Eine ruhige Nacht auf der anderen Elbseite

Die Pegel in Dömitz sinken und die Bevölkerung diesseits und jenseits der Elbe kann durchatmen. Die ergiebigen Regenfälle brachten für die Elbdeiche in Mecklenburg Vorpommern keine Gefahr. Bisher halten die Deiche den Wassermassen stand. Ein Sprecher des Landkreises Ludwigslust-Parchim teilte gegenüber dem NDR mit, dass es in der Nacht keine besonderen Vorkommnisse gab. Die Pegel in Dömitz sind gegenüber der Höchstmarke um 40 Zentimeter gesunken. Eine endgültige Entwarnung kann es aber erst ab einem Wasserstand von unter 6,50 Metern geben. 

Eingeschränkter Zutritt nach Aufhebung der Evakuierung

Der Wasserstand der Elbe sinkt langsam, aber kontinuierlich. Daher ist in der Nacht von Donnerstag, 13.06.2013 auf Freitag, 14.06.2013 ein Unterschreiten des für die Evakuierung maßgeblichen Pegelstandes von 776 cm zu erwarten.

Daher wird die Evakuierung mit Unterschreiten dieses Pegelstandes am Pegel Hitzacker (Elbe), frühestens jedoch mit Wirkung von Freitag, dem 14.06.2013, 06.00 Uhr aufgehoben.

Nach der Hochwasserschutzzonenverordnung der Samtgemeinde Elbtalaue gilt jedoch anschließend ein eingeschränktes Zutrittsrecht zur Stadtinsel und zur Straße Am Weinberg. Neben den Anwohnern dürfen nur Anlieger (ansässige Geschäftsleute sowie deren Beschäftigte und Lieferanten) sowie Hilfs- und Einsatzkräfte diesen Bereich betreten und befahren. Dieses entfällt bei Unterschreiten des Pegelstandes von 746 cm, frühestens jedoch ab Samstag, 15.06.2013, 08:00 Uhr.

Erst bei einem Pegelstand von 7,76 Metern dürfen die Menschen in Hitzacker zurück auf die Stadtinsel

Die Samtgemeinde Elbtalaue erhält immer mehr Anfragen von Bewohner der Stadtinsel Hitzacker. Die wollen so schnell wie möglich in ihre Häuser zurück. Dazu gibt die Samtgemeinde bekannt, dass die Stadtinsel auch weiterhin Evakuierungsgebiet bleibt. Sie bezieht sich hier auf die Hochwasserschutzzonenverordnung. Die legt einen Bemessungswasserstand von 7,76 Metern fest. Momentan steht die Elbe in Hitzacker bei 8,17 Meter. Die Prognosen gehen davon aus, dass der Höchststand sich einige Tage halten und dann erst langsam wieder sinken wird. So bleibt die Stadtinsel von Hitzacker auch in den nächsten Tagen noch Evakuierungsgebiet.

Für unaufschiebbare Erledigungen zur Sicherung an den Häusern erteilt die Samtgemeinde Elbtalaue am Infopoint im Feuerwehrgerätehaus Hitzacker Ausnahmegenehmigungen. Nur mit einer solchen Genehmigung kann die von der Polizei gesicherte Absperrung an der Drawehnertorstraße passiert werden. Es werden von der Polizei nicht mehr als 7 Personen gleichzeitig auf die Stadtinsel gelassen, um eine Überprüfung und schnelle Erreichbarkeit der Menschen bei Gefahrenlage sicherzustellen.

 

Falschmeldungen und Katastrophen-Journalismus braucht im Wendland niemand: Es gab keinen Deichabrutsch!

Die Meldung verbreitete sich gestern wie ein Lauffeuer: Angeblich gab es in Neu Darchau einen ersten Deichabrutsch. Viele Anwohner machten sich daraufhin große Sorgen. Auch entlang der anderen Ortschaften machte sich die Angst breit. Der Deichabrutsch entpuppte sich letztendlich aber als eine Bagatelle. Der Katastrophenschutz teilte am Morgen mit, dass lediglich ein Stück Folie abgerutscht sei. Das müsse nun geflickt und dann neu befestigt werden. Kopfschüttelnd reagierten die Anwohner: „Das ist Mache und Sensationsberichterstattung auf Kosten der Bürger.“

Schnell stellte auch die Kreisverwaltung klar, dass die Situation dort nie bedrohlich war.

 Ich will das Ganze nicht näher kommentieren, aber ich wünsche mir einfach mehr Fingerspitzengefühl bei der Berichterstattung aus den Krisengebieten.

