenalarms entscheiden. Das kündigte der Landrat heute Morgen in der Sitzung des Führungsstabes an.

„Ich gehe davon aus, dass wir heute um 18 Uhr den Katastrophenalarm und die Alarmstufe IV aufheben werden“, sagt Landrat Christiansen. „Im Stab sind wir uns einig, dass unser Landkreis bis dahin eine vorsichtige Linie fahren und keine überstürzten Entscheidungen treffen wird. Maßgeblich ist nicht der Richtwert für eine Alarmstufe, sondern der Zustand der Deiche und die Gesamtlage.“

Wann in Zusammenhang mit dem Hochwasser getroffene Maßnahmen wie das Betretungsverbot der Deiche, der verfügte Sperrbereich zwischen und die damit verbundener Straßensperrungen aufgehoben werden, wird voraussichtlich in der Sitzung des Stabes heute Nachmittag entschieden. Regulärer Schulbetrieb an allen Schulen im Landkreis Ludwigslust-Parchim wird voraussichtlich am Dienstag, 18. Juni, wieder aufgenommen.

Zurzeit werden die Sandsackaufstockungen an den Deichen durch Einsatzkräfte zurückgebaut. Entleerte, nicht mehr benötigte Sandsäcke stehen Anwohnern zur Verfügung. Darauf macht der Katastrophenabwehrstab des Landkreises aufmerksam. Die Sandsäcke können abgeholt, getrocknet und zum späteren privaten Hochwasserschutz eingesetzt werden.

Die Wasserstände der Elbe im Landkreis Ludwigslust-Parchim sind weiter rückläufig. Heute um 9.00 Uhr wurden am Pegel in Dömitz 6,43 Meter gemessen, am Pegel in Boizenburg 6,57 Meter. Zurzeit sinkt der Wasserstand um etwa einen Zentimeter pro Stunde. Für Montag werden Werte von 6,30 Metern in Dömitz und 6, 40 Metern in Boizenburg erwartet.

Im Landkreis Ludwigslust-Parchim hatte Landrat Rolf Christiansen am 5. Juni angesichts vorhergesagter Wasserstände der Elbe von bis zu 8 Metern die Alarmstufe IV und den Katastrophenalarm ausgerufen. Höchste Wasserstände wurden am 10. Juni mit 7,21 Metern in Dömitz und 7,32 Metern am 11. Juni in Boizenburg gemessen. Die Deiche im mecklenburgischen Elbeabschnitt sind für Hochwasserstände von bis zu 6,80 Metern ausgelegt. Darüber bleibt ein Meter Freibord bis zur Deichkrone. Entlastung für den Verlauf des Hochwassers im Landkreis Ludwigslust-Parchim war maßgeblich durch Deichbrüche im oberen Verlauf der Elbe sowie die Flutung der Havel-Polder eingetreten.

Zur Deichaufstockung und –verteidigung wurden seit dem 5. Juni mehr als 1,2 Millionen Sandsäcke an den Deichen an Elbe und Elde verbaut. Insgesamt standen mehr als 2 Millionen Sandsäcke zur Verfügung. Zeitweilig waren mehr als 3000 Einsatzkräfte von Bundeswehr, Feuerwehren, Polizei, THW, DRK, ASB, Malteser Hilfsdienst und weiteren Beteiligten im Einsatz.

