Regen hatte keine negativen Auswirkungen, aber auch weiterhin Wachsamkeit geboten

Entlang der niedersächsischen Elbe sinken die Wasserstände weiter. „An vielen Pegeln bewegen wir uns aber immer noch im Bereich der alten Rekordwerte aus den Hochwasserereignissen zwischen 2002 und 2011 so dass auch in den kommenden Tagen weiterhin Wachsamkeit geboten ist“, betonte der NLWKN (Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz) am Freitag in Lüneburg.

Bis zum Nachmittag waren an den niedersächsischen Deichstrecken und wasserwirtschaftlichen Anlagen keine gravierenden Probleme aufgetreten, der Regen der vergangenen Nacht hatte somit keine spürbaren negativen Auswirkungen.

Da der Scheitelpunkt der Hochwasserwelle Niedersachsen passiert hat, begannen die Einsatzkräfte im Laufe des gestrigen Donnerstags vielerorts damit, die Aufkadungen (provisorische Deicherhöhungen mit Sandsäcken) wieder zurückzubauen.

In den nächsten Tagen wird ein Sinken des Wasserspiegels von etwa 20 cm pro Tag erwartet.

Am Pegel Dömitz wird voraussichtlich am morgigen Samstag der Richtwert für die Alarmstufe IV der Deichverteidigungsordnungen des Artlenburger und Neuhauser Deich- und Unterhaltungsverbandes von 650 cm am Pegel Dömitz wieder unterschritten.

Der NLWKN Lüneburg beobachtet die Entwicklung der Wasserstände weiter. 

 



Eingeschränkter Zutritt nach Aufhebung der Evakuierung

Der Wasserstand der Elbe sinkt langsam, aber kontinuierlich. Daher ist in der Nacht von Donnerstag, 13.06.2013 auf Freitag, 14.06.2013 ein Unterschreiten des für die Evakuierung maßgeblichen Pegelstandes von 776 cm zu erwarten.

Daher wird die Evakuierung mit Unterschreiten dieses Pegelstandes am Pegel Hitzacker (Elbe), frühestens jedoch mit Wirkung von Freitag, dem 14.06.2013, 06.00 Uhr aufgehoben.

Nach der Hochwasserschutzzonenverordnung der Samtgemeinde Elbtalaue gilt jedoch anschließend ein eingeschränktes Zutrittsrecht zur Stadtinsel und zur Straße Am Weinberg. Neben den Anwohnern dürfen nur Anlieger (ansässige Geschäftsleute sowie deren Beschäftigte und Lieferanten) sowie Hilfs- und Einsatzkräfte diesen Bereich betreten und befahren. Dieses entfällt bei Unterschreiten des Pegelstandes von 746 cm, frühestens jedoch ab Samstag, 15.06.2013, 08:00 Uhr.

Lage auf der anderen Seite der Elbe (Stand 12. Juni)

Als angespannt, aber beherrschbar bewertet der Katstrophenabwehrstab des Landkreises Ludwigslust-Parchim die aktuelle Hochwasserlage. Am Pegel Dömitz sank der Wasserstand vom Höchstwert 7,21 Meter in der Nacht zum Mittwoch bis heute Nachmittag um 15 Uhr auf 7,12 Meter. In Boizenburg sank das Hochwasser in diesem Zeitraum vom Spitzenwert 7,32 Meter auf 7,31 Meter. Bis zum 17./18. Juni werden die Wasserstände der Elbe im Verlauf des Landkreises Ludwigslust-Parchim täglich voraussichtlich um 10 bis 20 Zentimeter sinken und dann den Richtwert für die Hochwasseralarmstufe IV von 6,50 Metern unterschreiten.

In allen Bereichen der Elbe treten mittlerweile in Folge des lange anhaltenden, immensen Hochwassers Sickerstellen auf. Auch diese Stellen werden regelmäßig von den Deichwachen kontrolliert und gegebenenfalls gesichert. An der Bundesstraße 5 bei Horst drohte eine Verwallung abzurutschen. Auch dieser Bereich wurde gesichert. Die Bundesstraße 191 wurde heute zwischen Malliß und Dömitz vorsorglich gesperrt, um Erschütterungen des gesicherten und erhöhten Deiches in Heiddorf insbesondere durch Schwerlastverkehr zu vermeiden. Der Straßenverkehr wird örtlich umgeleitet.

