Hafen-Imbiss Glyngøre

Bei schönem Wetter ist die Atmosphäre einzigartig und der Geruch des Meeres liegt in der Luft. Unmittelbar am Hafen liegt der Havne Grillen Glyngøre. Eigentlich ist es nur eine einfache Imbiss-Bude mit ein paar Holztischen, doch wer den typischen Fischer-Flair erleben will, der muss hier einmal speisen. Der Imbiss ist das ganze Jahr über ein beliebter Treff für Fischer. Wer mit dem Kutter stundenlang auf dem Limfjord unterwegs ist, der ist natürlich hungrig. Das denkt sich auch der Betreiber des Havne Grillen und dementsprechend üppig sind die Portionen. Wer einen Pølser-Teller bestellt, der wird überrascht sein über die Portionsgröße. Auch das Fiske-Filet ist empfehlenswert und der Preis von 59 dänischen Kronen ist bei weitem nicht zu teuer. Freitags gibt es Feierabend-Øl und dann wird es voll in der kleinen Bude. Im Sommer kann man vor der Türe sitzen und dem Treiben im Hafen zuschauen. Dann wird auch Eis serviert und die Grillbude ist ein beliebter Treff für Einheimische und Touristen. Im Winter wird es generell ruhiger in Glyngøre und das ist auch im Havne Grillen zu spüren. Im hinteren Teil des Grills gibt es einige Sitzmöglichkeiten und durch die Panoramafenster hat man einen ausgezeichneten Blick auf die nahgelegen Sund-Brücke.

Portrait eines dänischen Kindergartens

Wer mit Kindern nach Dänemark auswandern will, der möchte natürlich mehr über den Alltag erfahren. An dieser Stelle möchten wir der Frage nachgehen, was erwartet unsere Kinder in einem dänischen Kindergarten? Werden sie nach einer Auswanderung nach Dänemark auch erfolgreich integriert? Gibt es Probleme mit der Sprache? Hier ein Portrait eines dänischen Kindergartens, der auch 4 ausländische Kinder betreut, die gemeinsam mit Ihren Eltern nach Dänemark ausgewandert sind.

Es ist sechs Uhr morgens und Dorthe, die stellvertretende Kindergartenleiterin öffnet das große Tor zum Kindergartengelände, das etwa so groß ist wie ein Fußballfeld. Sie hat noch eine Viertelstunde, bis die ersten Kinder eintrudeln, darunter auch zwei Auswanderungskinder, Rachel aus Tansania und Paul aus Deutschland. Vor der Tür steht ein Korb mit Brot, frischgebackenen Brötchen und Milch, Buttermilch und Joghurt. Alles wurde vom örtlichen Bäcker und der Meierei in der Nähe angeliefert. Dorthe läuft zu den Ställen herüber und lässt die Ziegen auf die Außenfläche. Dann holt sie noch schnell die Eier aus dem Hühnerstall und bereitet Rührei mit Speck zu. Mittlerweile ist Denise eingetroffen, er ist betreut die Drachengruppen. Während Dorthe die ersten Kinder begrüßt, bereitet Denise einen großen Obstteller zu. Dann stürmt Paul durch die Tür: „God Morgen“, schreit er und sucht sich blitzschnell einen Platz am Frühstückstisch. Paul ist ein aufgeweckter Junge. Vor sieben Monaten kam er mit seinen deutschen Eltern nach Dänemark. Der Vater ist Bauarbeiter und nach jahrelanger Arbeitslosigkeit, hat er in Dänemark wieder einen guten Job gefunden. Die Mutter putzt im nahgelegenen Krankenhaus und ist rund um Zufrieden mit der Auswanderung nach Dänemark. „Am Anfang war es etwas schwierig für Paul, aber er hat sehr schnell Dänisch gelernt“, erzählt die Mutter und ist zudem begeistert von der Disziplin in den dänischen Kindergärten.

Im Laufe des Vormittags treffen die anderen Kinder und Erzieher ein. Heute werden die Ställe ausgemistet und für die nächste Woche wird Marmelade eingekocht. Susanna pflückt begeistert Brombeeren, die auf dem Kindergartengelände wachsen und aus denen später Gelee gemacht wird. Sie spricht fließend Dänisch. Vor zwei Jahren kam sie mit ihren Eltern aus Deutschland. Der Vater ist in der Werbung tätig und ist wegen der beruflichen besseren Aussichten nach Dänemark ausgewandert. Susannas Mutter ist Tierärztin und hilft nachmittags ein paar Stunden in einer Tierklinik aus. Ansonsten kümmert sie sich um die fünf Kinder. Susanna und ihre vier Geschwister sprachen vor der Auswanderung nach Dänemark nicht ein Wort Dänisch. Sie kannten das Land nur vom Urlaub her. Vor drei Jahren kehrte die Familie einem Ort in der Nähe von Köln den Rücken und wanderte nach Dänemark aus. Bereut haben Sie es nie. Gleich nach der Auswanderung nach Dänemark haben sie ein altes, fast 400 qm großes Bauerhaus gekauft und mit und mit restauriert.