 

 

Die ersten Soldaten sind eingetroffen! Bangen und Hoffen entlang der Elbe!

Das Internet ist voll mit den neusten Pegelprognosen. Doch an jeder Art von Spekulation werde ich mich nicht beteiligen. Die Sache ist ernst und falsche Panikmache seitens der Journalisten braucht niemand. Daher werde ich hier nur die letzte Information des Niedersächsischen Landesbetriebes für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz weitergeben. Die lautet:

 „Es gibt momentan keine genaue Prognose“

Keiner kann genaue Angaben zur Höhe und zum Eintreffen des Scheitelpunktes Auskunft geben. Auch über die zeitliche Länge der hohen Wasserstände gibt es keine verlässlichen Informationen.

Viel wichtiger ist Unterstützung und Hilfe und die kommt von überall her. Bis spätestens heute Abend werden über 1000 Soldaten in unserer Region eintreffen und bei der Sicherung der Deiche helfen. Die ersten Bundeswehrfahrzeuge habe ich bereits gesichtet.

Aktuell gibt es eine weitere Straßensperre an der Kreisstraße K 13 von Penkefitz nach Jasebeck.

Besorgte Anrufer können sich über folgende Rufnummern informieren: Für Gartow 05846-8213 und für die gesamte Elbtalaue 05861 808 216

Wir in Kaltenhof werden am Abend mit der Deichsicherung beginnen.

Weitere Infos folgen!

 

4. Juni 2013 Pegelstand der Elbe bei Dömitz 10 Uhr 4 Meter

Die Lage ist angespannt. Für alle Fälle habe ich mir eine Taschenlampe besorgt. Der Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz warnt vor SEHR HOHEN Wasserständen und hat vor wenigen Minuten folgende Pressemeldung herausgegeben: 

Aufgrund der ergiebigen Regenfälle im Einzugsgebiet der Elbe steigen die Wasserstände in der oberen Elbe weiter schnell und deutlich. Aus dem tschechischen Einzugsgebiet der Elbe wird eine angespannte Hochwasserlage gemeldet. Innerhalb von 24 Stunden (Zeitraum: 2. bis 3. Juni – 6 Uhr) stieg der Wasserspiegel an den Elbepegeln in Schöna um 148 cm, in Dresden und Torgau um 117 cm, in Dessau um 81 cm, in Barby um 50 cm, in Magdeburg-Strombrücke um 43 cm, in Wittenberge um 14 cm, in Schnackenburg um 13 cm, in Dömitz und Hitzacker um 14 cm, in Neu Darchau um 13 cm, in Bleckede um 12 cm, in Boizenburg um 11 cm und in Hohnstorf um 9 cm.

Es ist aufgrund der Prognose der Hochwasservorhersagezentrale in Magdeburg damit zu rechnen, dass die Richtwasserstände für die Alarmstufe IV der Deichverteidigungsordnungen des Landkreises Lüneburg für den Neuhauser Deich- und Unterhaltungsverband und den Artlenburger Deichverband voraussichtlich am Freitag (7. Juni) erreicht und überschritten werden. Die für den 10. Juni durch die Hochwasservorhersagezentrale Magdeburg abgeschätzten höchsten Wasserstände an den niedersächsischen Pegeln der Elbe liegen bis zu 80 cm über den bisher gemessenen Höchstwasserständen von Januar 2011 (Schnackenburg 64 cm, Dömitz 43 cm, Hitzacker 80 cm, Neu Darchau 81 cm, Boizenburg 61 cm, Hohnstorf 52 cm). Ein Hochwasserscheitel für das Hochwasser hat sich bislang noch nicht erkennbar ausgebildet.

Der NLWKN Lüneburg beobachtet die Entwicklung der Wasserstände und wird über die weitere Entwicklung des Hochwassers informieren. Außerdem bereitet sich der NLWKN Lüneburg darauf vor, die Hochwasserschutzeinrichtung in Hitzacker in Betrieb zu nehmen: Vermutlich am Donnerstag werden die Tore des Sperrwerks geschlossen und die Pumpen beim Schöpfwerk in Gang gesetzt, um das Wasser der Jeetzel in die Elbe zu befördern.

Aktuell laufen mit Unterstützung des NLWKN in den Landkreisen Lüneburg und Lüchow-Dannenberg mehrere Hochwasserschutz-Projekte. Die Baustellen in Gartow, Lüchow und Alt-Garge werden derzeit gesichert.