In der Sitzung des Stabes wies Landrat Rolf Christiansen erneut darauf hin, dass das Betreten der Deichanlagen strengstens verboten ist. „Schon kleinste Beschädigungen der Grasnarbe könnten bei dem derzeit herrschenden Druck des Wassers auf die durchweichten Deiche schlimme Folgen haben. In diesem Zusammenhang hat der Landrat heute eine Allgemeinverfügung zum Betreten der Deiche erlassen. Er kündigte an, dass die Einsatzkräfte, insbesondere die Polizei, die Einhaltung des Betretungsverbots konsequent durchsetzen. Das Betretungsverbot gilt auch in einem Zehn-Meter-Streifen landseitig des Deichfußes.

Scheitelwerte weitestgehend erreicht, aber das Wasser wird längere Zeit auf hohem Niveau bleiben

An den Pegeln Schnackenburg, Lenzen, Hitzacker und Dömitz hat sich der Scheitelwert eingestellt. Dieser wird sich in den nächsten Tagen auf einem hohem Niveau halten. Der Hochwasserscheitel befindet sich momentan zwischen Wittenberge und Dömitz. Das Wehr Neuwerben wurde am Abend des 10. Juni, aufgrund des Deichbruchs in Fischbeck, wieder geschlossen. Es sollte eine zusätzliche Gefährdung Havelbergs vermieden werden.

Die Tendenz einer Überschreitung von fast 50 cm über dem bisher höchsten gemessenen Wasserständen, an den Pegeln Schnackenburg bis Dömitz, wird sich voraussichtlich auch an den unterhalb gelegenen Pegeln fortsetzen. Ebenfalls muss an den unterhalb gelegenen Pegeln auch mit einer Verweildauer des Wasserstandes auf einem hohem Niveau gerechnet werden. Das kann mehrere Tage andauern.

Die Trübung des Wassers geht seit Montag zurück, was gemäß der Erfahrungen ein Zeichen dafür ist, dass der Scheitel erreicht ist.

Der NLWKN Lüneburg beobachtet die Entwicklung der Wasserstände weiter und wird über die weitere Entwicklung des Hochwassers informieren.

Keine Entwarnung für den Landkreis Lüchow-Dannenberg

Der Landrat hat in einer Presseerklärung mitgeteilt, dass der Pegel in Schnackenburg sich nunmehr seit 30 Stunden auf stabilem Niveau befindet. Das bedeutet aber nicht, dass es für unseren Landkreis eine Entwarnung gibt. Sicher ist, dass das Wasser noch einige Zeit auf dieser Höhe stehenbleiben wird. Die Prognosen über die Dauer gehen auseinander. Man spricht von einem Tag bis hin zu einer Woche. Deichwachen sind rund um die Uhr im Einsatz. 

Angespannt ist die Lage entlang der L256 zwischen Meetschow und Gartow. Die Bundeswehr ist hier im Einsatz und wird vorsorgliche eine zweite Deichlinie aufbauen. In Wussegel gibt es Probleme mit Sickwasser. Auch hier sind Experten vor Ort. Tiesmesland wird von der Feuerwehr unterstützt. Auch hier gab es einige Schwachstellen.

Momentan liegen über 300.000 gefüllte Reserve-Sandsäcke bereit. Die Sandsackproduktion wurde daher erst einmal eingestellt. 

Pegelstand pendelt sich ein!

Die Wasserspiegellagen in der Elbe werden derzeit von den Deichbrüchen in Barby und Stendal/Tangermünde sowie der Flutung der Havelpolder beeinflusst.

In Schnackenburg ist der Pegelstand seit gestern Abend mit 776/779 cm und in Lenzen seit den frühen Morgenstunden mit 791/793 cm weitgehend konstant. Der Wasserstand am Pegel Dömitz hat sich seit etwa 5 Stunden auf einer Höhe von 717/718 cm eingependelt.

Der Gewässerkundliche Landesdienst des NLWKN in Lüneburg geht davon aus, dass an diesen Pegeln der Scheitelwert nahezu erreicht ist, sich aber auf einem hohem Niveau über mehrere Tage halten wird. Die Höchstwasserstände an den Pegeln Wittenberge, Schnackenburg, Dömitz und Hitzacker haben einen Wert erreicht, der in der Größenordnung von etwa 50 cm über den bisher höchsten gemessenen Wasserständen liegt.

Der NLWKN Lüneburg beobachtet die Entwicklung der Wasserstände und wird über die weitere Entwicklung des Hochwassers informieren.