Schulbetrieb im Landkreis Ludwigslust Parchim

An folgenden Schulen finden kein Unterricht und keine Betreuung und Aufsicht statt:

•Gymnasiales Schulzentrum „Fritz Reuter“ – Verbundene Regionale Schule und Gymnasium mit Grundschule und Schule mit dem Förderschwerpunkt Lernen Dömitz

• Grundschule „Viktor Bausch“ Neu Kaliß

• Grundschule „Ludwig Reinhard“ Boizenburg

• Grundschule „An den Eichen“ Boizenburg

• Grundschule Eldena

• Grundschule Gresse

• Grundschule Ludwigslust/OT Kummer

• Grundschule Malliß

• Regionale Schule „P.J. Lenné“ Ludwigslust

• Regionale Schule Malliß

• Regionale Schule „Rudolf Tarnow“ Boizenburg

• Regionale Schule mit Grundschule Lübtheen

• Regionale Schule mit Grundschule „Theodor Körner“ Picher

• Regionale Schule mit Grundschule Vellahn

• Gymnasium Elbegymnasium Boizenburg

• Goethe-Gymnasium Ludwigslust

• Schule mit dem Förderschwerpunkt Lernen Diesterweg-Schule Hagenow

• Berufliche Schule Ludwigslust

• Berufliche Schule – Nebenstelle Hagenow

In der Zeit des Katastrophenalarms kann die Schülerbeförderung im Landkreis Ludwigslust-Parchim auf dem Gebiet des Altkreises Ludwigslust durch die Ludwigsluster Verkehrsgesellschaft (LVG) weiterhin nicht abgesichert werden. Die betroffenen Fahrschüler sind vom Unterricht befreit.

An allen nicht genannten Schulen im Landkreis Ludwigslust-Parchim findet regulärer Unterricht statt.

Regulärer Schulbetrieb an allen Schulen im Landkreis Ludwigslust-Parchim wird voraussichtlich am Dienstag, 18.06.2013, wieder aufgenommen.

Aktuelle Informationen, auch zur Wiederaufnahme des Unterrichts, entnehmen Sie bitte den Medien und der Homepage des Landkreises Ludwigslust-Parchim  www.kreis-swm.eu. Aktuelle Informationen halten auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kreisverwaltung am Bürgertelefon 03874 624-3333.

 


Regen hatte keine negativen Auswirkungen, aber auch weiterhin Wachsamkeit geboten

Entlang der niedersächsischen Elbe sinken die Wasserstände weiter. „An vielen Pegeln bewegen wir uns aber immer noch im Bereich der alten Rekordwerte aus den Hochwasserereignissen zwischen 2002 und 2011 so dass auch in den kommenden Tagen weiterhin Wachsamkeit geboten ist“, betonte der NLWKN (Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz) am Freitag in Lüneburg.

Bis zum Nachmittag waren an den niedersächsischen Deichstrecken und wasserwirtschaftlichen Anlagen keine gravierenden Probleme aufgetreten, der Regen der vergangenen Nacht hatte somit keine spürbaren negativen Auswirkungen.

Da der Scheitelpunkt der Hochwasserwelle Niedersachsen passiert hat, begannen die Einsatzkräfte im Laufe des gestrigen Donnerstags vielerorts damit, die Aufkadungen (provisorische Deicherhöhungen mit Sandsäcken) wieder zurückzubauen.

In den nächsten Tagen wird ein Sinken des Wasserspiegels von etwa 20 cm pro Tag erwartet.

Am Pegel Dömitz wird voraussichtlich am morgigen Samstag der Richtwert für die Alarmstufe IV der Deichverteidigungsordnungen des Artlenburger und Neuhauser Deich- und Unterhaltungsverbandes von 650 cm am Pegel Dömitz wieder unterschritten.

Der NLWKN Lüneburg beobachtet die Entwicklung der Wasserstände weiter. 

 



Eine ruhige Nacht auf der anderen Elbseite

Die Pegel in Dömitz sinken und die Bevölkerung diesseits und jenseits der Elbe kann durchatmen. Die ergiebigen Regenfälle brachten für die Elbdeiche in Mecklenburg Vorpommern keine Gefahr. Bisher halten die Deiche den Wassermassen stand. Ein Sprecher des Landkreises Ludwigslust-Parchim teilte gegenüber dem NDR mit, dass es in der Nacht keine besonderen Vorkommnisse gab. Die Pegel in Dömitz sind gegenüber der Höchstmarke um 40 Zentimeter gesunken. Eine endgültige Entwarnung kann es aber erst ab einem Wasserstand von unter 6,50 Metern geben. 