Die Kindergartenküche ist in zwei Lager geteilt. Die einen stellen fleißig Marmelade her, während die anderen das Mittagessen zubereiten. Es gibt Fischfilet mit Kartoffeln und Möhren. Die Kinder helfen selbstverständlich mit. Paul ist sauer, denn er ist zum Spüldienst eingeteilt und muss die Spülmaschine befüllen. Susanna hat ihr Gummistiefel angezogen und beseitigt das alte Stroh im Hasenstall. Die Kinder sind heute tüchtig, denn alle wollen schnell fertig werden. Um ein Uhr steht eine Radtour zum nahgelegenen Limfjord auf dem Programm und wenn das Wetter weiter mitspielt können die Kinder sogar schwimmen. Fotos eines dänischen Kindergartens

Fur Bier – Eine echte dänische Spezialität

Fur Bier ist erstklassig und würzig im Geschmack. Es ist ein Erlebniss für die Sinne. Doch wer es trinkt, der muss ganz schön tief in die Tasche greifen. Wer einen Kasten des Edel-Bieres erwerben will, der darf mit einem unglaublichen Preis von etwa 100 Euro rechnen. Dabei handelt es sich natürlich nur um die Sorten, die man das ganze Jahr über kaufen kann. Osterbier oder Weihnachtsbier sind noch teurer. Der einzigartige Geschmack soll vom Fur Wasser stammen, mit dem das Bier ohne Zusätze gebraut wird.

Fur Bier kann man in vielen Supermärkten auf Salling, Thy und Fur kaufen. Wer es stilecht genießen will, der sollte der Brauerei einen Besuch abstatten. Im Sommer werden hier zahlreiche Attraktionen geboten, wie zum Beispiel Live-Musik. die Brauerei kann auch besichtigt werden. Es gibt eine Art Biergarten unmittelbar neben der Brauerei. Im Restaurant gibt es zudem regionale Delikatessen.

Die Insel Fur erreicht man bequem von Salling aus. Ab Skive folgt man der Bundesstraße 551. Glleich hinter Selde liegt der Fähranleger. Die Fähre verkehren tagsüber alle 20 Minuten.

Auswandern nach Dänemark – Ein Interview

Auswandern nach Dänemark – Ein Interview mit Silke

Ich bin mit Silke verabredet. Wir treffen uns in einem Café in Ribe. Hier ganz in der Nähe wohnt die 31 jährige Deutsche. Sie ist Köchin von Beruf. Vor 2 Jahre trennt sich ihr Mann überraschend von ihr. Nach der Scheidung beschließt sie etwas neues anzufangen und fährt nach 10 Jahren zum 1.Mal alleine in den Urlaub. Ihr Ziel ist die Insel Rømø. Sie ahnt nicht, dass die Reise ihr Leben verändert wird. Ein purer Zufall ist Schuld daran.

Wie bist Du nach Dänemark gekommen? Es ist eine lange Geschichte! Ich war auf dem Weg nach Rømø. Auf der Autobahn gab es nur Staus und es war schon nach Mitternacht als ich die dänische Grenze passierte. Ich hatte irgendwie die Orientierung verloren und beschloss in einem Gasthof eine Zwischenübernachtung einzulegen. Dort hing ein Schild in deutscher Sprache mit der Aufschrift „Koch gesucht“. Das war meine Chance.

So einfach war die Jobsuche? Ich bin zunächst nach Rømø gefahren und irgendwann kam mir die Idee, noch einmal zum Gasthof zurückzukehren und mich dort zu bewerben. Das war kurz nach meiner Scheidung. Ich war seit 10 Jahre aus dem Beruf und hatte nach der Lehre nie wirklich gearbeitet. Obwohl unsere Ehe Kinderlos blieb, hatte mein Mann immer das Geld verdient. Ich fuhr also zurück und stellte mich einfach so vor. Ohne Bewerbungsunterlagen, aber voller Selbstbewusstsein und bereit für neue Taten. Das muss die Chefin beeindruckt haben. Sie rief mich nur drei Tage später an und ich hatte den Job in der Tasche. Jetzt hieß es „auf nach Dänemark“.