Die Pegel steigen

Während die Wasserstände im südlichen Sachsen (Schöna, Dresden) z.T. deutlich sinken, steigen die Pegelwerte flussabwärts nach wie vor stark an (Magdeburg heute mittag: 7,12 m). Gleiches gilt für die Pegel im niedersächsischen Elbeabschnitt, die am Wochenende voraussichtlich weiter stetig ansteigen werden. Es ist aufgrund dieser Prognosen (grau hinterlegt) und Abschätzungen (Klammerwerte) damit zu rechnen, dass die Richtwasserstände für die Alarmstufe IV der Deichverteidigungsordnungen des Landkreises Lüneburg für den Neuhauser Deich- und Unterhaltungsverband und des Artlenburger Deichverbandes voraussichtlich am Sonntag, den 09. Juni erreicht und in den darauffolgenden Tagen überschritten werden.

Aufgrund des Aufeinandertreffens der Scheitelabflüsse von Saale und Elbe wird für morgen der Scheitelwasserstand am Pegel Barby mit 7,45 m a. P. prognostiziert. Dieser Wasserstand liegt 45 cm über dem bisher höchsten gemessenen Wasserstand vom August 2002 (7,00 m). Aktuell werden am darunter liegenden Pegel Magdeburg Abflüsse von etwa 5.000 m³/s gemessen.

Im weiteren Verlauf der Elbe werden weiterhin stärker ansteigende Wasserstände erwartet. Am Pegel Wittenberge wird am 11. Juni ein Höchststand von 8,10 m vorausgesagt.

Am Pegel Dömitz wird zur Zeit ein Höchstwasserstand von 685 cm vorhergesagt, der den bislang höchsten Hochwasserstand um 13 cm überschreitet.

Nach heutigem Kenntnisstand muss davon ausgegangen werden, dass die bisherigen höchsten Wasserstände aus den vergangenen Hochwasserereignissen an den niedersächsischen Pegeln erreicht und zum Teil überschritten werden. Die Tore des landeseigenen Schöpf- und Sielbauwerkes in Hitzacker wurden heute am späten Vormittag geschlossen.

Die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung kündigt an, dass die BfG in Kürze mit fortlaufenden Abflussmessungen beginnen wird. Damit sollen weitere Erkenntnisse für künftige Hochwasserereignisse gewonnen werden.

Die Internetseite der Hochwasservorhersagezentrale (HVZ) des Landesbetriebes für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft in Sachsen Anhalt mit den dort eingestellten Vorhersagewerten der Vorhersagezentrale Magdeburg ist zeitweise wegen der hohen Zugriffe stark überlastet. Es wird darauf hingewiesen, dass die Vorhersage sowie die Hinweise zu den Wasserständen und der Wasserstandsentwicklung auch auf der Seite des NLWKN heruntergeladen werden können.

Derzeit passiert der Hochwasserscheitel den Raum Torgau und wird voraussichtlich vier Tage später Niedersachsen erreichen.

Der NLWKN Lüneburg beobachtet die Entwicklung der Wasserstände und wird über die weitere Entwicklung des Hochwassers informieren.

Die durchschnittlichen und höchsten Pegelstände an der Elbe vom Hochwasser August 2002, April 2006 und Januar 2011 sowie die aktuellen Wasserstände von Juni 2013:

 

Angaben in
Zentimetern
am Pegel
Durch-schnittlicher
Wasserstand
Hochwasser August
2002
Hochwasser
April
2006
Hochwasser
Januar
2011
Aktueller
Wasserstand
07.06.13
Schnackenburg 279 751 745 721 597
Damnatz 295 751 762 770 576
Hitzacker 267 750 763 770 542
Neu Darchau 270 732 749 749 537
Bleckede 680 1125 1138 1146 925
Hohnstorf 492 870 911 923 641

Aktuelle Informationen

Ich habe nachfolgenden einmal die letzten Informationen für Euch zusammengetragen:  