Lage auf der anderen Seite der Elbe (Stand 12. Juni)

Als angespannt, aber beherrschbar bewertet der Katstrophenabwehrstab des Landkreises Ludwigslust-Parchim die aktuelle Hochwasserlage. Am Pegel Dömitz sank der Wasserstand vom Höchstwert 7,21 Meter in der Nacht zum Mittwoch bis heute Nachmittag um 15 Uhr auf 7,12 Meter. In Boizenburg sank das Hochwasser in diesem Zeitraum vom Spitzenwert 7,32 Meter auf 7,31 Meter. Bis zum 17./18. Juni werden die Wasserstände der Elbe im Verlauf des Landkreises Ludwigslust-Parchim täglich voraussichtlich um 10 bis 20 Zentimeter sinken und dann den Richtwert für die Hochwasseralarmstufe IV von 6,50 Metern unterschreiten.

In allen Bereichen der Elbe treten mittlerweile in Folge des lange anhaltenden, immensen Hochwassers Sickerstellen auf. Auch diese Stellen werden regelmäßig von den Deichwachen kontrolliert und gegebenenfalls gesichert. An der Bundesstraße 5 bei Horst drohte eine Verwallung abzurutschen. Auch dieser Bereich wurde gesichert. Die Bundesstraße 191 wurde heute zwischen Malliß und Dömitz vorsorglich gesperrt, um Erschütterungen des gesicherten und erhöhten Deiches in Heiddorf insbesondere durch Schwerlastverkehr zu vermeiden. Der Straßenverkehr wird örtlich umgeleitet.

In der Sitzung des Stabes wies Landrat Rolf Christiansen erneut darauf hin, dass das Betreten der Deichanlagen strengstens verboten ist. „Schon kleinste Beschädigungen der Grasnarbe könnten bei dem derzeit herrschenden Druck des Wassers auf die durchweichten Deiche schlimme Folgen haben. In diesem Zusammenhang hat der Landrat heute eine Allgemeinverfügung zum Betreten der Deiche erlassen. Er kündigte an, dass die Einsatzkräfte, insbesondere die Polizei, die Einhaltung des Betretungsverbots konsequent durchsetzen. Das Betretungsverbot gilt auch in einem Zehn-Meter-Streifen landseitig des Deichfußes.

Keinerlei Entwarnung, der Scheitelwert steht

An den Pegeln Schnackenburg , Lenzen, Dömitz und Hitzacker hat sich nach zwei Tagen in etwa auf Niveau des Scheitelwerts eine fallende Tendenz eingestellt. Der Hochwasserscheitel befindet sich derzeit im niedersächsischen Bereich unterhalb von Neu Darchau bis Hohnstorf .

Die Höchstwasserstände werden sich hier voraussichtlich etwa zwei Tage auf dem hohen Niveau halten.

Die höchsten bisher gemessenen Wasserstände wurden bzw. werden durch das aktuelle Hochwasserereignis im niedersächsischen Bereich in einer Spanne zwischen 28 cm und 50 cm überschritten. Schnackenburg (28 cm); Damnatz (50 cm); Hitzacker (48 cm); Neu Darchau (46 cm); Bleckede (47 cm).

Das Bemessungshochwasser (BHW) von 760 cm am Pegel Schnackenburg ist seit dem 9. Juni überschritten und ist heute im Laufe des Nachmittags wieder unter diesen Wert fallen. Somit ist auch an den anderen Messstationen mit einer Überschreitung des BHW von etwa drei Tagen zu rechnen.

Der NLWKN Lüneburg beobachtet die Entwicklung der Wasserstände und wird über die weitere Entwicklung des Hochwassers informieren.