Ist Dir der Abschied nicht schwer gefallen? Nein, gar nicht. Verwandte habe ich in Deutschland eh keine mehr und nach der Scheidung ist mir bewusst geworden, dass unsere Freunde eigentlich nur die meines Mannes waren. Ich hatte sie nur immer bekocht und das kam mir jetzt zu Gute.

Wie waren die ersten Wochen in Dänemark? Ich bin direkt gut zurecht gekommen und habe mit auf Anhieb mit meiner Chefin und ihrem Mann verstanden. Sie waren schnell begeistert von meinen Kochkünsten. Zu Beginn habe ich im Gasthof gewohnt. Vier Monate später zog ich in ein kleines Häuschen mit 70 qm Wohnfläche. Klar war es am Anfang nicht leicht. Im Gasthof konnte ich zum Glück schnell Kontakte knüpfen und irgendwie war ich in Deutschland ja auch plötzlich einsam. Aber alle haben mich integriert. Heute habe ich eine Menge Freunde und Bekannte und ich kann behaupten, dass es wirklich Freunde sind.

Bist Du immer noch glücklich und würdest Du es wieder tun? Diese Frage kann ich nur bejahen. Ich bin ein anderer Mensch geworden. Ein Leben ohne die Nordsee kann ich mir nicht mehr vorstellen. Jeden Tag fahre ich mit meinen beiden Hunden an den Strand. Sicher hätte es auch anders ausgehen können, aber ich hatte einfach nur Glück!

Vermisst Du nichts? Nein, wirklich vermissen tue ich nichts. Naja, vielleicht die großen Drogerie-Märkte, aber bis zur deutschen Grenze ist es ja nicht soweit.

 

Mein Zusammentreffen mit dem dänischen Ministerpräsident

Von Carina Tietz

Im November 2009 war es endlich soweit. Ich bekam eine Akkreditierung und durfte den dänischen Ministerpräsidenten Lars Løkke Rasmussen auf seiner Wahlkampftour in Jütland ein kleines Stück begleiten. Den ganzen Tag schon ist der gelernte Jurist unterwegs. Einer der letzten Termine führt den Ministerpräsident in jütländische Skive. Die Kleinstadt am Fuße des Fjords ist von der Wirtschaftskrise schwer gekennzeichnet. Ein großer Teil der Bevölkerung ist arbeitslos, doch Lars Løkke Rasmussen ist optimistisch. Er muss Wahlkampf betreiben und will Stimmen gewinnen für die Venstre Partei.

 

Lars Løkke Rasmussen (c) Carina Tietz

Lars Løkke Rasmussen (c) Carina Tietz

 

Schon eine Stunde vor Ankunft des Staatsmannes treffen die ersten Journalisten und Neugierigen am Rathaus von Skive ein. Die Aufregung ist groß, denn nur selten verirrt sich solch ein Prominenter in die jütländische Provinz. Auch Skives Bürgermeister Flemming Eskildsen ist aufgeregt. Er möchte eine gute Vorstellung abliefern.

Die ersten Sicherheitsmitarbeiter sind eingetroffen. Nach der jüngsten Terrorgefahr in Dänemark ist auch die Lage auf dem Land angespannt. Penibel wird jeder Winkel inspiziert. Die Gäste einer nahgelegenen Kneipe werden überprüft. Auch Briefkästen, Papierkörbe und Kanaldeckel werden in Augenschein genommen. Nur wenige Pressevertreter und Anhänger der Venstre-Partei sind zugelassen.

Kurz vor der Ankunft von Lars Løkke Rasmussen wird vorsichtshalber die Straße gesperrt. Passanten müssen warten und der Verkehr wird umgeleitet. Der Sicherheitsdienst ist wachsam und behält alles im Auge. Plötzlich ist die Aufregung groß. Auf der gegenüberliegenden Seite hat sich ein junger Araber positioniert. Sofort sind Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes zur Stelle. Er wird zur Rede gestellt und wirkt verunsichert. Dann erfolgt eine Unterredung. Wir Journalisten müssen Abstand halten und können nicht genau verstehen was gesprochen wird. Man munkelt der Araber sei Journalist, aber einen gültigen Presseausweis kann er nicht vorweisen. Sein Rucksack wird durchsucht und auch seine Digitalkamera wird genausten unter die Lupe genommen. Er darf vor Ort bleiben, wird jedoch auf Schritt und Tritt von einem Sicherheitsmitarbeiter begleitet.