Stand 7. Juni 2013, 12 Uhr

  •  Pegelstand der Elbe in Dömitz 5,30 Meter um 11.29 Uhr, Quelle: http://www.pegelonline.wsv.de/gast/karte/standard
  • In Hitzacker wird im Laufe des Tages das Sieltor im Mündungsbereich der Jeetzel geschlossen.
  • Für den Landkreis Lüchow-Dannenberg werden keine weiteren Hilfskräfte mehr gebraucht, zumindest im Moment nicht. Das kann sich aber schnell ändern
  • Der katholische Gottesdienst in Hitzacker ist abgesagt
  • Die nächsten aktuellen Hochwasservorhersagen werden für 13 Uhr erwartet
  • Schnackenburg soll nach Prognosen den Scheitelpunkt am 11. Juni erreichen
  • Gute Meldungen aus Gartow: Hier wird für die Deichbaustelle Standsicherheit gewährleistet
  • Nördlich der Dömitzer Brücke ist der Deich mit Sandsäcken erhöht worden, hier gab es auch Sicherungsarbeiten
  • Unermüdlich füllen Helfer auch in Laase Sandsäcke
  • Bürger sollten sich darauf einstellen, dass die L 256 zwischen der Gärtnerei in Meetschow und Gartow bald gesperrt wird. Auch für den Bereich zwischen Meetschow und Vietze sind Sperrungen vorgesehen
  • Für die Kinder der Helfer stellt die Stadt Bleckede für das Wochenende eine Kinderbetreuung zur Verfügung. Kinder zwischen 3 und 7 Jahren können zur Betreuung in die „Kindertagesstätte Robert Koch“, Robert Koch-Straße 9, 21354 Bleckede abgegeben werden. Hier werden die Mädchen und Jungen am Samstag, 8. Juni, und Sonntag, 9. Juni 2013, durchgehend von 9.00 bis 15.00 Uhr betreut.
  • Die für Sonntag geplante Auftaktveranstaltung der SPD zur Bundestagswahl im Wahlkreis Lüchow-Dannenberg/Lüneburg im Elbschloss Bleckede fällt aus
  • Auch die Schützenfeste in Dannenberg (12.Juni) und Hitzacker (19.Juni) sind abgesagt

 

 

Was denken und fühlen die Menschen im Wendland?

Hoher Besuch gestern in Dömitz: Innenminister Lorenz Caffier wird in den Hochwassergebieten von Mecklenburg Vorpommern erwartet. Ich überlege lange, ob ich an diesem Pressetermin teilnehmen soll. Letztendlich entscheide ich mich dagegen. Alle großen Zeitungen, Radiosender und TV-Sendungen werden sowieso darüber berichten. Mir ist es wichtiger über die betroffenen Menschen zu schreiben. Mein E-Mail-Briefkasten läuft über. Menschen aus der Region teilen mir Ihre Ängste und Sorgen mit. Sie stellen mir Fragen und hoffen auf Antworten. Für all diese Menschen, soll mein Blog ein Sprachorgan sein. Sie spiegeln nicht immer meine eigene Meinung wieder. Sie sind einfach nur ein Zeichen dafür, dass die Gefühle Achterbahn fahren und sie erzählen offen und ehrlich, was die Menschen im Wendland momentan bewegt.

Nähe Dömitzer Brücke (c) Carina Tietz

Nähe Dömitzer Brücke (c) Carina Tietz

T.S aus der Nähe von Neu Darchau: „Bei uns liegen die Nerven total blank. Bekannte haben geholfen das Haus leer zu räumen. Wir wissen nicht was auf uns zukommt. Es ist unser erstes Hochwasser, da wir das Haus erst im letzten Sommer gekauft haben. Niemand hat uns damals gesagt, dass hier solche Gefahren herrschen. Es belastet uns alle!“

Ein Feuerwehrmann: „Die Wasserstände sind doch gar nicht das Problem. Es kotzt mich regelrecht an, wenn  man von Entwarnung spricht! Natürlich wird das Wasser nicht überall, vielleicht auch gar nicht, über die Deiche schwappen. Aber es wird lange stehen bleiben. Es wird die Deiche Stück für Stück aufweichen. Es drohen Deichbrüche. Die können verheerende Folgen haben. Das muss man den Menschen weitergeben. Sie müssen sich der Gefahr bewusst sein. Im Ernstfall stehen schnelle Evakuierungen an. Da bleibt keine Zeit mehr, um persönliche Dinge zusammen zupacken. Hier greift das Informationssystem der Behörden nicht.“

Peter: „Ich habe meine eigenen Sandsäcke gefüllt, denn bei uns ist noch kein Sack angekommen. Auch am Deich ist nichts zu sehen.“