 

Scheitelwerte weitestgehend erreicht, aber das Wasser wird längere Zeit auf hohem Niveau bleiben

An den Pegeln Schnackenburg, Lenzen, Hitzacker und Dömitz hat sich der Scheitelwert eingestellt. Dieser wird sich in den nächsten Tagen auf einem hohem Niveau halten. Der Hochwasserscheitel befindet sich momentan zwischen Wittenberge und Dömitz. Das Wehr Neuwerben wurde am Abend des 10. Juni, aufgrund des Deichbruchs in Fischbeck, wieder geschlossen. Es sollte eine zusätzliche Gefährdung Havelbergs vermieden werden.

Die Tendenz einer Überschreitung von fast 50 cm über dem bisher höchsten gemessenen Wasserständen, an den Pegeln Schnackenburg bis Dömitz, wird sich voraussichtlich auch an den unterhalb gelegenen Pegeln fortsetzen. Ebenfalls muss an den unterhalb gelegenen Pegeln auch mit einer Verweildauer des Wasserstandes auf einem hohem Niveau gerechnet werden. Das kann mehrere Tage andauern.

Die Trübung des Wassers geht seit Montag zurück, was gemäß der Erfahrungen ein Zeichen dafür ist, dass der Scheitel erreicht ist.

Der NLWKN Lüneburg beobachtet die Entwicklung der Wasserstände weiter und wird über die weitere Entwicklung des Hochwassers informieren.

Stärkere Kontrolle im Hochwasser-Sperrbezirk

Die Vorbereitungen auf eine mögliche Evakuierung einzelner akut gefährdeter Bereiche im Landkreis Ludwigslust-Parchim sind weitgehend abgeschlossen. Um genügend Handlungsspielraum zu haben, hatte Landrat Rolf Christiansen gestern die Einrichtung eines Sperrbereichs etwa zwischen der Bundesstraße 5 und der Elbe angeordnet. Stabschef Schmülling unterstrich heute erneut, dass dieser Sperrbereich weiterhin zugänglich ist für alle Anwohner (mit Personalausweis), für alle dort Beschäftigten (mit einer Beschäftigungsbescheinigung des Arbeitgebers), Zulieferer von Lebensmitteln und anderen Gütern sowie alle Einsatzkräfte. Alle weiteren Personen müssen der Allgemeinverfügung folgend bis heute um 16 Uhr den Sperrbereich verlassen haben. Die Polizei kündigte in diesem Zusammenhang verstärkte Streifentätigkeiten in dem gesperrten Gebiet an.

Die Verkehrslage ab Dömitzer Brücke

Immer wieder erreichen mich Anfragen zur Lage im Osten und an der Dömitzer Brücke. Die Dömitzer Brücke ist auch weiterhin befahrbar. Allerdings gibt es kurze, sporadische Sperrungen. Diese sollen den Einsatzfahrzeugen freie Fahrt garantieren.

Im Stadtgebiet von Dömitz gibt es allerdings einige Einschränkungen. Hier hat die Polizei bereits mehrere Platzverweise ausgesprochen, da auch in Dömitz der Katastrophentourismus deutlich zugenommen hat. Vereinzelt gibt es auch Kontrollen. Dömitz ist Sperrgebiet und darf seit gestern nur von Anwohner, Hilfskräften und Personen, die dort arbeiten betreten werden. Das gilt auch für andere Bereiche im Landkreis Ludwigslust-Parchim.

Die 191 ist ab der L04 gesperrt.

Für den Durchgangsverkehr gesperrt sind auch alle Zufahrten zum Amt Neuhaus (Landkreis Lüneburg). Das betrifft insbesondere den Abschnitt zwischen der Kreuzung B195/B191 bei Dömitz und Boizenburg. In Anbetracht der angespannten Lage kann es kurzfristig zu weiteren Sperrungen kommen. Der Katastrophenabwehrstab weist aber darauf hin, dass das gesamte Gebiet weiträumig zu umfahren ist.

 

 

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