Dann die nächste Aufregung. Im Skiver Rathaus wird noch gearbeitet. Einige haben erfahren, dass der dänische Ministerpräsident zu Besuch kommt und wollen das Geschehen vom offenen Fenster aus beobachten. Zunächst tummeln sich nur einige Schaulustige an den Scheiben, doch je näher die Ankunft rückt, desto mehr Menschen drängeln sich an den Gebäudefenstern. Wahrscheinlich ist die Angst vor Scharfschützen, die die Sicherheitsdienstmitarbeiter dazu zwingt, die Rathausmitarbeiter von den Fenstern zurückzudrängen.

Von einem Kollegen des dänischen Fernsehens erfahre ich, dass Lars Løkke Rasmussen Ankunft unmittelbar bevorsteht. Unter den wenigen Journalisten herrscht Gedränge. Dann rollt ein VW-Geländewagen heran und ich mache zum ersten mal persönlich Bekanntschaft mit der „Angela Merkel Dänemarks“. Doch die beiden Politiker haben nur wenig gemeinsam.

Der in Vejle geborene Lars Løkke Rasmussen hat so gar nichts von einem Staatsmann. Er ist freundlich, wirkt locker und strahlt diese typische dänische Gelassenheit aus. Er trägt zwar ein Hemd und eine Krawatte, aber seinen Anzug hat er zu Hause gelassen. Stattdessen ist er mit einer Windjacke der Venstre-Partei bekleidet. Völlig unkompliziert und ohne jede Arroganz begrüßt er seine Parteimitglieder und schüttelt auch mit Small-Talk uns Journalisten die Hände. Ein rund um sympathischer und offener Ministerpräsident.

Unter großem Sicherheitsaufgebot betritt er gemeinsam mit dem Bürgermeister von Skive das Rathaus. Einige Beamte applaudieren. Die üblichen Geschenke werden verteilt und Lars Løkke Rasmussen macht Wahlversprechen. Er will dabei helfen die Arbeitslosigkeit zu bekämpfen. Gemeinsam will man versuchen Arbeitnehmer und Unternehmen in und um Skive zu halten. Auch die Bildungspolitik und die Kinderbetreuung stehen zur Debatte. Dann tritt ein Bürger aus Skive an den dänischen Politiker heran. Seit der Wirtschaftskrise ist der Bauarbeiter arbeitslos. Er hat genug davon und will endlich wieder für seine Familie sorgen können. Lars Løkke Rasmussen hat ein offenes Ohr für ihn und er ist an seinen Nöten und Ängsten interessiert. Aufmunternde Worte gibt er mit auf dem Weg. Dann verlässt Lars Løkke Rasmussen samt Parteimitglieder das Skiver Rathaus.

Die größte Herausforderung wartet nun auf den Sicherheitsdienst. Der Ministerpräsident will durch Skive spazieren und mit den Bürgern ins Gespräch kommen. Die Straßen sind jedoch nur wenig bevölkert. Kaum einer interessiert sich für das politische Oberhaupt. Doch aus das nimmt Rasmussen gelassen. Am Skiver Theater warten weitere Parteifreunde. Offen geht er auf sie zu und plaudert mit ihnen. Er bewundert ein Auto, das von einer Anhängerin mit seinen Bildern und Wahlwerbung der Venstre-Partei geschmückt wurde.

Unter großem Applaus betritt er das Theater-Café. Hier wird er vor ausgewählten Gäste eine Wahlkampfrede halten. Zuvor singen weibliche Parteianhänger ein selbstkomponiertes Ständchen. Begeistert singt und klatscht Lars Løkke Rasmussen mit. Seine Rede klingt gelassen. Kämpferische Sprüche bleiben aus. Vorgeschriebene Zettel sind Fehlanzeige. Lars Løkke Rasmussen hält seine Rede frei und geht geduldig auf alle Fragen ein. Die Zeiten sind auch in Dänemark hart und seine Wahlversprechen klingen ehrlich und verhalten. Flemming Eskildsen, der Bürgermeister von Skive ist begeistert und bedankt sich. Währenddessen hat Lars Løkke Rasmussen längst an einem der Tische Platz genommen. Er trinkt Mineralwasser aus der Flasche. Wer ihn nicht kennt, würde ihn wohl nicht für einen Ministerpräsidenten halten. Nach knapp zwei Stunden Aufenthalt geht seine Wahlkampftour weiter.

Foto: (c) Carina Tietz