Ein Polizeihubschrauber landet in Kaltenhof (c) Carina Tietz

Ein Polizeihubschrauber landet in Kaltenhof (c) Carina Tietz

Karin aus der Nähe von Gartow: „Hier sind die Helfer unermüdlich im Einsatz. Das macht Mut. Wir sind direkt betroffen und haben die untere Etage bereits geräumt. Die Möbel stehen bei Freunden. Jeder hat mit angepackt. Die Solidarität treibt mir Tränen in die Augen.  Im Wendland hält man in Krisenzeiten zusammen!“

Marie: „Mein Arbeitgeber hat mir für heute und Freitag frei gegeben. Ich kann nicht arbeiten, da ich meine Kinder nicht unterbringen kann. Wir haben für die Helfer Kuchen gebacken. Am Nachmittag füllen wir Sandsäcke.“

Einsatzfahrzeuge sind überall, hier in Gartow (c) Carina Tietz

Einsatzfahrzeuge sind überall, hier in Gartow (c) Carina Tietz

Julia aus Dömitz: „Meine Tochter ist drei Monate alt. Sie benötigt Windeln und trinkt noch aus der Flasche. Ich kann nicht stillen. Wie viel Milchpulver benötige ich? Bringt die Feuerwehr im Notfall Windeln und Flaschennahrung??*Ich überlege ernsthaft, ob ich zu meiner Schwester nach Schwerin fahren soll. Aber andererseits will man sein Hab und Gut ja auch nicht alleine lassen. Ich kann nicht klar denken und bin wirklich angespannt.“ 

*Ich habe einige dieser Anfragen erreicht. Antworten sind willkommen!

Gundula aus Dannenberg: „Meine Mutter wohnt in Dömitz. Ich werde heute hinfahren und beim Einpacken helfen. Wer weiß, wie lange ich noch über die Brücke komme! Die Behörden sagen uns ja nichts. Wenn ich da rüber nach Mecklenburg Vorpommern schaue! Ich habe das Gefühl, dass dort alles besser und professioneller geregelt ist. Die Informationspolitik in Kreis Dannenberg ist schlecht und verwirrend.“

Hilfe kommt aus ganz Deutschland (c) Carina Tietz

Hilfe kommt aus ganz Deutschland (c) Carina Tietz

Claus aus der Nähe von Langendorf: „Ich habe schon beim Castor die Fehlpolitik hier kennengelernt. Da wundert mich nichts mehr. Die verarschen uns doch. Drüben im Osten nimmt man die Sache ernster. Da gibt es keine Entwarnung. Ein niedriger Wasserstand ändert ja auch nichts an der Gefahr. Kommt auch noch mal jemand zu uns und bringt Säcke?? Hier in der Langendorfer Gegend habe ich noch niemanden auf dem Deich gesehen. Was sind schon drei Höfe hier unten gegen das historische Hitzacker?“

Irmi aus Gartow: „Ich würde gerne wissen, wie lange die Geschäfte noch offen bleiben. Kommt überhaupt noch Nachschub? Man will ja den Landkreis weiträumig absperren. Dann kommen bestimmt keine Lebensmittellieferungen mehr. Soll ich mich mit Nahrungsmitteln eindecken und wenn ja, was soll ich kaufen?? Geht der Strom weg, dann nützt mir die Tiefkühlkost nichts mehr. Ich bin ratlos und wäre für jede Info dankbar.“*

*Wer kann hier Auskunft geben? Ratschläge gerne per E-Mail. Ich werde es weitergeben! Danke im Voraus!

Monika aus Hitzacker: „Mich zermürbt das Ganze. Aber das darf ich mir nicht anmerken lassen. Ich habe zwei Kinder und die sollen so wenig wie möglich damit belastet werden. Es ist aber trotzdem nicht immer leicht eine fröhliche Mutter zu spielen. Tief im Inneren bin ich getroffen. Ich habe Angst, dass ich alles verliere.“

Sandsäcke, Sandsäcke, Sandsäcke (c) Carina Tietz

Sandsäcke, Sandsäcke, Sandsäcke (c) Carina Tietz

R.H. aus Damnatz: „Ich kann die ganze Sache nicht einschätzen. Das macht mir regelrecht Angst. Auf der einen Seite gibt man Entwarnung auf der anderen klärt man uns über die Töne der Sirenen auf. Was soll ich davon halten?“

Astrid aus Höhbeck: „Man darf das nicht immer so angespannt sehen. Ich habe Kerzen gekauft und einen guten Rotwein. Wenn es hart auf hart kommt, ändert man eh nichts daran. Aber ich werde mich ganz bestimmt nicht schon vorher verrückt machen.“

 

 

 

 

1 2